Sie sind hier:

Bildungsbericht - 281,7 Milliarden Euro für Bildung und Forschung

Datum:

17,1 Millionen Menschen lassen sich in Deutschland bilden. Doch der Bildungsbericht mahnt, dass die Angebote je nach Region unterschiedlich sind. Die Ausgaben sind enorm gestiegen.

Schüler und Lehrer im Klassenzimmer
Schüler und Lehrer im Klassenzimmer Quelle: dpa

Immer mehr Menschen in Deutschland bilden sich - vom Kleinkind bis zum Hochbetagten. Im Jahr 2016 gab es 17,1 Millionen sogenannte Bildungsteilnehmer, wie aus dem aktuellen Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministerium am Freitag in Berlin hervorgeht.

Dieser Trend geht demnach nicht nur auf steigende Geburtenzahlen und Zuzüge aus dem Ausland, sondern auch auf frühe Bildungsbeteiligung und mehr Höherqualifizierung zurück. Von 2006 bis 2016 hat sich der Anteil der Bevölkerung mit Hochschulreife um acht auf 31 Prozent gesteigert; bei den Hochschulabsolventen gab es ein Plus von fünf auf 17 Prozent und die hohe Studiennachfrage hält an.

Weniger Hauptschulabsolventen

Rückläufig ist indes der Anteil der Hauptschulabsolventen auf nunmehr 31 Prozent. Auch die Neuzugänge bei der dualen Berufbildung sind gestiegen und Weiterbildung erreicht nahezu die Hälfte aller 18- bis 65-Jährigen. Leicht negativ fällt indes die Zahl der Jugendlichen auf, die ohne Abschluss die Schule verließen. Hier gab es ein leichtes Plus auf sechs Prozent.

"Auch der siebte Bildungsbericht zeigt wieder, dass immer mehr Menschen nach guter Bildung streben. Die soziale Herkunft hat jedoch nach wie vor einen zu starken Einfluss auf den Bildungserfolg", kommentierte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Ergebnisse. Das zentrale bildungspolitische Ziel bleibe daher mehr Chancengerechtigkeit, so die Ministerin. Besonders die Stärkung der beruflichen Bildung liege ihr am Herzen.

Bildungsangebot sehr unterschiedlich

Innerhalb Deutschlands ist das Bildungsangebot sehr unterschiedlich. "Im Schulbereich wird die Qualitätssicherung insbesondere in strukturschwachen Regionen zur Herausforderung", mahnen die Wissenschaftler. Dort sei eine Mindestversorgung mit wohnortnahen Schulangeboten schon jetzt schwierig. In strukturschwachen Landkreisen wurden laut dem Bericht in den vergangenen Jahren zahlreiche Grund- und Berufsschulen geschlossen.

Deutliche Veränderungen gab es in den vergangenen zehn Jahren bei der Betreuung von Kleinkindern. Hier wurden die Betreuungsplätze für unter 3-Jährige seit 2006 massiv um rund 475.000 ausgebaut. 94 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen demnach eine Bildungseinrichtung. Auch die Zahl der Beschäftigten im Bildungswesen steigt stetig, vor allem in der frühen Bildung.

6.900 Euro an Ausgaben pro Schüler

Die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft lagen nach vorläufigem Ergebnis im Jahr 2016 bei 281,7 Milliarden Euro. Das waren rund 7,5 Milliarden mehr als im Jahr zuvor. Die Ausgaben pro Schüler sind seit 2005 um rund 2.000 Euro auf 6.900 Euro im Jahr 2015 gestiegen.

Die Wissenschaftler machen sich angesichts der großen Herausforderungen für das Bildungssystem für verstärkte Investitionen stark. Zentral ist aus ihrer Sicht dabei die Personalausstattung. "Ein, wenn nicht der zentrale Faktor für ein leistungsfähiges Bildungssystem ist eine ausreichende Anzahl an Fachkräften, die die hohen Ansprüche und Erwartungen erfüllen können", heißt es in dem Bericht.

Gemeinsame Qualitätsstandards eingefordert

Die Bildungsforscher fordern zudem eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Ländern sowie gemeinsame Qualitätsstandards. Das Bildungssystem stehe an vielen Stellen vor drängenden Herausforderungen, die eine größere Abstimmung erforderlich machten, erklärte der Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Kai Maaz, als Sprecher der Autorengruppe. Er bezeichnete es als "sinnvoll", sich auf gemeinsame Qualitätsstandards zu verständigen.

Der nationale Bildungsbericht wird alle zwei Jahre auf Grundlage von amtlichen Statistiken und wissenschaftlichen Studien vorgelegt. Beteiligt sind daran Wissenschaftler führender Forschungsinstitutionen. Das Bundesbildungsministerium und die Kultusministerkonferenz der Länder fördern die Erarbeitung des Bildungsberichts.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.