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Verschwundener Journalist - Zeitung: Khashoggi in Konsulat gefoltert

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Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA. Da kommt der Fall Khashoggi ungelegen. Unterdessen berichtet eine türkische Zeitung über eine angebliche Folterung Khashoggis.

Sicherheitskräfte sichern Eingang - Treffen von Pompeo und Cavusoglu
Sicherheitskräfte bewachen Treffen zwischen US-Außenminister Pompeo und seinem türkischen Amtskollegen Cavusoglu zum Fall Khashoggi. Quelle: ap

Im Bemühen um die Aufklärung des Verschwindens des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat sich US-Außenminister Mike Pompeo in Ankara mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu getroffen. Cavusoglu sagte nach dem Treffen, er werde Medienberichte zum Verschwinden Khashoggis nicht kommentieren. Die Ermittlungen gingen weiter. Er dementierte zudem Medienberichte, wonach die Residenz des Konsuls am Vortag durchsucht worden sei. Das Gebäude sei noch nicht inspiziert worden, sagte er. Er hoffe jedoch, dass die Polizei am Mittwoch mit der Durchsuchung beginnen könne.

Medienbericht: Khashoggi gefoltert

Zuvor hatte eine türkische Zeitung über eine Audioaufnahme einer angeblichen Folterung und Tötung des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi berichtet. Die regierungsfreundliche Zeitung "Yeni Safak" berichtete, dass auf der Aufnahme zu hören sei, dass der saudische Konsul Mohammed al-Otaibi zu den Folterern Khashoggis sagte: "Macht das draußen, ihr werdet mich in Schwierigkeiten bringen." Einer der Folterer habe der Aufnahme zufolge geantwortet: "Halt den Mund, wenn du leben willst, wenn du nach (Saudi-)Arabien zurückkehrst." Türkische Sicherheitsdienste haben wiederholt regierungsfreundliche Medien des Landes benutzt, um Details zu dem Fall durchzustechen und den Druck auf Saudi-Arabien zu erhöhen.

Vertreter Saudi-Arabiens haben mehrere Anfragen der Nachrichtenagentur AP zu dem Fall in den vergangenen Tagen nicht beantwortet. In der Vergangenheit hat Saudi-Arabien bestritten, dass Khashoggi getötet wurde. Trump verglich den Fall mit den Vorwürfen sexueller Nötigung gegen den inzwischen an den Obersten Gerichtshof der USA berufenen Richter Brett Kavanaugh. "Da haben wir es schon wieder - man weiß, man ist schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist. Ich mag das nicht", sagte Trump. Im Fall Khashoggi sollte man "zuerst herausfinden, was passiert ist".

G7-Gruppe erhöht Druck auf Riad

Die Weltgemeinschaft erhöhte indes den Druck auf Riad. Die Außenminister der G7-Gruppe der führenden Wirtschaftsnationen mahnten eine gründliche, glaubwürdige und rasche Untersuchung durch das Königreich an. Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, verschob eine geplante Nahost-Reise, bei der sie an einer Investorenkonferenz in Saudi-Arabien teilnehmen wollte. Etliche Staatenlenker und Topmanager überdenken nach dem mysteriösen Verschwinden Khashoggis ihre Beziehungen zur saudi-arabischen Führung.

Ob er die Reaktionen anderer Länder auf den Fall unterstütze, könne er noch nicht sagen, sagte Trump. Doch werteten Beobachter sein Pochen auf die Unschuldsvermutung als Hinweis, dass er dem Königreich mehr Spielraum gewährt als andere Partnerländer. In Trumps Nahostpolitik spielt Saudi-Arabien eine zentrale Rolle. König Salman und Kronprinz Mohammed hätten jegliche Kenntnis über das Schicksal Khashoggis bestritten, betonte Trump.

Nach einem Gespräch mit dem König hatte er die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass ein auf eigener Faust handelnder "Killer" für den Tod des Journalisten verantwortlich sein könnte. Dieser "Eindruck" habe sich ihm bei dem Telefonat mit Salman aufgedrängt, sagte Trump.

Kritische Kolumnen über Kronprinz Mohammed

Khashoggi war am 2. Oktober verschwunden, nachdem er das saudi-arabische Konsulat in Istanbul betreten hatte. Er hatte unter anderem für die "Washington Post" kritische Kolumnen über Kronprinz Mohammed geschrieben. Türkische Behördenvertreter vermuten, dass er im Konsulat von einem 15-köpfigen Team umgebracht und zerstückelt wurde. Zuletzt berichtete ein hoher türkischer Staatsbediensteter von "gewissen Beweisen" für die Tötung des Journalisten in der diplomatischen Vertretung. Medienberichten zufolge bereitet das Königreich eine Erklärung vor, in der die Tötung des Journalisten eingeräumt wird. Doch hätten das weder der König noch der Kronprinz angeordnet.

Pompeo hatte am Dienstag den saudi-arabischen König Salman und Kronprinz Mohammed besucht. Vor seinem Abflug aus Riad sagte er, das Königreich habe eine "transparente Untersuchung" versprochen. Auf die Frage, ob diese Mitglieder der Königsfamilie einschließe, antwortete er: "Sie machten keine Ausnahmen im Hinblick darauf, wen sie zur Rechenschaft ziehen würden."

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