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Digitaler Assistent - Betreutes Fahren

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Das Auto wird zum mobilen Home Office, zum dritten Lebensbereich neben Wohnung und Büro. Dafür sorgen Assistenz-Apps, die sich um alle Wünsche des Fahrers kümmern sollen. Doch diese Apps reißen massive Sicherheitslücken auf.

Zukunft erleben, so lautet das Motto der Internationalen Automobilausstellung, die diese Woche in Frankfurt eröffnet wird. In Zeiten von Dieselskandal und drohenden Fahrverboten müssen die deutschen Automobilhersteller Alternativen präsentieren.

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In einem Punkt sind sich die Chefs der großen Automobilhersteller einig: Der PKW der Zukunft muss Fahrern und Beifahrern nicht nur Fahrkomfort, sondern eine hervorragende Lebens- und Arbeitsqualität bieten. Die Ansprüche daran sind hoch.

Bei gutem Wetter ein E-Bike

"Autonomes Fahren auf der Autobahn reicht da längst nicht aus", meint Thomas Kropf, Entwicklungsingenieur beim Automobilzulieferer Bosch. Beim Stau soll das intelligente Auto nicht nur so rechtzeitig von seinem Navigationssystem informiert werden, dass es auf eine alternative Strecke ausweichen kann. Es soll auch für alternative Verkehrsmittel sorgen.

"Bei Stop and go auf dem Innenstadtring bucht das Assistenzsystem bei gutem Wetter ein E-Bike, fährt zur nächsten Station, und der Fahrer kann umsteigen", skizziert Bosch-Chef Volkmar Denner das Szenario des persönlichen digitalen KFZ-Assistenten.

Die Auto-Apps kümmern sich um alles

Solche Funktionen werden schon in wenigen Monaten verfügbar sein. Etwas länger wird es noch dauern, dass der persönliche KFZ-Assistent dann das Auto zum Ort des Geschäftstermins fahren lässt, wo der Autobesitzer das E-Bike dann wieder gegen seinen PKW tauschen kann.

Fährt der Autobesitzer nach seinem Termin nach Hause, kündigt das Assistenzsystem dem smarten Heim die voraussichtliche Ankunftszeit des Wohnungsinhabers an und sorgt für größtmögliche Behaglichkeit in der Wohnung - Raumklima und Badewassertemperatur inklusive.

Das Assistenzsystem parkt das Auto selbsttätig ein und findet auch im vielgenutzten Parkhaus den vorgebuchten Platz auf Anhieb. Während der Fahrt sortieren die Assistenz-Apps die einkommende Mail nach Wichtigkeit und lesen sie dem "Auto-Bewohner" vor.

Überhol-Assistenten vermeiden Unfälle

Der Fahrer kann die Antwort-Mails gleich diktieren und nebenher das günstigste Angebot für den nächsten Wochenendtrip nach London heraussuchen lassen. "Gleichzeitig kommuniziert die Überholassistenz, an alle umliegenden Fahrzeuge einen Spurwechsel, weil das Auto überholen will", spinnt Entwicklungsingenieur Thomas Kropf das Szenario weiter fort.

Doch um all das tun zu können, müssen viele Apps im Auto installiert sein. "Das ist mit dem Smartphone vergleichbar", meint Kropf. Der Fahrer braucht für jede Aktion die richtige App, egal ob er ein E-Bike mieten, einen Flug buchen oder ein Hotelzimmer bestellen will.

Diese vielen Apps sitzen in ganz unterschiedlichen Systemen des intelligenten Autos und tauschen mit vielen anderen Apps und Computersystemen unglaublich viele Daten aus. "Je mehr Apps im Auto installiert sind, je mehr Computer miteinander kommunizieren, desto größer wird das Sicherheitsrisiko", meint Sicherheitsberater Sebastian Schreiber aus Tübingen.

Apps machen das Auto angreifbar

Er hat auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt gerade gezeigt, wie leicht eine elektronische Achse oder ein Motorsteuerungssystem gehackt werden kann. Zugang zu sicherheitskritischen Systemen des Autos können sich Hacker über die Apps für persönliche Assistenzsysteme leicht verschaffen.

"Das ist bei modernen Autos, die viele digitale Assistenzfunktionen anbieten, eine Riesengefahr", meint Sicherheitsexperte Schreiber. Die Automobilindustrie hat hier großen Nachholbedarf, um solche Systeme besser abzusichern.

"Die herkömmlichen Sicherheits-Echtzeitanwendungen aus der Industrie können nicht eins zu eins auf den Automobilbereich übertragen werden; sie müssen angepasst werden", zeigt Sebastian Schreiber das Problem auf. Immerhin hat sich auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt gezeigt, dass die großen Hersteller diese Sicherheitsprobleme sehr ernst nehmen.

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