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Nach Abstürzen - Boeing senkt Produktion von Baureihe 737 Max

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Die Lieferung der 737 Max wurde nach dem Startverbot schon ausgesetzt, nun fährt Boeing auch die Produktion herunter. Die Maßnahme sei vorübergehend, betont Konzernchef Muilenberg.

Boeing 737 MAX 8  auf dem Boeing Field in Seattle (Archiv).
Boeing 737 MAX 8 auf dem Boeing Field in Seattle (Archiv).
Quelle: Ted S. Warren/AP/dpa

Boeing drosselt noch in diesem Monat die Produktion des umstrittenen Flugzeugtyps 737 Max. Statt 52 sollen nur 42 Modelle gebaut werden, teilte der US-Flugzeugbauer mit. Ziel sei, sich auf Wartungen an dem automatischen 737-Max-Steuerungssystem konzentrieren zu können, das als mögliche Ursache zweier Flugzeugabstürze gilt. Konzernchef Dennis Muilenberg betonte, es handele sich um einen vorübergehenden Produktionsrückgang und eine Reaktion auf eine vorläufige Aussetzungen von Lieferungen der Flugzeugtypen. Entlassungen seien nicht geplant.

Boeing muss mit Klagen rechnen

Bei dem Absturz einer Boeing 737 Max waren im März in Äthiopien alle 157 Insassen umgekommen. Im Oktober war in Indonesien ebenfalls eine Maschine gleichen Modells abgestürzt, auch dabei waren alle Insassen - 189 - gestorben. Der Flugzeugbauer ist inzwischen mit zunehmenden Klagen von Familien der Opfer konfrontiert.

Nach vorläufigen Untersuchungsberichten zu beiden Flugzeugunglücken aktivierten fehlerhafte Sensordaten das Steuerungssystem, wodurch die Nasen der Maschinen nach unten gerissen wurden. Die Piloten schafften es nicht, die automatische Steuerung unter Kontrolle zu bekommen. Die Boeing-Steuerungssoftware namens MCAS soll verhindern, dass die Boeing 737 Max zu steil nach oben fliegt. In manchen Fällen sinkt die Nase des Flugzeugs dadurch aber offenbar zu weit nach unten ab.

Erste Airlines wollen Lieferverträge kündigen

Dass Boeing die 737-Max Produktion herunterfährt, kam nicht völlig überraschend. Schon im März hatte der Konzern nach internationalen Startverboten die Lieferungen ausgesetzt. Dabei hatte Boeing ursprünglich gehofft, die Produktion der Maschine auf 57 pro Monat zu erhöhen. Inzwischen stehen zahlreiche unausgelieferte Jets vom Typ Max in der Konzernwerkshalle in Renton im US-Staat Washington. Muilenberg erklärte, die vorläufige Drosselung solle ein gesundes Produktionssystem am Laufen und aktuelle Beschäftigungszahlen bei
Boeing konstant halten. Dies bedeutet praktisch, die Fertigung von 737 Max jetzt herunterzufahren, um spätere tiefe Einschnitte zu vermeiden, falls die Systemwartungen länger als erwartet dauern sollten.

Boeing hat bislang weniger als 400 Flugzeuge vom Typ Max ausgeliefert, aber einen Auftragsbestand von mehr als 4.600. Die indonesische Airline Garuda hat bereits erklärt, ihren Auftrag über 49 Flugzeugmodelle stornieren zu wollen. Andere Gesellschaften, etwa die vom Unglück in Indonesien betroffene Lion Air, denken ebenfalls über einen solchen Schritt nach. Ein Boeing-Vertreter betonte am Freitag, die angekündigte Produktionseinschränkung habe nichts mit möglichen Stornierungen zu tun.

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