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Naturkatastrophen-Bericht 2019 - Stürme treffen vor allem Afrika und Asien

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Geringere Schäden, weniger Tote. Der Naturkatastrophenbericht der Munich RE fällt für 2019 im Vergleich zum Vorjahr positiver aus. Die Zahl schwerer Stürme nimmt aber zu.

Für Naturkatastrophen müssen Versicherungen viel Geld zahlen. Rückversicherungen, wie „Munich Re“ sichern diese ab, weshalb diese die Natur genauestens im Auge behalten – die Jahresbilanz.

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Bis heute haben sich weite Landstriche Mosambiks nicht von der Katastrophe erholt. Orte liegen in Ruinen, Felder sind verwüstet. "Tausende Menschen sind immer noch obdachlos, andere leben in den Zelten der Auffanglager", erklärte erst kürzlich Patricia Danzi vom Internationalen Roten Kreuz. Es fehle an Nahrung, Wasser und Medikamenten. Die Spätfolgen zweier heftiger Stürme, die das Land im Frühjahr 2019 mit Windgeschwindigkeiten von etwa 170 Kilometern in der Stunde heimgesucht und schwere Überschwemmungen ausgelöst haben. Durch den Zyklon Idai, dem stärkeren der beiden, starben im Südosten Afrikas mehr als 1.000 Menschen.

Dieses Video zeigt, welche Schäden dem Land zugefügt wurden:

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Idai war die schlimmste einzelne humanitäre Katastrophe des Jahres 2019, stellt der aktuelle Naturkatastrophen-Bericht des Rückversicherer Munich RE fest.

Weltweit rund 9.000 Tote durch Stürme und Fluten

Insgesamt ließen vor allem bei Stürmen und Fluten weltweit rund 9.000 Menschen ihr Leben, die meisten in Afrika und Asien. Die Schäden beziffert der Bericht auf rund 150 Milliarden US-Dollar. Damit fällt die Bilanz im Vergleich zu 2018 positiver aus: Damals starben noch 15.000 Menschen, der Schaden belief sich auf 186 Milliarden US-Dollar.

Ein Mann trägt zwei Kinder durch überflutete Straßen am 23.03.2019 in Mosambik
Ein Mann trägt zwei Kinder durch überflutete Straßen in Mosambik.
Quelle: reuters

Und auch längerfristig betrachtet fielen die finanziellen Schäden 2019 durchschnittlich aus, die Zahl der Toten lag sogar deutlich unter dem Schnitt: Zwischen 1989 und 2018 kamen jährlich bei Naturkatastrophen durchschnittlich mehr als 50.000 Menschen ums Leben. Die Experten der Munich RE führen den Rückgang auf eine weltweit deutlich bessere Vorbeugung gegen Naturkatastrophen zurück. Vor allem gelte das für die Vorwarnung und Evakuierung der Bevölkerung. Noch Anfang der 90er habe ein einzelner Zyklon in Bangladesch mehr als 100.000 Tote gefordert. Das sei heute dank besserer Technik "glücklicherweise viel unwahrscheinlicher".

Mehr Stürme mit starkem Regen - durch den Klimawandel

Allerdings: Ein deutliches Plus gibt es bei der Langzeitbetrachtung, was die Summe der einzelnen Katastrophen angeht. Zwischen 1989 und 2018 waren es im Schnitt 520, im letzten und vorletzten Jahr dagegen deutlich über 800. Der Bericht bestätigt damit, was Wissenschaftler, zum Beispiel die des Weltklimarates (IPCC), schon länger feststellen: Die Zahl von Extremwetterereignissen nimmt weltweit durch den Klimawandel zu. "Insbesondere häufen sich Wirbelstürme mit extremen Niederschlägen, so wie 2019 Hagibis in Japan oder 2017 Hurrikan Harvey in den USA", sagt Ernst Rauch, Chef-Klima- und Geowissenschaftler von Munich Re.

Taifun «Hagibis» hat in Japan mehr als 50 Todesopfer gefordert.
Taifun "Hagibis" hat in Japan mehr als 90 Todesopfer gefordert.
Quelle: Uncredited/Kyodo News/dpa

Der Taifun Hagibis, der im letzten Oktober über Japan hinweggezogen ist, wird im Bericht als Naturkatastrophe mit den größten Schäden im Jahr 2019 gelistet: 17 Milliarden US Dollar. Der Sturm löste in den Präfekturen Miyagi und Fukushima Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Mehr als 90 Menschen kamen ums Leben. Aber auch in Europa gab es vor allem durch Gewitterstürme große Schäden - wenn diese auch bei Weitem nicht so katastrophal ausfielen wie in Afrika oder Asien.

Schäden durch Hagelstürme - nur ein Drittel der Schäden versichert

Hagelkörner, teilweise so groß wie Orangen, zerschmetterten im Juli an der Adria Autos und Dächer, verletzten auch Menschen. Rund um München richtete im Juni ein Hagelsturm einen Schaden von fast einer Milliarde US-Dollar an. "Hagelschläge sind regional begrenzt, können aber extreme Schäden verursachen und Menschenleben gefährden", sagt dazu Rauch. "Neuere wissenschaftliche Untersuchungen lassen erwarten, dass Hagelgewitter in vielen Regionen durch den Klimawandel zunehmen." Deshalb müssten Frühwarnsysteme weiter verbessert und widerstandsfähigere Baumaterialien verwendet werden.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen lassen erwarten, dass Hagelgewitter in vielen Regionen durch den Klimawandel zunehmen.
Ernst Rauch. Munich Re

Ein großes Problem: Nur etwa ein Drittel der 2019 weltweit entstandenen Schäden war versichert. In Europa oder in Ländern wie Japan und den USA ist die Schadensabdeckung recht hoch, in Afrika und weiten Teilen Asiens dagegen liegt sie bei weniger als fünf Prozent. Der aktuelle Naturkatastrophen-Bericht fordert deshalb Versicherungslösungen für arme Länder. Private und internationale Initiativen dazu gibt es bereits.

Lösungen für arme Länder

Auf der Weltklimakonferenz in Madrid hat die Bundesregierung erst im Dezember den Plan für einen "Natural Desaster Fund Deutschland" vorgestellt, an dem auch Versicherer beteiligt sind. Er soll helfen, ärmere Länder künftig besser gegen die Folgen des Klimawandels abzusichern. Das scheint bitter nötig. In Mosambik entspricht der Schaden durch Zyklon Idai laut Bericht etwa einem Zehntel der Wirtschaftsleistung. Der Sturm stürzte das arme Land in eine Krise, von der es sich wohl lange nicht erholen wird.

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion.

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