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Bilanzpressekonferenz bei VW - Volkswagen blickt zuversichtlich in die Zukunft

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Eigentlich sollten die Zeiten des "größer, schneller, weiter" für Volkswagen erst einmal vorbei sein. Langsamer und nachhaltig, ehrlich und weniger arrogant sollte es werden. Nach dem guten Geschäftsjahr 2016 ist jedoch nicht nur die verordnete Zurückhaltung zu spüren.

"Die finanziellen Folgen sind noch nicht ausgestanden. Bei den technischen Innovationen schaut die Konzernspitze optimistisch nach vorne", berichtet ZDF-Reporter Peter Kunz aus Wolfsburg.

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Größer, schneller, weiter. Eigentlich sollten diese Zeiten für Volkswagen erst einmal vorbei sein. Lieber langsamer und nachhaltig, ehrlicher und weniger arrogant. Das war der Kulturwandel, der dem Konzern nach dem Schock der Dieselkrise von der eigenen Führung verordnet wurde. Grundsätzlich gilt diese "Roadmap" für den Automobilkonzern auch weiter.

Peter Kunz
Peter Kunz, Studioleiter im Landesstudio Hannover.

Aber tatsächlich hat VW im letzten Jahr das geschafft, was der 2015 zurückgetretene Vorstandschef und Rekordjäger Martin Winterkorn immer wollte: Volkswagen mit seinen 12 Marken ist jetzt tatsächlich der größte Autobauer der Welt, vor Toyota. Konzernchef Müller, der mit dem neuen Vergütungssystem in diesem Jahr auch zum ersten Mal freiwillig auf einen Großteil seines Gehaltes verzichtet, übt sich auf der Bilanzpressekonferenz in lobender Bescheidenheit: "2016 war für Volkswagen nicht das Schreckensjahr, das uns zunächst prognostiziert worden war."

Jeder zweite VW wird in China verkauft

Das Geld verdient Volkswagen nicht mehr mit Golf oder Passat. Die Kasse klingelt durch Porsche, Skoda und Audi. Außerdem könnte VW ohne den Blick nach Fernost kaum glänzen: Jeder zweite VW wird in China verkauft, und auch der Hunger der Chinesen nach bulligen Porsche Cayennes lässt sich weiterhin kaum stillen. Porsche fuhr im letzten Jahr ein Rekordergebnis ein.

China bleibt allerdings auch die große Unbekannte für die Navigation in die Zukunft. Die Volksrepublik baut ihre eigenen Kapazitäten bei Elektroautos und digitaler Mobilität massiv aus, während die Führung in Wolfsburg in Sachen Zukunftstechnik ebenfalls auf die Überholspur wechseln will. Wenn VWs Ertragspfeiler in China aber wackelt, weil Peking mit seiner rigiden Industriepolitik den deutschen Autobauer nicht mehr als treibenden Motor im Land sieht, dann wird es auch beim Betriebsergebnis enger.

Offensive in alle Richtungen

Volkswagen will sich auch deswegen wieder verbreitern. Das zuletzt schwache Lateinamerika-Geschäft soll mit neuen Modellen ein Tuning erfahren. Und auch für den durch das "Dieselgate" gebeutelten Markt Nordamerika gilt das Wort, das man in diesen Tagen zwischen Wolfsburg, dem Autosalon in Genf oder Investorenkonferenzen weltweit hört: "Offensive". Volkswagen will eine Produktoffensive starten, eine emotionale Offensive, regionale Offensiven, die Zukunftsoffensive bei digitaler und Elektromobilität.

Matthias Müller stellt am 6. März 2017 den Konzeptwagen Sedric vor
Konzeptwagen Sedric von Volkswagen Quelle: ap

"Auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt - Volkswagen ist wieder auf dem richtigen Weg", resümiert Vorstandschef Matthias Müller am Ende seines Berichtes über das vergangene Jahr. Beim Autosalon in Genf in diesen Tagen hatte Müller auf einen mobilen Knopf aus seiner Westentasche gedrückt und "Sedric" kam um die Ecke, das erste autonome Fahrzeug des Volkswagen-Konzerns.

Sedric ist bisher hauptsächlich noch eine showfähige Hülle, die technisch erst befüllt werden muss. Volkswagen wird nun daran gemessen werden, ob die auf gute Bilanzzahlen gegründete Story, die von der Dieselaffäre wegführen soll, wirklich in die Tat umgesetzt wird. Die Worte fahren schon voraus. Der Konzernboss ist in seinem Wolfsburger Vortrag vor Journalisten und Analysten aus der Automobilwirtschaft dann doch wieder ganz schnell bei größer, schneller, weiter: "2017", sagt er, "wird für Volkswagen ein noch besseres Jahr werden als 2016".

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