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Waldbrände in Brasilien - Was der Amazonas-Regenwald für die Welt bedeutet

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Es sind die schwersten Waldbrände im Amazonas-Gebiet seit Jahren. Das ist nicht nur ein Problem für Einheimische und Tiere, sondern kann Auswirkungen für die ganze Welt haben.

Waldbrand im Regenwald des Amazonas bei Porto Velho, Brasilien
Die Zahl der Brände im Amazonaswald ist um 83 Prozent höher als im Vorjahr.
Quelle: reuters

Regenwälder sind die grüne Lunge der Erde

Sie nehmen CO2 aus der Luft auf und geben Sauerstoff ab, damit sind sie wichtige Filter für das globale Klimasystem. Weltweit absorbieren sie rund 30 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgase - das sind rund elf Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr. Schätzungen gehen davon aus, dass allein der Amazonas etwa 20 Prozent des weltweiten Sauerstoff erzeugt. Wenn die Wälder brennen, gelangt der Kohlenstoff aus den Pflanzen allerdings wieder als Treibhausgas CO2 in die Luft. Die Feuer verstärken also den Klimawandel.

Amazonas-Regenwald ist der größte auf der Welt

Regenwald
Quelle: SHK

Der Amazonas-Regenwald erstreckt sich über neun Staaten Südamerikas, auf einer Fläche von 6,7 Millionen Quadratkilometern. So ist er in etwa anderthalb mal so groß wie die EU. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der brasilianische Regenwald laut Regierungsangaben um rund 7.900 Quadratkilometer - eine Fläche von mehr als einer Million Fußballfeldern. Vergangenen Juli wurden laut Angaben des staatlichen Instituts Inpe 88 Prozent mehr Regenwald gerodet als im gleichen Monat des Vorjahres.

Gesundheit der Erde hängt mit dem Regenwald zusammen

Luftaufnahme zeigt abgeholztes Land im Amazonas
Luftaufnahme zeigt abgeholztes Land im Amazonas.
Quelle: reuters

Durch die immense Fläche ist der Amazonas-Regenwald auch der größte CO2-Speicher auf der Welt. Er speichert geschätzte 90 bis 140 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Wird der Regenwald weiter zerstört, werden enorme Mengen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Auch andernorts schrumpft der Tropenwald. Im vergangenen Jahr verschwanden laut dem jährlichen Bericht des Projekts "Global Forest Watch" rund zwölf Millionen Hektar Wald - eine Fläche von der Größe Englands. Dies sei der viertgrößte jährliche Verlust seit Beginn der Erfassung im Jahr 2001, so die Experten. Die Geschwindigkeit, mit der die Welt ihre letzten großen Wälder verliere, bleibe unvermindert hoch. Mit jedem verlorenen Hektar komme die Welt dem Szenario eines "unkontrollierbaren Klimawandels" näher. "Ohne den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes werden wir die Klimakrise nicht in den Griff bekommen. Der Süden des Kontinents hätte eine Klima wie die Sahelregion," sagt der WWF.  

Unzählige Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet

Aus dem Ei gepellt
Arrauschildkröte
Quelle: camila ferrara/the university of east anglia/dpa

Die ganzjährige Vegetationsphase sorgt für ein üppiges Wachstum verschiedenster Pflanzen, die wiederum unzähligen Tieren Nahrung und Unterschlupf bieten. Neben den Korallenriffen zählen die Regenwälder zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Zehn Prozent aller bekannten Tierarten leben im Amazonas-Gebiet. Es ist die Heimat von 40.000 Pflanzenarten.

Wissen über unzählige Arten würde verloren gehen

Alle drei Tage entdeckten Forscher in den vergangenen Jahren durchschnittlich eine neue Art in Amazonien. Viele Gebiete sind dort allerdings noch nahezu unerforscht. Damit auch unzählige Tier- und Pflanzenarten, die gegebenenfalls zerstört werden. Es steht zu befürchten dass viele Arten bereits ausgestorben sein werden, bevor die Menschheit sie überhaupt entdeckt.

Lebensraum von 34 Millionen Menschen ist in Gefahr

Fischer in Boot am Amazonas

Im Amazonasgebiet leben Millionen Menschen. Eine besondere Bedeutung kommt den rund drei Millionen Indigenen aus mehr als 350 Völkern zu. Der Wald ist nicht nur ihr Lebensraum, sondern auch ihre Lebensgrundlage: Sie sind auf die Ressourcen des Amazonas-Gebiets angewiesen. Sie gelten als "Wächter der Natur".

Regenwald dient als Kühlschrank der Erde

Luftaufnahme des Amazonas-Regenwaldes mit Wolken
Quelle: ZED

Wenn die Sonne auf den Amazonas-Regenwald scheint, verdunstet Feuchtigkeit in riesigen Mengen. Ein Baum kann dabei bis zu 1.000 Liter Wasser pro Tag abgeben. Das Wasser sammelt sich in riesigen Wolken – auch "fliegender Fluss" genannt – und sorgt damit für eine Kühlung der Atmosphäre. Diese riesigen Wolken versorgen unter anderem die Agrarnation Brasilien mit Niederschlag. Somit sorgt der Regenwald auch für fruchtbare Böden südlich des Amazonas.

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