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Politiker entsetzt über Morddrohungen gegen Özdemir und Roth

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Rechtsextremisten-Netzwerk - Politiker entsetzt über Morddrohungen gegen Özdemir und Roth

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"Hochproblematische Verrohung" und "vergiftetes Klima": Politiker haben parteiübergreifend bestürzt auf die Morddrohungen gegen die Grünen-Politiker Özdemir und Roth reagiert.

Cem Özdemir
Cem Özdemir wurde mitgeteilt, dass er ganz oben auf der Todesliste der "Atomwaffen Division Deutschland" stehe.
Quelle: dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sprach in der "Süddeutschen Zeitung" von einer "hochproblematischen Verrohung unserer Gesellschaft". Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch bezeichnete die Drohungen in der "Welt" als "Folge eines vergifteten gesellschaftlichen Klimas".

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die beiden ehemaligen Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir und Claudia Roth von einem als gefährlich eingestuften Rechtsextremisten-Netzwerk mit dem Tode bedroht werden.

Claudia Roth und Cem Özdemir (Archivbild)
Von 2008 bis 2013 führten Roth und Özdemir die Grünen gemeinsam (Archivfoto von 2013).
Quelle: imago

Gesetze gegen rechts schnell umsetzen

Bartsch rief angesichts der Morddrohungen zu einem konsequenten Kampf gegen Rechtsextremismus auf. Dieser sei jahrelang vernachlässigt worden, kritisierte der Linken-Politiker. Auch die Grünen-Politikerin Renate Künast forderte die Regierungskoalition dazu auf, sich stärker auf die rechtsextreme Bedrohung zu konzentrieren. "Dass Rechtsextreme Morddrohungen auch in die Tat umsetzen, haben wir mit dem Mord an Walter Lübcke und in Halle gesehen", sagte Künast der "Welt". Die Autoren solcher Drohungen müssten "mit allen Mitteln ausfindig gemacht und bestraft werden".

Der Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU) sagte der Zeitung, die Bundesregierung werde "alles daran setzen", dass ihr jüngst auf den Weg gebrachtes Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus "rasch vom Parlament beschlossen wird". Einschüchterungsversuchen von Extremisten müsse "mit ganzer Entschlossenheit und auch Härte entgegengetreten werden", sagte Frei.

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz vorgestellt.

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Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Konstantin Kuhle, nannte die Häufung von Drohungen und Angriffen auf Personen des öffentlichen Lebens in der Zeitung "dramatisch". Die Gesellschaft dürfe sich nicht an solche Vorfälle gewöhnen, mahnte Kuhle. "Politiker dürfen kein Freiwild werden."

Drohung von "Atomwaffen Division Deutschland"

Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe hatten am Samstag aus Droh-Mails der Gruppierung "Atomwaffen Division Deutschland (AWD)" an die beiden Grünen-Politiker zitiert. Özdemir wurde mitgeteilt, sein Name stehe ganz oben auf der Todesliste. An Roth schrieb die Gruppe demnach: "Sie sind zurzeit Platz zwei auf unserer Abschussliste."

Eine rechtsextremistische Gruppe "Atomwaffen Division" (AWD) ist in den USA bekannt. Dort gilt sie als extrem gewaltbereit. Seit einigen Monaten häufen sich die Hinweise auf einen deutschen Ableger der Organisation.

Mehr Pflichten für Online-Netzwerke

Als Konsequenz aus dem Anschlag von Halle und den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hatte die Bundesregierung vergangene Woche ein Maßnahmenpaket gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus beschlossen. Eine der wichtigsten Neuregelungen betrifft dabei Internetunternehmen: Online-Netzwerke sollen verpflichtet werden, strafbare Inhalte künftig aktiv den Sicherheitsbehörden zu melden und gegebenenfalls auch die IP-Adresse der Nutzer herauszugeben. Aggressive Beleidigungen und Hetze im Netz sollen härter bestraft werden können.

Gemäß der Kabinettsvorlage soll auch das Waffenrecht verschärft werden, zudem ist ein besserer Schutz von Kommunalpolitikern und zivilgesellschaftlich engagierten Bürgern vor Hass und Hetze vorgesehen. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte an, einen Gesetzentwurf bis Jahresende vorzulegen.

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