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Online-Rechtsportal darf weiter Mietern helfen

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BGH-Urteil - Online-Rechtsportal darf weiter Mietern helfen

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Internetportale wie wenigermiete.de klagen im Auftrag von Verbrauchern. Ein Geschäftsmodell, das rechtens ist - das hat der Bundesgerichtshof nun entschieden.

Mieter können sich mit Hilfe von Online-Dienstleistern wie Wenigermiete.de gegen Mieterhöhungen wehren – ohne einen Anwalt einzuschalten. Das entschied der Bundesgerichtshof.

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Mieter können sich mit Hilfe von Inkasso-Dienstleistern leichter gegen Mieterhöhungen wehren. Es verstößt nicht gegen das Gesetz, wenn registrierte Inkasso-Firmen Mietern für mögliche Zahlungsforderungen gegenüber dem Vermieter ihre Hilfe anbieten und - anders als bei einem Anwalt - nur im Erfolgsfall eine Vergütung verlangen, entschied am Mittwoch der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil (BGH) im Fall des Berliner Inkasso-Dienstleisters Lexfox.

Unverbindliche Prüfung im Angebot

Lexfox (früher Mietright) bietet auf seiner Internetseite www.wenigermiete.de eine unverbindliche Prüfung an, ob Mieter eine zu hohe Miete zahlen oder zu Unrecht eine Mieterhöhung erhalten haben. Mieter können hierfür auf der Internetseite einen kostenlos nutzbaren "Mietpreisrechner" nutzen und dabei erste Hinweise erhalten, ob etwa der Vermieter gegen eine bestehende Mietpreisbremse verstoßen hat. Wird Lexfox damit beauftragt, Zahlungsforderungen beim Vermieter außergerichtlich durchzusetzen, verlangt das Unternehmen nur im Falle des Erfolges vom Mieter eine Vergütung in Höhe eines Drittels "der ersparten Jahresmiete". "Das heißt: Keine Vorabzahlung wie beim Anwalt", wirbt das Unternehmen auf seiner Homepage.

Überhöhte Miete verlangt

Im Streitfall hatte ein Berliner Mieter gerügt, dass sein Vermieter, eine Wohnungsbaugesellschaft, eine überhöhte Miete verlangt und sich nicht an die vorgeschriebene Mietpreisbremse hält. Der Mieter trat seine Forderungen an den Inkasso-Dienstleister Lexfox ab, der seine Ansprüche durchsetzen sollte. Der Vermieter hielt die Beauftragung von Lexfox als Inkasso-Dienstleister für nichtig. Lexfox erbringe eine Rechtsberatung, für die das Unternehmen nicht qualifiziert sei. Nur mit entsprechender Erlaubnis dürften solche Rechtsdienstleistungen erbracht werden. Dies sei etwa bei Anwälten der Fall.

Ähnlich hatte sich in dem Fall auch die Rechtsanwaltskammer Berlin positioniert. Doch der BGH urteilte, dass das Angebot von Lexfox noch nicht gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz verstößt. Als registrierter Inkasso-Dienstleister habe Lexfox ausreichend Sachkunde, um außergerichtlich Zahlungsforderungen geltend machen zu können. Die gesetzlichen Bestimmungen seien hier weit auszulegen.

Aktenzeichen: AZ: VIII ZR 285/18

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