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Microsoft-Gründer im ZDF - Gates: Wir sollten Hunderte Ideen unterstützen

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Er gehört zu den Reichsten - und das Klima treibt ihn ebenso um wie die Ärmsten der Welt. Microsoft-Gründer Bill Gates im ZDF über die Herausforderungen des Klimawandels.

CO2-Ausstoß verringern, neue Energien erschließen und den Ärmsten helfen: Bill Gates im ZDF-Interview zu den Herausforderungen des Klimawandels.

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5 min
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ZDF: Der Klimawandel ist ein wichtiges Thema für Sie, Sie nehmen am Klimagipfel in Paris teil. Was wird Ihr Beitrag sein?

Bill Gates: Der Klimawandel stellt uns vor zwei große Herausforderungen: Wir müssen den CO2-Ausstoß verringern und schnell neue Energien erschließen. Wir müssen aber auch den armen Ländern helfen, wo die Kleinbauern aufgrund der Erderwärmung, die schon stattgefunden hat und die sich noch steigern wird, es bald schwerer haben werden, sich selbst zu versorgen. Hier werden wir Stiftungen, also Partnerschaften bekanntgeben, die dazu dienen sollen, diesen Bauern zu helfen.

ZDF: Welche Rolle spielen Sie? Könnten sie einer der Motoren sein, die den entscheidenden Kick geben?

Gates: Die 600 Millionen Dollar, die wir zusammen mit der EU investieren wollen, das ist ein sehr spannendes Thema. Das ist genug, um wirklich vielen dieser afrikanischen Bauern zu helfen. Es löst das Problem nicht ganz, aber es ist eine Art Momentum, eine der wichtigsten Ankündigungen, die ich hier machen werde.

ZDF: Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach eine gemeinsame Finanzierung aus öffentlichen und privaten Mitteln in diesem Bereich?

Gates: Das Ziel, Bauern mit besseren Samen zu versorgen, für das wir 300 Millionen Dollar versprechen und für das auch europäische Länder und die EU 300 Millionen dazugeben, ist nichts für den Privatsektor. Denn diese Bauern haben sehr wenig Geld. Aber sie werden als erste Opfer des Klimawandels. Sie bauen kaum genug zum Überleben an. Und wenn sie ein schlechtes Jahr haben, kann das zu Unterernährung und sogar Hungersnot führen. Ich finde es toll, dass es solche Gelegenheiten gibt, wo die Probleme der Anpassung an den Klimawandel besprochen werden, nicht nur die Reduzierung der Treibhausgase.

Macron lädt zum Klimagipfel
Bill Gates hat die IT-Branche stärker geprägt als die meisten anderen. Seinen zweiten Lebensabschnitt widmet er - wie hier beim Klimagipfel in Paris - hautsächlich wohltätigen Zwecken. Quelle: ap

ZDF: Und glauben Sie, dass wir im Bereich der grünen Energie bald neue Technologien sehen werden?

Gates: Es gibt viele Möglichkeiten und wir müssen sie alle erforschen. Energie zu speichern, ist heute sehr teuer. Man kann es sich also nicht leisten, zum Beispiel Windenergie zu produzieren und längere Zeit zu speichern. Wenn wir magische Batterien bekommen könnten, wäre das sehr hilfreich. Es gibt eine ganze Liste von Innovationen, denen nachgegangen werden müsste. Manche brauchen sicher Zeit, aber es ist so ein tiefgreifendes Problem, dass wir Hunderte von Ideen unterstützen sollten.

ZDF: Ich weiß, dass Sie nicht gerne über Politik reden. Aber die amerikanische Regierung und ein Teil der Gesellschaft sind klimaskeptisch.

Gates: Die Mehrheit der Amerikaner ist sich bewusst, dass der Klimawandel ein Problem ist. Wir haben verschiedene Etappen in der Bekämpfung des Klimawandels erlebt. Unter Präsident Obama ist unser Engagement gestiegen. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft wieder steigen wird.

ZDF: Frankreich baut immer noch auf Atomenergie. Kann das ein Problem werden?

Gates: Wenn man es aus der Klima-Perspektive sieht, ist Atomenergie hervorragend: als die größte saubere Energiequelle. Unsere Gesellschaften verbrauchen sehr viel Energie. Atomenergie hat viel dafür getan, dass wir Tag und Nacht Energie haben - ohne Treibhausgase. Aber die Sicherheitsfrage ist auch wichtig. Wird es die mit einer neuen Generation Atomkraft noch geben? In Endeffekt ist das eine politische Frage, die jedes Land für sich entscheiden muss.

ZDF: Wo ist die Welt in zehn Jahren?

Gates: Ich hoffe, dass wir viele überraschende Durchbrüche haben werden in der Art, wie man Elektrizität produziert. Im Transportsektor. Und in der Art und Weise, wie wir den Ärmsten helfen mit der Erderwärmung klarzukommen. Viele von uns sind davor geschützt: Wir haben ein nettes Haus, eine Klimaanlage. Es ist einfach, zu vergessen, dass die Abgase der reichen Länder deutliche Auswirkungen auf die Menschen haben, die wir nicht so oft sehen.

Das Interview führte Christel Haas.

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