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Lebensmittelmarkt - Nestlé mit Bilanz und Schwierigkeiten

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Nestlé legt seine Deutschland-Zahlen vor. Sie sind nur ein Teil der Bilanz des weltweit größten Lebensmittelkonzerns. Dem macht aktuell unter anderem Edeka das Leben schwer.

Das Logo von Nestlé
Hat zurzeit mit Problemen zu kämpfen: der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé. Quelle: reuters

Es ist eine ganze Armada von Produkten aus dem Nestlé-Konzern, die viele beim täglichen Einkauf im Supermarkt in den Einkaufswagen laden: Wasser von Vittel zum Beispiel, Würzmischungen von Maggi, Wagner-Fertigpizzen, Nudeln von Buitoni, Thomy-Saucen und Eis von Schöller. All das und noch vieles mehr stammt vom weltgrößten Lebensmittelproduzenten aus dem beschaulichen Schweizer Städtchen Vevey am Genfer See.

Im vergangenen Jahr nahm Nestlé durch den Verkauf seiner Produkte knapp 90 Milliarden Franken ein, das sind umgerechnet rund 75 Milliarden Euro. Und auch in dieses Geschäftsjahr ist der Lebensmittelgigant aus Sicht von Nestlé-Chef Mark Schneider solide gestartet. Wie es um das Geschäft in Deutschland aussieht, wird das Unternehmen am Donnerstag bekannt geben. Nestlé beschäftigt in Deutschland rund 10.500 Mitarbeiter, weltweit sind es rund 330.000.

In die Schlagzeilen geraten

Begonnen hat der Aufstieg übrigens im Wortsinne in der Babywiege. Denn die erste Erfindung des deutschstämmigen Schweizers Henri Nestlé war Milchpulver für Säuglinge. Das war vor über 150 Jahren, 1867. Es folgten Zusammenschlüsse mit anderen Firmen, unter anderem Maggi - zum mittlerweile wertvollsten Lebensmittelkonzern der Welt, der rund 2.000 Marken sein Eigen nennt.

In den letzten Wochen und Monaten ist Nestlé aber vor allem deshalb in die Schlagzeilen geraten, weil sich eine kaufkräftige Gemeinschaft von Supermarktketten auf europäischer Ebene gegen den Konzern positioniert hat. Der Aufstand hat das Ziel, bessere Konditionen beim Einkauf von Nestlé zu durchzusetzen. Und er trifft ins Herz eines der Probleme, mit denen der Lebensmittelproduzent derzeit zu kämpfen hat: vergleichsweise niedrige Preise im Konsumgüter- und Lebensmittelhandel in Europa, Folge einer harten Konkurrenz.

Edeka-Verbund wirft Nestlé aus den Regalen

Und weil andere Konkurrenten wie der Einkaufsverbund Cooperic, dem auch die Lebensmittelkette Rewe angehört, offenbar von besseren Konditionen beim Einkauf bei Nestlé profitieren, will das ein anderer Verbund auch erreichen: ein Bündnis, dem unter anderem Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka angehört und die Schweizer Coop. Die wählten im Herbst vergangenen Jahres ein in der Lebensmittelbranche bekanntes Mittel, um ihren Forderungen gegenüber dem Lebensmittelgiganten Nachdruck zu verleihen: Sie entfernten nach und nach Nestlé-Produkte aus ihren Regalen.

Für die Schweizer geht es in diesem Machtpoker um viel. "Gibt Nestlé zu stark nach, dann droht in Europa von anderen Händlerallianzen weiterer Preisdruck", erklärte Analyst Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank zur Vorlage der Nestlé Bilanz vor einigen Tagen.

Folgerichtig ist eine Einigung zwischen dem Verband Agecore aus insgesamt sechs Händlern um Edeka und die Schweizer Coop bisher  noch nicht in Sicht. "Wir werden nur unterzeichnen, wenn wir zufrieden sind und etwas von einer Vereinbarung haben", erklärte Mark Schneider auf einer Analysten-Konferenz zur Vorlage der Konzernzahlen. Zu einseitigen Konzessionen sei Nestlé jedenfalls nicht bereit.

Umbau - zurück zu den Wurzeln

Das ist nicht verwunderlich, denn Nestlé ist von früheren Wachstumszahlen auf Grund des Preisdrucks weit entfernt. In den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die Preise konzernweit nur um minimale 0,2 Prozent. In Amerika und Europa sind die Preise sogar gesunken. Um gegenzusteuern, baut der Konzern um. Schlecht laufende Bereiche werden abgestoßen, also verkauft.

Im vergangenen Monat erst hat Nestlé den Verkauf seines Süßwarengeschäftes in den USA an den Nutella-Produzenten Ferrero abgeschlossen. Dagegen versucht der Konzern andere Bereiche auszubauen - kauft also auch hinzu. Mit Wasser und Kaffee beispielsweise will das Unternehmen in Zukunft noch stärker die Konsumenten weltweit beglücken.

Neben dem bekannten löslichen Nescafé aus dem Hause Nestlé hat sich der Konzern mit seinem Portions-Kapsel-Kaffeesystem Nespresso ein starkes Standbein aufgebaut. Auch in den Bereich der Tier- und Babynahrung investiert das Unternehmen für die Zukunft. Zurück zu den Wurzeln lautet unter anderem also das Motto der Schweizer Erfinder des Milchpulvers für Babys, oder: Tiere und Kinder ziehen bei Kunden fast immer.

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