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Merkel-Nachfolge - CDU-Parteivorsitz: Wer im Rennen ist

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Bislang gibt es drei offizielle Kandidaten für den CDU-Vorsitz - Annegret Kamp-Karrenbauer, Friedrich Merz und jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Die offiziell nominierten Kandidaten

Der Jurist und Finanzexperte Friedrich Merz. Archivbild
Der Jurist und Finanzexperte Friedrich Merz (Archivbild). Quelle: Marius Becker/dpa
  • Friedrich Merz: Der 62-Jährige brachte sich unmittelbar nach Bekanntwerden von Merkels Verzicht auf den Parteivorsitz als Kandidat ins Spiel. Das hat einen Hintergrund. Merkel - damals Parteivorsitzende - hatte Merz 2002 von der Spitze der Unionsfraktion verdrängt. Das hat bei Merz offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen. Der Finanzexperte und Wertkonservative steht für eine Debatte über eine deutsche Leitkultur. Ihm dürfte - wie auch anderen Vertretern des konservativen Parteiflügels - die Sozialdemokratisierung der CDU unter Merkel bitter aufgestoßen sein. Merz zog sich nach der Niederlage gegen Merkel aus dem Bundestag zurück und ist seither als Rechtsanwalt tätig. In Erinnerung ist sein Steuerkonzept geblieben, das mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte.
  • Merz ist mit einer Richterin verheiratet und hat drei Kinder.
Annegret Kramp-Karrenbauer
Annegret Kramp-Karrenbauer Quelle: reuters
  • Annegret Kramp-Karrenbauer: Auch die Kandidatur der CDU-Generalsekretärin wurde schon früh bekannt. Der 56-Jährigen geben viele in der Partei die besten Chancen, Merkel zumindest als Parteichefin zu beerben. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin gilt als Favoritin der Kanzlerin. Kramp-Karrenbauer hatte Merkel beeindruckt, als sie vor der Bundestagswahl 2017 aus fast aussichtsloser Position die Landtagswahl an der Saar mit einem deutlichen Plus noch gewann.
  • Die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern hat sich in den vergangenen Monaten bei einer sogenannten Zuhör-Tour viel Sympathie an der Parteibasis erworben. Zugleich grenzte sie sich mit mehreren Äußerungen auch von Merkel ab - beispielsweise als sie davon sprach, dass die Partei wieder mehr Feuer brauche, wenn sie auch jüngere Menschen ansprechen wolle.
Jens Spahn
Jens Spahn Quelle: Kay Nietfeld/dpa
  • Jens Spahn: Als dritter prominenter Kandidat ist jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn offiziell im Rennen um den CDU-Bundesvorsitz. Spahns Heimatverband, die CDU im münsterländischen Borken, nominierte ihn einstimmig. Der ehrgeizige Gesundheitsminister aus dem westfälischen Ahaus hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als konservativer Kritiker der Kanzlerin profiliert. Ihm wird parteiintern angekreidet, dass er mit Äußerungen etwa in der Flüchtlingspolitik zu stark polarisiert habe. Wer als Kandidat die Mehrheit eines Parteitages auf sich vereinen wolle, müsse alle Flügel integrieren, sagen Kritiker.
  • Nachdem Merkel bei der Bildung ihres vierten Kabinetts an Spahn nicht mehr vorbeigekommen war, konzentriert sich der 38-Jährige vor allem auf die Sachpolitik - das wird auch von seinen Kritikern anerkannt. Spahn kämpft allerdings auch nach Ansicht von Parteifreunden damit, dass er zwar noch jung, aber kein wirklicher Neuling im Bundestag ist: Er gehört dem Parlament bereits seit 2002 an.

Wer sich noch bewirbt

Außerdem haben noch andere Mitbewerber ihren Hut in den Ring geworfen - und zum Teil auch schon wieder zurückgenommen. Ihre Namen werden von der CDU nicht bestätigt, dort konzentriert man sich auf die offiziell nominierten Kandidaten. Offenbar treten neben Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn noch acht weitere Bewerber an. Im Rennen sind wohl der Marburger Unternehmer Andreas Ritzenhoff, Jura-Student Jan-Philipp Knoop, der Hamburger Detlef Felix Hartmann, Friedhelm Kölsch aus Essen, Jörg Paulusch, Ortsvorsteher im sächsischen Hirschbach, Sabine Herrenbruch, Christian Fleisinger aus Simmern im Hunsrück und Norbert Stegner. Bewerben kann sich um den Parteivorsitz allerdings jeder, der ein Parteibuch hat. Erst mit der Nominierung werden die Bewerber zu ernstzunehmenden Kandidaten.

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