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Startverbot für Boeing 737 Max - USA wollen Ähnlichkeiten bei Abstürzen untersuchen

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Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max in Äthiopien verhängen auch die USA ein Startverbot für den Flieger. Untersucht werden sollen Parallelen zu einem weiteren Crash.

Boeing 737 MAX stehen auf dem Internationalen Flughafens in Chicago
Nach zahlreichen anderen Ländern verhängen vorsichtshalber auch die USA ein Startverbot für die Boeing 737 Max.
Quelle: reuters

Nach dem Startverbot für alle Boeing 737 Max auch in den USA ist ein Großteil der weltweiten Flotte des Flugzeugtyps vorübergehend lahmgelegt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA begründete das Verbot mit neuen Erkenntnissen zum Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien, die auf Ähnlichkeiten zum Crash eines baugleichen Flugzeugs im vergangenen Oktober in Indonesien hinwiesen. Diese Informationen erforderten weitergehende Untersuchungen, ob es sich möglicherweise um dieselbe Absturzursache gehandelt habe, hieß es in einer Dringlichkeits-Anordnung der FAA.

Längere Stilllegung erwartet

Die FAA stellt sich auf eine längere Stilllegung der Maschinen des Typs Boeing 737 Max ein. Er rechne mit einer Wiederaufnahme der Flüge "innerhalb von ein paar Monaten", sagte der amtierende Behördenchef Daniel Elwell vor Journalisten, wie unter anderem das "Wall Street Journal" in der Nacht zum Donnerstag berichtete.

Schon vor den USA hatten Europa, weite Teilen Asiens und zuletzt Kanada die Boeing 737 Max mit einem Startverbot belegt. Mit dem Verbot in den USA stehen inzwischen mehr als 310 Maschinen am Boden. Der US-Luftfahrtkonzern Boeing empfahl am Mittwoch als Vorsichtsmaßnahme ein vorübergehendes Startverbot für alle 371 Flugzeuge der Baureihe 737 Max weltweit.

In der FAA-Anordnung heißt es, die Untersuchungen am Wrack der Maschine hätten am Mittwoch neue Informationen zutage gefördert.

Flugschreiber sollen in Frankreich ausgewertet werden

Gekoppelt mit Satellitendaten zur Flugbahn nach dem Start der Ethiopian-Airlines-Maschine in Addis Abeba wiesen sie "einige Ähnlichkeiten" zum Absturz in Indonesien auf. Elwell habe beschlossen, "dass eine Gefahr mit Bezug zur Sicherheit bei der kommerziellen Luftfahrt besteht".

Mit dem Startverbot für alle Boeing 737 Max waren die USA am Mittwoch dem Beispiel der EU und zahlreicher Staaten gefolgt. Die FAA teilte mit, alle Maschinen diesen Typs müssten am Boden bleiben, solange weitere Untersuchungen wie etwa die Auswertung der Flugdaten des abgestürzten Flugzeugs liefen. FAA-Experten unterstützen die äthiopischen Behörden am Unfallort bei der Untersuchung.

Nach dem Absturz der Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines sollen die beiden Flugschreiber in Frankreich ausgewertet werden. Das bestätigte am Donnerstag die äthiopische Verkehrsministerin Dagmawit Moges. Zuvor hatte die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, die Flugschreiber sollten noch am Donnerstag bei der französischen Luftsicherheitsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses (BEA) eintreffen. Die BEA erklärte via Twitter, die äthiopischen Behörden hätten bei der Untersuchung um Unterstützung gebeten. Die Flugschreiber sollten am Donnerstag zur BEA gelangen.

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Kaum Auswirkungen in Europa

Das Flugzeug war am Sonntag abgestürzt und hatte 157 Menschen in den Tod gerissen. Die sogenannten Blackboxes zeichnen den Sprechfunk im Cockpit und alle Flugdaten auf, weswegen sie für die Klärung der Unglücksursache entscheidend sein könnten. Bei dem Crash der Boeing 737 Max 8 der indonesischen Lion Air waren im vergangenen Oktober 189 Menschen gestorben.

Die FAA zieht mit dem Startverbot für die 737 Max erst zum dritten Mal eine gesamte Baureihe eines Flugzeugtyps in den USA vorübergehend aus dem Verkehr. Nach einem Absturz in Chicago im Jahr 1979 hatte die FAA ein vorübergehendes Flugverbot für die McDonnell Douglas DC-10 erlassen. 2013 folgte nach dem Brand von Batterien ein vorübergehendes Startverbot für die Boeing 787 Dreamliner.

An den deutschen Flughäfen gab es am Mittwoch für die Passagiere nur geringe Einschränkungen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt waren von dem am Dienstag verhängten europaweiten Flugverbot nur zwei Flüge betroffen, in anderen Städten gab es gar keine Auswirkungen.

Boeing spricht von Sicherheitsmaßnahme

Boeing teilte am Mittwoch mit, die Empfehlung, die Maschinen vorübergehend am Boden zu lassen, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Boeing hat weiterhin volles Vertrauen in die Sicherheit der 737 Max." Der Konzern sicherte zu, man unternehme alles, um der Ursache für die Abstürze in Äthiopien und Indonesien auf den Grund zu gehen.

Die meisten Flugzeuge der Boeing-737-Max-Reihe in den USA hat Southwest Airlines, die Fluggesellschaft verfügt über 34 Boeing 737 Max 8. American Airlines - die größte US-Fluggesellschaft - hat 24 Boeing 737 Max 8 in der Flotte. United Airlines besitzt 14 Maschinen vom größeren Typ Boeing 737 Max 9. Nach dem Absturz in Äthiopien hatten Flugbegleiter von Southwest Airlines und von American Airlines ein Startverbot für die Boeing 737 Max 8 gefordert.

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