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Momper: Fast kompletter Mauerabriss war okay

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Berliner Ex-Bürgermeister - Momper: Fast kompletter Mauerabriss war okay

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Nur noch an wenigen Orten in Berlin stehen noch Teile der Mauer. Berlins Ex-Bürgermeister Momper bedauert nicht, dass so viele Teile der Mauer abgetragen wurden. Im Gegenteil.

Berliner Ex-Regierungschef Walter Momper.
Berliner Ex-Regierungschef Walter Momper.
Quelle: Christoph Soeder/dpa

Berlins früherer Bürgermeister Walter Momper (SPD) bedauert nicht, dass nach dem Fall der Mauer nur wenige Teile des Betonwalls stehen blieben. "Ob richtig oder falsch - der Maßstab war das Wollen der Berliner, und die wollten das Ding weg haben", sagte Momper.

Die Frage, ob authentische Zeugnisse der Teilungsgeschichte bewahrt werden sollen, habe sich damals für ihn nicht gestellt. Diese Diskussion sei erst viel später aufgekommen. Die DDR habe entschieden, die Mauer abzutragen.

"Das haben die ja gemacht und hatten damit auch Arbeit und Beschäftigung", erinnerte sich der 74-Jährige. DDR-Pioniertruppen hätten relativ schnell die Mauer abgerissen. "Und dann war sie weg - zur großen Freude der Berliner."

Momper für "Museum des Kalten Krieges"

So wie das jetzt ist, find ich das okay.
Walter Momper, Berlins Ex-Bürgermeister

Die wenigen erhaltenen Mauerstücke wie das nahe dem Abgeordnetenhaus seien hinreichend. "So wie es jetzt ist, find ich das okay", so Momper. Auch zur Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße gehören originale Beton-Elemente. Auch ein Pflasterstreifen zeichnet den einstigen Mauerverlauf nach. Gerade Berlin-Touristen suchen nach mehr Mauer zum Anfassen.

Im Streit um die Neugestaltung am Checkpoint Charlie, dem einstigen Grenzkontrollpunkt in der Friedrichstraße, sah Momper kein Ende. "Das unsägliche Provisorium" werde wohl noch lange bleiben. "Ich glaube, die kriegen das nicht mehr hin", sagte der einstige Politiker mit Blick auf die rot-rot-grüne Koalition.

Kritiker bemängeln, dass das historische Areal zu einer Art Disneyland verkommt, samt nachgebauter Kontrollbaracke und privatem Mauermuseum. "Ein Museum des Kalten Krieges ist das mindeste, was da hin muss", betonte Momper. Er schätzte, dass sich neue Verhandlungen mit dem Investor über Jahre hinziehen könnten.

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