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68. Filmfestspiele - Berlinale spiegelt den Zeitgeist wider

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Countdown für die 68. Berlinale - am Abend startet das Filmfestival mit der Eröffnungs-Gala und erstmals mit einem Animationsfilm. Allgegenwärtig dieses Jahr: die #MeToo-Debatte.

Am Donnerstagabend startet die 68. Berlinale. 19 Filme gehen ins Rennen. "Isle of Dogs" von Regisseur Wes Anderson wird das Festival eröffnen.

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Beim größten internationalen Filmfestival spielt 2018 besonders eins der aktuellen Themen, die Debatte um #MeToo eine unübersehbare Rolle. Zwar gibt es auf der Berlinale keinen Film über Weinstein und Co., aber Macht und (sexueller) Machtmissbrauch, Ausgrenzung und Diskriminierung sind immer wieder im Fokus.

Nicht um zu verzweifeln oder zu resignieren, sagt Festivaldirektor Dieter Kosslick, sondern "um neue Perspektiven zu finden, unerwartete Sichtachsen im verwirrenden Dickicht der Gegenwart" und uns manches Mal sogar "mit einem Gefühl des Optimismus aus dem Kino gehen zu lassen". Dabei ist die Berlinale in den letzten Tagen durch die Teilnahme des inkriminierten koreanischen Regisseurs Kim Ki-duk  im Panorama selbst in die #MeToo-Schlagzeilen geraten.

 19 Filmpremieren im Bären-Wettbewerb

Eröffnet werden die Filmfestspiele zum ersten Mal mit einem Animationsfilm mit "Isle of Dogs - Ataris Reise" des US-Regisseurs Wes Anderson. Er ist bereits zum vierten Mal im Wettbewerb der Berlinale vertreten. Anderson erzählt die Geschichte eines Jungen, der auszieht, um seinen mit anderen Hunden nach "Trash Island" verbannten Liebling zu suchen.

Vier Filme im Wettbewerb sind aus Deutschland. Zwei Filme widmen sich in sehr unterschiedlicher Weise dem Flüchtlingsthema: In "Transit" verlegt Christian Petzold Motive von Anna Seghers' Exilroman (1941-1942) in das Marseille von heute. Ebenfalls vertreten ist Markus Imhoof mit seinem persönlich motivierten Dokumentarfilm "Eldorado".

Große Erwartungen gibt es an den Film "Drei Tage in Quiberon" von Emily Atef: Marie Bäumer spielt darin Romy Schneider in einer der schwierigsten Zeiten ihres Lebens im Frühjahr 1981 bei einer Foto- und Interviewsession, anderthalb Jahre, bevor sie starb. Als möglicher Anwärter auf einen Berlinale-Bären gilt auch das Attentatsdrama "Utøya 22. Juli" von Regisseur Erik Poppe - eine filmische Rekonstruktion des Massakers auf der norwegischen Ferieninsel Utoya, bei dem der Rechtsextremist Anders Breivik 69 Menschen erschoss, vor allem Jugendliche.

Viele Regie-Stars dabei

Große, schon vielfach preisgekrönte Regisseure sind wieder dabei, etwa Gus Van Sant mit "Don't Worry, He Won't Get Far on Foot" (USA) und Steven Soderbergh mit "Unsane", der zum ersten Mal einen mit Handykameras gedrehten Spielfilm präsentiert.

Auch bei den Darstellern reicht das spannende Spektrum von Isabelle Huppert in "Eva" als geheimnisvolle Edelprostituierte bis zum deutschen Shooting-Star Franz Rogowski, der gleich in zwei Wettbewerbsfilmen die Hauptrolle spielt: "In den Gängen" von Thomas Stubner und in "Transit" von Christian Petzold.

Schwerpunkt "Frauen und Film"

Ein Schwerpunkt der Berlinale ist "Frauen und Film" - sekundiert von einem eigens produzierten "Nein heißt Nein!"-Trailer, des Starts der Internet-Plattform "Speak Up" von Daniela Elsner und einer eigens eingerichteten Stelle für Beratungen in aktuellen Fällen. Auch mit Diskussionen zum Thema "Sexuelle Belästigung in Film, Fernsehen und Theater" widmet sich die Berlinale der #MeToo-Debatte.

Wie jedes Jahr werden am Berlinale-Palast viele Stars erwartet, neben berühmten deutschen Stars unter anderen Emma Watson und Robert Pattinson, Bill Murray, Jeff Goldblum, Gael Garcia Bernal und Tilda Swinton. Ob und wie viel Schwarz bei der Eröffnungsgala getragen wird, bleibt spannend. Bei der Verleihung der "Golden Globes" im Januar waren viele Stars in Schwarz erschienen - aus Solidarität mit Opfern sexueller Belästigung in Zeiten der Bewegungen #MeToo und #TimesUp.

Drei Frauen und drei Männer entscheiden bei der diesjährigen Berlinale über die Vergabe der begehrten Bären-Preise - unter ihnen sind Tom Tykwer und Cecile de France die bekanntesten Gesichter. William Dafoe kommt zu Hommage und Ehrenbär am 20. Februar.

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