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BKA: Mehr Zuwanderer bei Clan-Ermittlungen

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Zusammenstöße befürchtet - BKA: Mehr Zuwanderer bei Clan-Ermittlungen

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In Clan-Verfahren haben es die Ermittler einem Bericht zufolge immer häufiger mit "tatverdächtigen Zuwanderern" zu tun. Das BKA erwartet Auseinandersetzungen innerhalb der Clans.

Archiv: Polizeibeamte führen mit Handschellen einen Festgenommenen Mann, aufgenommen am 27.11.2018 in Berlin
Polizisten im Einsatz gegen kriminelle Clan-Mitglieder. (Archivbild).
Quelle: dpa

Bei ihren Ermittlungen gegen Clan-Kriminalität registrieren die Sicherheitsbehörden eine steigende Zahl "tatverdächtiger Zuwanderer". Darauf verweist der Präsident des Bundeskriminalamtes Holger Münch. Zwar gebe es noch keine verfestigten Strukturen, doch: "In etwa einem Drittel der Verfahren sind auch Zuwanderer als Tatverdächtige aufgetaucht. Und das bedeutet, wir müssen das Phänomen weiter sehr genau im Auge behalten", sagt Münch in der ARD-Dokumentation "Beuteland - Die Millionengeschäfte krimineller Clans" des RBB.

Münch warnte: Man dürfe "solche Dinge nicht über Jahre laufen lassen. Das ist, glaube ich, die große Lehre, die wir aus den Entwicklungen der letzten 30 Jahre ziehen müssen".

Zugereiste setzen ansässige Clans unter Druck

Nach Aussage des Essener Polizeipräsidenten Frank Richter beobachtet die Polizei, dass Zuwanderer den alteingesessenen arabisch-libanesischen Clans zunehmend Konkurrenz machen und sie unter Druck setzen. Während Zuwanderer aus dem Irak lange nur als sogenannte Läufer im Drogenhandel für die Alt-Clans tätig gewesen seien, seien nun Gruppierungen zu beobachten, die versuchten, "die Geschäfte zu übernehmen", so Richter in der ARD.

Das ist natürlich noch mal eine ganz, ganz andere Qualität als das, was wir momentan haben.
Essens Polizeipräsident Richter in der ARD

Richter befürchtet, dass es zwischen den alteingesessenen Clans und den neuen Gruppen zu Auseinandersetzungen kommen könnte. Manche neu Zugewanderten würden über "Kampferfahrung verfügen". "Das ist natürlich noch mal eine ganz, ganz andere Qualität als das, was wir momentan haben."

Razzien mit Konsequenzen

Allein in Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des Innenministeriums in diesem Jahr bislang 720 Razzien gegen Clan-Kriminalität. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der "Rheinischen Post" hervor. Seit der Erfassung solcher Razzien im Juli 2018 gab es insgesamt 860 Durchsuchungen. Die Fahnder kontrollierten dabei mehr als 26.100 Menschen - davon 19.200 in diesem Jahr. Sie registrierten mehr als 10.000 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten und nahmen rund 350 Personen fest.

Zuletzt erregte der Fall des illegal nach Deutschland eingereisten libanesischen Clan-Mitglieds Ibrahim Miri Aufsehen. Dieser wurde am Wochenende aus Bremen in sein Heimatland abgeschoben. Der Clan-Chef wurde in Deutschland von 1989 bis 2014 insgesamt 19 Mal rechtskräftig verurteilt, unter anderem wegen Raubes, schweren Diebstahls, Hehlerei und bandenmäßigen Drogenhandels. Im März kam er vorzeitig frei, im Juli wurde er in den Libanon abgeschoben. Ende Oktober tauchte er in Bremen auf, stellte einen Asylantrag und wurde wieder festgenommen.

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