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Rekord-Ergebnis - Lufthansa im Höhenflug

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Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr das beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte erzielt. Im laufenden Jahr wird es nicht ganz so hoch hinausgehen.

Boeing 747-8 der Lufthansa.
Boeing 747-8 der Lufthansa.
Quelle: Lufthansa/dpa

"Das Jahr 2017 war für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre ein sehr gutes Jahr", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Vorlage der Jahresbilanz.

2,4 Milliarden Euro Gewinn

So flog die Lufthansa im vergangenen Jahr ein bereinigtes operatives Ergebnis von knapp drei Milliarden Euro ein, 70 Prozent mehr als 2016. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von fast 2,4 Milliarden Euro, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Dabei profitierte die Fluggesellschaft noch nicht von der Insolvenz des Wettbewerbers Air Berlin. "Die Flugzeuge waren zwar voll wie nie", sagte Spohr. Aber auch die Kosten etwa für die zusätzlichen Jumbos auf den Strecken nach Berlin als auch für die Piloten seien höher gewesen.

Auch für das laufende Jahr erwartet er noch keinen Ergebnisbeitrag aus der Übernahme der Air-Berlin-Flugzeuge.  Erst 2019 soll sich der Effekt zeigen. Lufthansa hatte ja Air Berlin nicht übernehmen können, sondern nur deren Tochter LGW. Ein Kauf der für sie interessanteren Niki Airline war am Veto der Brüsseler Wettbewerbshüter gescheitert. Doch sind immerhin 77 der 144 Flugzeuge der Air Berlin als auch Besatzungen zum Lufthansa-Konzern gewechselt. 52 davon werden nun bei Eurowings eingesetzt. Die konnte ihre Stückkosten im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent senken, bis 2020 sollen sie sogar um ein Fünftel niedriger sein. Ein wichtiges Ziel, denn im Vergleich zu anderen Billig-Fluggesellschaften ist Eurowings noch zu teuer.

Einstellung von 8.000 Mitarbeitern geplant

2017 war das dritte Rekordjahr in Folge für Spohr, dessen Vertrag am Mittwoch für fünf weitere Jahre bis Ende 2023 verlängert worden war. Allerdings gab es auch einige Sondereffekte in der Bilanz. So zahlte sich die Tarifeinigung mit den Piloten aus. Eine halbe Milliarde Euro muss die Lufthansa nun nicht mehr für die Betriebsrenten der Piloten garantieren. In den kommenden Jahren sinken die Kosten allein deshalb um 150 Millionen Euro im Jahr, sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson. Er kündigte auch eine Dividendenerhöhung um 60 Prozent an - auf 80 Cent je Aktie. Auf dieser Höhe solle die Ausschüttung in den kommenden Jahren mindestens bleiben, versprach er. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa-Aktie mit einem Plus von 150 Prozent die beste Kursentwicklung im Dax hingelegt. Seither hat die Aktie jedoch um etwa ein Zehntel verloren – einige Anteilseigner nahmen Gewinne mit.

Im laufenden Jahr dürften die Gewinne nicht mehr so stark sprudeln wie 2017, weil die Treibstoffkosten steigen. Man werde dem aber mit Kostensenkungen begegnen, sagte Spohr, der deshalb nur mit einem leichten Rückgang beim Betriebsgewinn rechnet.  Vorstand und Mitarbeiter würden aber angesichts des Rekordjahrs nicht nachlassen, sondern nochmal drauflegen, versprach er. In den kommenden Jahren werde man die Qualität weiter erhöhen, die Kosten weiter senken und die Flotte weiter modernisieren. Im laufenden Jahr wolle man 8.000 Mitarbeiter einstellen

Kapazitäts-Erhöhung von 9,5 Prozent angepeilt

Die Kapazitäten kann die Fluggesellschaft im laufenden Jahr aber nicht wie gewünscht steigern. Denn zum einen gebe es nicht genügend Piloten am Markt, sagte Spohr. Zum anderen könne man wegen der Triebwerksprobleme beim A320 neo nicht genug Flugzeuge in Betrieb nehmen. So werde man die Kapazitäten statt um zwölf Prozent nur um 9,5 Prozent erhöhen können. Allerdings sei es ihm wichtiger, den Flugbetrieb stabil zu halten als zu schnell zu wachsen. Bescheiden gab sich Spohr auch im Hinblick auf Alitalia: Man werde nicht bei der EU-Kommission wegen der Alitalia-Übernahme drängeln: "Wir haben da im vergangenen Jahr genug Druck aus Brüssel bekommen." Allerdings will Lufthansa bei der weiteren Konsolidierung des Luftverkehrs ein gewichtiges Wort mitreden. Denn die werde weitergehen, ist er überzeugt.

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