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Kunst knipsen und posten? - BGH: Museen dürfen Verbote aussprechen

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Museen können Besuchern verbieten, Gemälde zu fotgrafieren und sie ins Netz zu stellen. Sagt der BGH. Mit Abbildungen historischer Kunstwerke darf nicht jeder machen, was er will.

Frau fotografiert ein Gemälde in einem Museum
Frau fotografiert ein Gemälde in einem Museum
Quelle: imago

Es geht nicht darum, kostbare Gemälde vor Blitzlicht zu schützen, sondern um die Rechte an den Bildern – speziell an solchen, die nach 70 Jahren nicht mehr den Schutz des Urheberrechts genießen. Die Künstler oder ihre Nachkommen können also keine Ansprüche mehr stellen. Trotzdem verbietet das Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum seinen Besuchern, Gemälde zu fotografieren und die Bilder online zu verbreiten. 

Kulturelles Erbe der Menschheit

Die Museumsverwaltung klagte gegen einen Kunstfreund, der Bilder aus der ständigen Ausstellung bei Wikipedia verbreitet hatte. Das will man ihm verbieten – obwohl der Mann kein Geld damit verdient. Die Fotos hatte  er teilweise selbst gemacht, teils hatte er sie dem Museumskatalog entnommen. Wikipedia sagt: Bilder, die in öffentlichen Museen hängen,  seien ein kulturelles Erbe der Menschheit – jeder dürfe sie weiterverbreiten. Ein Museum sei dazu da, die Kunst möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Wenn andere dabei helfen, sei das kein Problem.

Geschäfte ohne Gegenleistung

Ganz anders die Perspektive der Museumsleitung: Sie fand heraus, das andere mit den im Internet verbreiteten Bildern Geld verdienen. Ein im Mannheimer Museum hängendes Porträt Richard Wagners habe man im Wagner-Jahr 2013 auf Tellern, Krawatten und anderen Merchandising-Produkten wiedergefunden. Die Firmen, die solche Produkte verkaufen, sollen das Wagner-Porträt aus dem Netz heruntergeladen haben. Die Museumsleute sehen nicht ein, dass sie mit hohem Kostenaufwand ein Gemälde konservieren, pflegen und ausstellen, während andere damit Geschäfte machen, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Abbildungen aus dem Museumskatalog sollen ebenfalls nicht von Unbefugten ins Netz gestellt werden dürfen. Mit diesen Bildern habe sich ein Fotograf viel Arbeit gemacht. Wer solche Katalog-Fotos von Gemälden im Internet verbreite, betrüge damit den Fotografen um sein Honorar.

BGH gibt Museum recht

Der Bundesgerichtshof sagt: Museen müssen es nicht hinnehmen, das Geschäftemacher von ihrer Arbeit profitieren, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Und weil die Veröffentlichung von Bildern im Internet die kommerzielle Verwertung ermöglicht, kann ein Museum  die Verbreitung im Netz untersagen. Fotografierverbote sind einzuhalten - ohne wenn und aber.  

  

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