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Wer steckt hinter "Extinction Rebellion"?

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Blockadeaufruf in Berlin - Wer steckt hinter "Extinction Rebellion"?

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Die Aktivisten von "Extinction Rebellion" wollen Berlin, Amsterdam und Paris lahmlegen und damit für mehr Klimaschutz protestieren. Wer ist die Gruppe, die die Blockaden plant?

Klimaaktivisten blockieren die Warschauer Straße.
Bereits Anfang September blockierten Klimaaktivisten die Warschauer Straße in Berlin.
Quelle: Christophe Gateau/dpa

Rien ne va plus - nichts geht mehr. Geht es nach dem Willen der Klima-Aktivisten von "Extinction Rebellion" (Rebellion gegen das Aussterben, kurz: XR) gilt das heute für ganz Berlin. Unter dem Motto "Aufstand gegen das Aussterben" hat die Bewegung dazu aufgerufen, zu Tausenden die Straßen und Plätze in der deutschen Hauptstadt "gewaltfrei, friedlich, kreativ, bunt und entschlossen" zu blockieren.

Wie genau der Protest aussehen soll, verrät die Gruppe nicht. Detaillierte Informationen zur Aktion "#BerlinBlockieren" sollen erst kurzfristig bekanntgegeben werden.

Protest, bis eine angemessene Reaktion kommt

Gegen was sich der Protest richtet, ist dagegen klar. Mit ihren Aktionen will "Extinction Rebellion" den Alltag stören, der ihrer Meinung nach die Lebensgrundlagen der Menschen durch den stetigen CO2-Ausstoß etc. zerstört. Mit ihren Aktionen will "Extinction Rebellion" den alltäglichen Betriebsablauf stören, der ihrer Meinung nach die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört.

Fortgesetzt werden sollen die Proteste so lange, bis die Regierung "angemessen" darauf reagiert. Und zwar nicht nur in Berlin. In mehr als 60 Großstädten weltweit, von Amsterdam über Paris bis New York, wollen die Aktivisten die ganze Woche oder länger durch Aktionen zivilen Ungehorsams auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit von Veränderungen aufmerksam machen.

Das Klimapaket der Bundesregierung ist "ein Witz"

"Gemeinsam richten wir den Fokus auf die Klimakatastrophe und das Massenaussterben und kämpfen dafür, eine echte klimapolitische Wende herbeizuführen", betont die Gruppe auf ihrer Homepage. Denn in den Augen der Aktivisten reicht alles, was bisher in dieser Hinsicht geplant wurde, nicht aus.

Das im September vorgestellte Klimapaket der Bundesregierung - für "Extinction Rebellion" in Deutschland ist es nur "ein Witz". Die Ignoranz der Politik führe zum Ende einer lebenswerten Welt. Mit dieser Einschätzung begründet die Bewegung, die sich selbst als radikal bezeichnet, ihr Vorgehen.

Reguläre politische Mittel wie Demos oder Wahlen reichen nicht aus.
Extinction Rebellion

Egal ob Zyklon Idai, Hurrikan Dorian, die Hitzewelle in Indien, Waldbrände in Sibirien und im Amazonas: Dürre, Brände, Stürme, Überschwemmungen, Krieg und die damit verbundene Massenmigration mache die angekündigten Blockadeaktionen nötig. Die Forderung der Aktivisten ist deshalb, dass die Regierungen die Wahrheit über die ökologische Krise offenlegen und den Klimanotstand ausrufen müssten.

"Reguläre politische Mittel wie Demos oder Wahlen reichen nicht aus", heißt es in dem Manifest der Bewegung, die nach eigenen Aussagen weltweit 100.000 Mitglieder hat.

Verhaftungen sind "selbstverständlich"

Gegründet wurde "Extinction Rebellion" im Oktober 2018 in Großbritannien und erlangte rasch durch immer wieder organisierte Massenproteste, Flashmobs und Sitzstreiks ein weltweites Medienecho. Für Aufsehen sorgte am 17. November 2018, der erste von "Extinction Rebellion" ausgerufenen "Rebellion Day".

Bei der Blockade der wichtigsten Brücken über die Themse in London durch 6.000 Demonstranten wurden 85 Demonstranten wegen Verkehrsbehinderung festgenommen. Im Rahmen dieser Veranstaltung trat auch Greta Thunberg auf. Die Nähe zur Fridays for Future-Bewegung betont "Extinction Rebellion" genauso wie die Selbstverständlichkeit, für Guerilla-Aktionen möglicherweise verhaftet zu werden.

Mehr als 50 aktive Ortsgruppen

In Deutschland fiel die Bewegung bisher besonders durch eine Aktion am 11. Juni 2019 auf, als sich eine Reihe von Aktivisten mit Fahrradschlössern um den Hals an den Zaun des Kanzleramts in Berlin ketteten.

Am 20. September blockierte "Extinction Rebellion" zudem die Straßenkreuzung auf dem Potsdamer Platz. Organisiert sind die radikalen Klimaschützer in den jeweiligen Städten und Regionen als Ortsgruppen. In Deutschland existieren aktuell mehr als 50 aktive Ortsgruppen von Kiel bis Konstanz. Zahlreiche weitere befinden sich im Aufbau.

Prominente Unterstützung durch deutsche Künstler

Hinter die Rebellion, die ab heute dafür sorgen soll, Berlin lahm zu legen, stellten sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung auch prominente Unterstützer wie die Schauspieler Anna Loos, Christian Ulmen und Musiker Bela B.

Kritik gab es dagegen von Datenschützern, weil Extinction Rebellion in einem (inzwischen aus dem Netz genommenen) Online-Fragebogen im Vorfeld der Aktion "#BerlinBlockieren" sehr sensible Fragen stellte, die exakte politische Zuordnungen und Radikalitätsabstufungen ermöglichten.

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