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Hurrikan vor Florida - Millionen zur Flucht vor "Irma" aufgerufen

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In Florida haben die Behörden Millionen Küstenbewohner aufgerufen, sich vor Hurrikan "Irma" in Sicherheit zu bringen. Tausende Soldaten wurden für Rettungseinsätze mobilisiert. Der Sturm wurde inzwischen wieder auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft und traf mit voller Wucht auf Kuba.

Was „Irma“ mit Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h anrichten kann, wurde bereits in der Karibik deutlich, wo mindestens 21 Menschen starben. Nachdem Haiti noch glimpflich davon kam, bereitet sich Florida nun auf das Schlimmste vor.

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Die US-Behörden riefen 5,6 Millionen Menschen in Florida dazu auf, an Evakuierungen aus Gemeinden und Städten teilzunehmen. Das entspricht mehr als einem Viertel der Bewohner des Bundesstaates. Es sei die letzte gute Möglichkeit zur Flucht aus den Küstengebieten, warnte Floridas Gouverneur Rick Scott. Wer nicht gehe, müsse auf eigenes Risiko aus dem extrem gefährlichen Sturm herauskommen.

Tausende Soldaten mobilisiert

Auf den Schnellstraßen Richtung Norden reihte sich Auto an Auto. Menschen versuchten, bei Verwandten oder in Hotels in Atlanta, Montgomery und Nashville unterzukommen. Für dennoch vor Ort ausharrende Menschen öffneten die Behörden Hunderte Zufluchtsstätten. An der Küste von Georgia forderten die Behörden 540.000 Menschen auf, ihre Wohnungen zu verlassen. Erschwert wurden die Evakuierungsmaßnahmen mancherorts dadurch, dass das Benzin knapp wurde.

Das US-Militär mobilisierte Tausende Soldaten. Die Gouverneure von Puerto Rico, den Amerikanischen Jungferninseln und Florida versetzten insgesamt fast 14.000 Angehörige der Nationalgarde in Alarmbereitschaft, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte. Damit sollten Such- und Rettungsmissionen sowie Evakuierungen unterstützt werden. Mehrere große Marineschiffe bereiteten sich zudem auf Hilfseinsätze vor.

"Jeder wird ihn spüren"

Das US-Hurrikanzentrum warnte, Bewohner sollten sich von augenscheinlichen Bewegungen des Wirbelsturms weg von der Ostküste nicht in die Irre führen lassen. "Das ist ein Sturm, der Sie töten wird, wenn Sie nicht aus dem Weg gehen", sagte der Sprecher des Zentrums, Dennis Feltgen. Das Auge des Hurrikans sei sehr groß und werde die gesamte Halbinsel Florida erfassen. "Jeder wird ihn spüren." "Irma" wurde inzwischen wieder in die höchste Kategorie 5 eingestuft. Es wurde erwartet, dass der Sturm Florida am späten Samstag oder Sonntag erreicht.

Am späten Freitagabend (Ortszeit) traf der Hurrikan in Kuba auf Land. Die Windgeschwindigkeit betrug bis zu 260 Kilometer pro Stunde. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von riesigen Wellen, die auf Dämme krachten und zusammengebrochenen Stromleitungen. Überschwemmungen gab es in Städten der östlichen Provinzen Guantanamo und Holguin. Das Ausmaß der Zerstörung war zunächst jedoch unklar. Auf der Insel waren nahezu eine Million Menschen in Sicherheit gebracht worden. Wie der Katastrophenschutz mitteilte, kamen viele Menschen bei Verwandten oder in öffentlichen Schutzräumen unter. An der Nordküste Kubas wurden zudem 10.000 ausländische Touristen in Sicherheit gebracht.

Zerstörung und Tote

Bei seinem zerstörerischen Zug durch die Karibik kamen durch den Hurrikan bislang mindestens 20 Menschen ums Leben. Tausende waren nach der Zerstörung von Wohnhäusern zunächst obdachlos. Der Infrastrukturminister der Turks- und Caicosinseln, Gold Ray Ewing, rechnete mit Schäden in Höhe von mindestens auf 500 Millionen Dollar. In Antigua und Barbuda erklärten Vertreter der Polizei, es brauche keine große Wissenschaft, um zu erkennen, dass es weitere Schäden geben werde. Viele Bewohner, die bereits durch "Irma" geschädigt wurden, flohen aus Angst vor dem herannahenden "Jose" auf Fähren und Fischerbooten. Auf Puerto Rico waren Hunderttausende Menschen ohne Strom.

Wissenschaftler verzeichneten Freitag die höchste Hurrikan-Aktivität im Atlantischen Ozean seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Wert der sogenannten Hurrikan-Tätigkeit ACE habe bei 16 gelegen, sagte Wirbelsturmexperte Phil Klotzbach von der Universität von Colorado. Der bisherige Rekord in der Region stammte vom 11. September 1961, als der Tageswert bei 14,3 lag. Bei den Berechnungen werden die Windgeschwindigkeiten eines Sturms und deren Dauer kombiniert.

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