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Frontal-21-Recherche zu Amri - Mehrere V-Leute im Umfeld des Berlin-Attentäters

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Ein V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes hatte Kontakt zum engsten Umfeld des Berliner Attentäters Anis Amri. Das haben Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 ergeben.

Der Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen hatte behauptet, der Attentäter vom Breitscheidplatz Amri, habe nie Kontakt zu einem V-Mann gehabt. Daran bestehen jetzt Zweifel. In der Fussilet-Moschee hat Amri verkehrt, dort gab es wohl einen V-Mann.

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Anders, als bislang angenommen, hatten Behörden sogar mehrere V-Männer - im Jargon des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) so genannte "Quellen" - im Umfeld des Attentäters vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, platziert.

Zweifel an Maaßen-Aussagen

BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen hatte zwar stets beteuert, seine Behörde habe "keine eigenen Erkenntnisse" zu Amri und keine eigenen V-Leute in dessen Umfeld gehabt. Der Verfassungsschutz muss aber einen V-Mann im Umfeld der Berliner Fussilet-Moschee gehabt haben, in der Anis Amri spätestens ab Februar 2016 regelmäßig verkehrte. So lieferte das Bundesamt nach Recherchen von Frontal 21 zum Beispiel Erkenntnisse über ein Islam-Seminar, das am 1. August 2015 in der Moschee stattfand.

Auch die ARD berichtet jetzt, das BfV sei im Umfeld der Fussilet-Moschee operativ tätig gewesen. Eine Quelle habe dort "nachrichtendienstliche Aufklärung hinsichtlich eines Teils des den Berliner Moscheeverein Fussilet frequentierenden salafistisch-dschihadistischen Personenpotenzials" betrieben. Verfassungsschutzchef Maaßen habe den V-Mann-Einsatz in der Fussilet-Moschee aber verheimlichen wollen: "Ein Öffentlichwerden des Quelleneinsatzes gilt es schon aus Quellenschutzgründen zu vermeiden" und "ein weiteres Hochkochen der Thematik muss unterbunden werden", zitiert das ARD-Magazin Kontraste einen Sprechzettel für BfV-Chef Maaßen vom 24. März 2017.

Berliner Verfassungsschutz-Spitzel wegen Straftaten abgesetzt

Im Umfeld des späteren Attentäters hatten aber gleich mehrere Behörden Spitzel platziert. So hatte ein V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes nach Recherchen von Frontal 21 Kontakt zu Habib B. aus Amris' engstem Umfeld. Der V-Mann Emanuel P. war an der Schleusung eines Jugendlichen in das syrische Kampfgebiet beteiligt und wurde vom Verfassungsschutz wegen dieser Straftaten abgeschaltet.

Eine weitere "Quelle in Erprobung" - also ein neu eingesetzter V-Mann - beobachtete im Auftrag des Berliner Verfassungsschutzes die Gruppe um Amri im April 2016 vor der Fussilet-Moschee. Dort filmte der Berliner Geheimdienst Amri auch noch im Oktober 2016, wenige Wochen vor seinem Terroranschlag.

Auch BKA verwickelt

Ein V-Mann des LKA Nordrhein-Westfalen fuhr Anis Amri am 23. Februar 2016 von Dortmund zur Berliner Fussilet-Moschee. Ein BKA-Zuträger hatte Zugang zu einer Gruppe von tunesischen Islamisten. Zur Gruppe um Sabri S., die im Oktober 2014 nach Deutschland gekommen waren, gehörte auch Amris' Vertrauter Bilel ben A.

Die Ermittler erfuhren "durch Einsatz einer V-Person ...durch das BKA", dass "Sabri S. im Raum Berlin interessierte Personen im ideologischen Sinne des IS für einen Einsatz im syrisch-irakischen Krisengebiet vorbereiten/trainieren soll", heißt es in den Ermittlungsakten der Bundesanwaltschaft, die Frontal 21 einsehen konnte. Nachrichtendienste hatten also schon ab 2013 Quellen in Islamisten-Gruppen, die sich später als das Netzwerk Anis Amris erwiesen.

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