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Studie: Wieder mehr Schulabbrecher

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Bildungsmonitor 2019 - Studie: Wieder mehr Schulabbrecher

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"Alarmierend" sei der Trend - so der Befund einer Bildungsstudie: Die Schulabbrecherquote ist gestiegen. Die Autoren fordern mehr frühe Förderung und bessere Vergleichbarkeit.

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Studienautoren fordern mehr Investitionen in die Bildung.
Quelle: dpa

Die hohe Schulabbrecherquote trägt laut einer Studie zu einer weiteren Öffnung der Bildungsschere in Deutschland bei. Nach dem jetzt in Berlin vorgestellten Bildungsmonitor 2019 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stieg die Quote von 5,7 Prozent 2016 auf 6,3 Prozent 2017. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt.

Laut Monitor stieg der Anteil von Schulabbrechern bei Ausländern im gleichen Zeitraum sogar von 14,2 auf über 18 Prozent; in Thüringen waren es in dieser Gruppe fast 47 Prozent und in Sachsen-Anhalt 40 Prozent, deutlich niedriger lag der Anteil dagegen in Hessen mit 10 und in Hamburg mit 12 Prozent. INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr sprach von einem "alarmierenden" Befund.

Autoren: Bildungssystem muss durchlässiger werden

Trotz steigender Ausgaben für Bildung, einer besseren Betreuungsrelation an Schulen und einer stärkeren Förderinfrastruktur, reichten die Anstrengungen nicht aus, um die Teilhabechancen junger Menschen zu sichern, so das Fazit der Studie.

Die Autoren mahnen eine bessere Durchlässigkeit des Bildungssystems an. Sie empfehlen zudem eine bessere Sprachförderung an Kitas, den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen, eine Bildungsfinanzierung, die sich besonders an Schulen in sozialen Brennpunkten und mit hohem Migrantenanteil orientiert, sowie mehr Vergleichsarbeiten und entsprechende Förderung.

Sachsen und Bayern liegen vorn

Der jährlich erscheinende Monitor bezieht sich als Metastudie auf die jüngsten Bildungsdaten und ist wirtschaftsorientiert. Die Untersuchung geht der Frage nach, welchen Beitrag das Bildungssystem zur Sicherung des Wohlstands leistet und inwieweit Teilhabe- und Aufstiegschancen eröffnet werden. Dazu stellt der Monitor ein Länderranking anhand von mehreren Indikatoren wie Infrastruktur, Betreuungsrelation oder Kitaausbau auf.

Das Geld muss vor allem effektiver eingesetzt werden.
INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr

Demnach liegen Sachsen und Bayern weiter an der Spitze, dahinter folgen das Saarland, Hamburg und Baden-Württemberg - am Ende Nordrhein-Westfalen, Bremen, Brandenburg und Berlin. Trotz Fortschritten seit 2004 hat die Dynamik laut Studienautor Axel Plünnecke in den vergangenen Jahren "deutlich nachgelassen". Er forderte die Bildungsinvestitionen von neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf zehn Prozent zu steigern. Plünneck appellierte, die Migration als Chance zu begreifen. Ohne dieses "Riesenpotenzial" gäbe es deutlich mehr Engpässe bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen.

INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr zeigte sich aber zugleich überzeugt, dass Geld allein noch keine gute Bildung mache. "Das Geld muss vor allem effektiver eingesetzt werden", forderte Pellengahr. Das INSM sei dabei für "mehr bundesweit vergleichbare Tests und mehr Handlungsfreiheit für die Schulen, um einen Ideenwettbewerb zu entfachen".

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