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Blockierende Hochs und Jetstream - Warum der Februar so warm ist

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Temperaturen um die 20 Grad - und das Ende Februar. Für dieses ungewöhnliche Wetterphänomen sind vor allem blockierende Hochs verantwortlich.

Blühende Krokusse
Quelle: dpa

Mit voller Härte schlägt der Winter in Deutschland meistens zwischen Mitte Januar und Mitte Februar ein. Üblicherweise liegen die Temperaturen zu dieser Zeit am niedrigsten. Doch seit zwei Wochen erleben wir eine besonders milde Phase: 16 Grad gab es bereits am 10. Februar, knapp 20 Grad am 16. Februar und fast 21 Grad am 17. Februar. Kann das schon der Frühling sein?

In den Wetterberichten des vergangenen Jahres wurden Fachwörter wie "Jetstream" und "Blockierung" hoch und runter dekliniert. Und auch in diesem Winter lassen sich Muster erkennen, die für beständige Wetterlagen sorgten.

Blockierende Hochs sorgen für warme Temperaturen

Bereits im Januar sorgte ein äußerst stabiles Hoch - ein sogenanntes blockierendes Hoch - über dem Atlantik für eine beständige Wetterlage, die Mitteleuropa in einer nordwestlichen Strömung festhielt. Tiefdruckgebiete müssen dann um dieses Hoch herumwandern. Das führte auf der Nordseite des Alpenraumes zu Rekordschneehöhen. Zwischenzeitlich löste sich dieses blockierende Hoch auf.

Doch seit Anfang Februar gibt es neue Hochs über Deutschland, die dort auch erst einmal blieben. Der Luftdruck betrug zeitweise 1.047 hPa (Hektopascal), was durchaus mal vorkommt, aber eher mit Kältehochs in Verbindung gebracht wird. Von Kälte ist aktuell aber nichts zu spüren, wenn man von den Nächten mal absieht. Im Gegenteil, einerseits wird Warmluft herangeführt und andererseits wird die Luft durch das starke Hoch, erwärmt und ausgetrocknet.

Frischer Wind in der Mittelmeerregion

Für das ungewöhnlich warme Wetter sind auch weit nach Norden und Süden ausgerichtete Luftströme verantwortlich, auch "meridionale Strömungen" genannt. Durch diese Ströme wurde kalte Luft weit in den Süden transportiert - nach Italien, Griechenland und in die Türkei. Die Folgen sind entsprechend: Die Bora, ein regionaler Wind an der Adria, erreichte Windgeschwindigkeiten von über 190 km/h und brach in Split einen neuen Rekord, wie im Meteorologen-Netzwerk "Climate without Borders" berichtet wurde.

Die Winde hatten auch mit einem Kaltluftvorstoß zu tun. Durch die blockierenden Hochs über Zentraleuropa hält sich die kalte Luft jetzt über dem Mittelmeerraum auf.

Infokarte: Europawetter bis Mittwoch (vom 25.02.2019)
Quelle: ZDF

Frühlings-Wetter auch in Alaska

Der Jetstream ändert übrigens in einer weiteren Region in der Nordhemisphäre das Wetter in besonderem Maße. Weit weg in Alaska hat sich ein blockierendes Hoch gebildet und weiter verstärkt. Der Jetstream muss jetzt dieses Hoch umgehen und strömt Richtung Norden. Dabei wird eine Luftmasse Richtung Arktischer Ozean transportiert, die dort nicht hingehört. 30 Grad mehr als normal werden dort derzeit prognostiziert. Das würde vorübergehend für Temperaturen knapp über Null Grad sorgen.

Wetterlagen mit großer Nord-Süd-Komponente und gleichzeitiger Stabilität nehmen zu. Das wurde von Klimawissenschaftlern bereits vor Jahren vorhergesagt. Dafür sind vor allem die rasante Erwärmung in der Arktis und das Verschwinden der Eismassen verantwortlich. Diese Zusammenhänge haben dann wieder Auswirkungen auf die Luftströmungen, den Jetstream.

Aussichten für diese Woche

In den nächsten Tagen soll es übrigens warm bleiben. Die 20 Grad Marke wird am Mittwoch und Donnerstag erneut geknackt. Natürlich ist der Winter noch nicht vorbei und Kaltlufteinbrüche sind immer noch möglich, aber diese erste "Frühlingswelle" ist schon beeindruckend.

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