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Nach der Explosion in Brüssel - Michel: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

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Nach der Explosion im Zentralbahnhof in Brüssel ist die Identität des Attentäters bekannt. Der bei dem Anschlagsversuch erschossene Mann ist laut Behörden ein 36-jähriger Marokkaner. Ministerpräsident Charles Michel mahnte seine Landsleute, sich nicht einschüchtern zu lassen.

Auf dem Zentralbahnhof in Brüssel wurde ein Terrorverdächtiger Mann von Soldaten erschossen. Er hatte kurz zuvor eine kleine Explosion ausgelöst. Weitere Opfer gab es nicht, doch es herrscht hohe Alarmbereitschaft.

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Der belgische Nationale Sicherheitsrat hat die derzeitige Terrorwarnstufe drei nicht erhöht. Ministerpräsident Charles Michel sagte, es gebe keine Indizien für ein "unmittelbar bevorstehendes" Attentat.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen sollten "in den nächsten Tagen und Stunden" getroffen werden. Details wollte Michel nicht nennen. Die Sicherheitskräfte seien aber "besonders wachsam", zusätzliche Kontrollen seien vorgesehen. Die Lage werde ständig von der Staatsanwaltschaft und dem Sicherheitsrat evaluiert.

Täter hatte Koffer mit Nägel und Gasflaschen

"Wir lassen uns vom Terrorismus nicht einschüchtern", betonte Michel und rief zur Verteidigung der Demokratie auf: "Wir müssen unsere Freiheiten und Werte verteidigen." Nicht nur in Belgien, sondern auch in Europa sei die Demokratie bedroht.

Am Brüsseler Zentralbahnhof hatte ein Mann am Dienstagabend eine Explosion ausgelöst, bevor er von Soldaten erschossen wurde. Verletzt wurde niemand.  Bei dem Angriff soll der Attentäter nach offiziellen Angaben "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Er habe sich mit diesen Worten auf einen oder mehrere anwesende Soldaten gestürzt. Einer der Uniformierten habe darauf das Feuer eröffnet, wie der Sprecher der belgischen Staatsanwaltschaft, Eric Van der Sijpt, am Mittwoch in Brüssel sagte. Der Angreifer starb an Ort und Stelle an seinen Verletzungen. "Er war nicht für Terrortaten bekannt", sagte Van der Sijpt. Der 36-jährige mit marokkanischen Wurzeln habe einen Koffer mit Nägeln und Gasflaschen bei sich gehabt, der Feuer gefangen habe. "Er wollte mehr Schaden anrichten als er es getan hat", sagte Van der Sijpt. "Die Schäden hätten viel schlimmer ausfallen können."

Sperrung des Zugverkehrs aufgehoben

Am Mittwochmorgen fanden in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek mehrere Razzien statt. Ob der Attentäter von dort stammte, wurde zunächst nicht offiziell bestätigt.

Der Bahnhof war direkt nach der Explosion gesperrt worden. Auch umliegende Gebäude wurden geräumt. Die Bahngesellschaft SNCB teilte mit, der Verkehr sei auf Anweisung der Polizei unterbrochen worden, auch in anderen großen Stationen wie Brüssel-Nord und Brüssel-Midi. In der Nacht wurde der Zugverkehr in der belgischen Hauptstadt wieder aufgenommen, allerdings ohne Halt am weiterhin gesperrten Hauptbahnhof. Am Mittwochmorgen wurde dann die Sperrung aufgehoben. Wie die Bahngesellschaft SNCB mitteilte, können Züge nun wieder in der Station halten.

Seit 2014 Anschläge in Brüssel

Belgiens Hauptstadt war bereits mehrfach von Anschlägen erschüttert worden. Im März 2016 waren bei zwei Anschlägen am Flughafen und in einer Metrostation 32 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich die Terrormiliz IS. Die Täter gehörten derselben Zelle an wie diejenigen, die für die Anschläge in Paris im November 2015 verantwortlich waren. Seit den Anschlägen gilt in Brüssel die zweithöchste Terrorwarnstufe drei. Im Mai 2014 erschoss im Jüdischen Museum ein französischer Islamist vier Menschen. Seitdem gehören nicht nur Polizisten, sondern auch mit Maschinenpistolen bewaffnete Militärpatrouillen zum Stadtbild.

Europäische Hauptstädte wurden in den vergangenen Tagen mehrmals von Anschlägen erschüttert. Am Montag war ein Mann nahe einer Moschee in London mit einem Auto in eine Gruppe von Muslimen gerast. Am selben Tag rammte ein als Islamist bekannter Mann in Paris ein mit Sprengstoff beladenes Auto in ein Polizeifahrzeug.

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