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Hauptstadt-Flughafen - BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen

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Es ist der siebte Eröffnungstermin: Der Hauptstadtflughafen BER soll nun im Oktober 2020 in Betrieb gehen. Wer die 6,5 Milliarden Euro Kosten trägt, wird im Frühjahr besprochen.

Der Warten auf den neuen Hauptstadtflughafen BER soll 2020 ein Ende haben. Nach einer Serie geplatzter Eröffnungstermine soll der drittgrößte deutsche Airport im Oktober des Jahres in Betrieb gehen. "Der BER ist das zentrale Infrastrukturprojekt der Region", sagte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider am Freitag. "Ich bin zuversichtlich, dass das klappt." Zuvor hatte das Kontrollgremium den Terminvorschlag von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup einstimmig und zustimmend zur Kenntnis genommen, wie Bretschneider sagte.

Eigentlich sollte der Flughafen nach fünf Jahren Bauzeit schon 2011 in Betrieb gehen. Sämtliche Eröffnungstermine kippten seitdem jedoch, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind. Besonders der Brandschutz im Hauptterminal macht Schwierigkeiten. Lütke Daldrup hatte noch Anfang dieses Jahres das Ziel, den Flughafen 2018 in Betrieb zu nehmen. "Heute wissen wir, dass wir wesentlich länger brauchen", sagte er. Das liegt unter anderen an Umbauten der Sprinkleranlage und Mängeln beim Brandschutz, die der TÜV kürzlich festgestellt hatte.

Kosten auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen

Durch die abermals verzögerte Eröffnung braucht die Betreibergesellschaft des BER zusätzliches Geld für das Projekt, wie Lütke Daldrup erklärte. Der Aufsichtsrat werde im März darüber beraten, wie die Fertigstellung finanziert werden kann. Man wolle "alle Möglichkeiten zur Eigen- und Fremdfinanzierung nutzen". Die Kosten für den drittgrößten deutschen Flughafen haben sich seit dem Baubeginn 2006 von 2 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht - wegen der Verzögerungen und Baumängel, aber auch wegen Erweiterungen des Projekts. Nach früheren Angaben war der BER bis 2018 durchfinanziert.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter forderte, dass sich der Bund mehr bei dem Projekt einsetzen müsse. Notwendig sei auch ein Bau-Geschäftsführer für den BER und ein Plan B für den Fall, dass das Hauptterminal nicht fertig wird. Die Berliner CDU-Fraktion verlangte wie die FDP noch vor Weihnachten eine Sondersitzung des Hauptausschusses, um Klarheit über die Kosten zu bekommen. Die Deutsche Flugsicherung begrüßte das Votum des Aufsichtsrats, sie brauche bis zu drei Jahre Vorlauf.

Bauorganisation neu aufgestellt worden

Lütke Daldrup will ein bis eineinhalb Jahre vor der Eröffnung einen konkreten Termin für den Oktober 2020 mit den Airlines abstimmen. Anders als zuletzt 2012 geplant, soll es keinen Umzug in einer Nacht geben, sondern innerhalb von zwei Wochen. Die Bauarbeiten sollen Ende 2018 abgeschlossen sein, weitere Zwischenschritte terminierten die Verantwortlichen öffentlich nicht. Sie lehnten es auch ab, mögliche Puffer im Zeitplan zu benennen, damit der Druck auf die Baufirmen erhalten bleibt.

"Der Termin ist belastbar und verlässlich", versicherte Lütke Daldrup. "Wir haben ein realistisches Bild von der Baustelle." Risiken seien systematisch analysiert, die Bauorganisation neu aufgestellt worden. Ein internes Termin- und Risikomanagement bringe Planungssicherheit. "Damit wollen wir Vertrauen zurückgewinnen."

Tegel-Anwohner geschockt

Die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs trägt bislang der Flughafen Tegel. Er soll schließen, nachdem der BER in Betrieb gegangen ist. Anwohner-Initiativen reagierten erschrocken auf die Aussicht auf drei weitere Jahre Fluglärm durch den Innenstadt-Flughafen. "Hunderttausende Berliner haben noch länger zu leiden", teilten sie mit. "An eine Eröffnung des BER und die Schließung des alten Flughafens Tegel glauben wir erst, wenn das erste Flugzeug am BER startet."

Um Zeit für einen Ausbau des neuen Flughafen zu gewinnen, soll das alte Schönefelder Terminal vorübergehend bleiben. Anwohner wollen das juristisch verhindern. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte am Freitag den Eingang einer entsprechenden Klage. Darin wird nach Angaben des Bürgervereins Berlin-Brandenburg argumentiert, dass der gerichtlich bestätigte Planfeststellungsbeschluss für den neuen Hauptstadtflughafen nicht vorsehe, Schönefeld-Alt offenzuhalten.

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