Baut Nordkorea Raketenanlage wieder auf?

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Verdächtige Beobachtungen - Baut Nordkorea Raketenanlage wieder auf?

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Reaktion auf den gescheiterten Gipfel zwischen Trump und Kim Jong Un? Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass Nordkorea eine wichtige Raketenanlage wieder aufbauen könnte.

Raketen-Test in Nordkorea, aufgenommen am 06.03.2017 in Tongchang Ri (Nordkorea)
Raketen-Tests in Nordkorea.
Quelle: KCNA via KNS/AP Images

Nordkorea baut Berichten zufolge Teile einer Anlage für Langstreckenraketen wieder auf, die im Zuge von Abrüstungsmaßnahmen im vergangenen Jahr demontiert wurden. Entsprechende Erkenntnisse habe der südkoreanische Geheimdienstdirektor Suh Hoon Abgeordneten in privater Runde mitgeteilt, meldete die südkoreanische Zeitung "JoongAng Ilbo".

Auch US-amerikanische Experten hätten verdächtige Aktivitäten auf der Soha-Anlage (auch als Raketenstartgelände Tongchang Ri bekannt) registriert. Satellitenaufnahmen könnten darauf hindeuten, dass Pjöngjang die Anlage wieder aufbauen wolle, berichtete das in Washington ansässige Zentrum für strategische und internationale Studien (CSIS). Auch die auf Nordkorea spezialisierte Webseite "38 North" verwies auf Satellitenbilder und berichtete, dass Strukturen auf der Sohae-Startrampe zwischen dem 16. Februar und dem 2. März wieder aufgebaut worden seien.

2018 stillgelegt

Von der im Westen Nordkoreas gelegenen Anlage aus waren 2012 und 2016 Trägerraketen mit Satelliten gestartet. Im August 2018 wurde sie im Zuge der Annäherung zwischen Nordkorea auf der einen Seite sowie Südkorea und den USA auf der anderen Seite stillgelegt.

Die nun registrierten Aktivitäten könnten laut dem CSIS-Zentrum ein Zeichen dafür sein, dass Nordkorea nach dem Scheitern des Gipfeltreffens von Hanoi "Entschlossenheit" zeigen wolle. Dies deute darauf hin, dass die nun registrierten Aktivitäten "absichtlich und zielgerichtet" seien.

Gipfeltreffen gescheitert

Das Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi war vergangene Woche ohne Ergebnis abgebrochen worden. Es gelang keine Einigung im Streit um die Sanktionen gegen das international isolierte Nordkorea und die von den USA geforderte atomare Abrüstung.

Südkoreas Geheimdienstdirektor Suh sieht laut Berichten unterschiedliche Motive hinter den neuen Aktivitäten in der nordkoreanischen Raketenanlage. Die Führung in Pjöngjang könnte sich auf eine Wiederaufnahme von Versuchen mit Langstreckenraketen vorbereiten, falls die Atomverhandlungen völlig in sich zusammenfielen.

Andere Erklärung?

Möglich sei aber auch, dass zusätzliche Konstruktionen gebaut würden, um die Anlage Tongchang Ri dann in einer dramatischen Aktion in die Luft sprengen zu können, wenn im Falle erfolgreicher Gespräche mit den USA amerikanische Inspekteure nach Nordkorea kämen. Auf diese Weise könnte Pjöngjang nach außen hin seinen Willen zur nuklearen Abrüstung bekunden.

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