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Dax auf Zwei-Jahres-Tief - Es läuft nicht rund am Aktienmarkt

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So tief stand der Dax seit zwei Jahren nicht: Wachstumssorgen und durchwachsene Unternehmensnachrichten zwingen den deutschen Aktienmarkt in die Knie.

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Kein Bullenmarkt mehr: Börse in Frankfurt
Quelle: imago

Die Sorge geht um, dass die Erwartungen an Gewinn und Umsatz in Industrie und Handel überzogen waren. Zumindest werfen immer mehr Anleger Aktien über Bord. Der Dax fiel um 1,6 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 11.066 Punkten und behauptet damit nur knapp die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Zählern. Darunter hat er zuletzt im Dezember 2016 gelegen. Auch der europäische Index EuroStoxx50 verlor etwa eineinhalb Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 3.116 Punkten. In New York lag der Dow Jones zum europäischen Handelsschluss zwei Prozent tiefer.

"Aktien sind mit teilweise hohen Rabatten zu haben, nur keiner will so recht zugreifen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Auch weil die Investoren befürchten, dass in diesem Jahr die Einzelhandelsumsätze in der Vorweihnachtssaison eben nicht mehr so sprudeln." Wegen steigender Renditen an den Rentenmärkten seien Aktien nicht mehr so konkurrenzlos, erklärte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader den andauernden Ausverkauf. Das belaste vor allem die Lieblinge der Vergangenheit. "Und was hoch steigt, kann tief fallen, und es kann vor allem noch tiefer fallen."

Auch das Niedrigwasser schlägt zu Buche

Zu der schlechten Stimmung trägt Analysten zufolge zum einen eine Vielzahl politischer Unabwägbarkeiten bei - vom Handelsstreit der USA mit China über den Brexit bis zum Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU-Kommission. Zum anderen traten Unternehmen bei den Erwartungen der Anleger zuletzt kräftig auf die Bremse.

Am Dienstag tat das auch Covestro. Die Aktien des Kunststoffherstellers aus Leverkusen verloren im Dax 15,6 Prozent. Der ehemaligen Bayer-Tochter, die für Industriezweige von der Auto- bis zur Modebranche Werkstoffe herstellt, macht das Niedrigwasser im Rhein zu schaffen. Es sorgte für höhere Logistikkosten und Produktionsausfälle, so dass Covestro seine Prognosen kassierte.

Der Kurseinbruch beim Dax-Aufsteiger Wirecard bereitete den Anlegern im deutschen Handel zusätzlich Kopfzerbrechen. Der Zahlungsabwickler rechnet für das nächste Jahr zwar weiter mit einem Gewinnplus. Doch reichte das vielen Anlegern nicht. Die Aktien fielen um fast sechs Prozent und zählten damit im Dax zu den Schlusslichtern. Zu den Dax-Schlusslichtern zählten zudem die Papiere der Deutschen Bank, die um 4,8 Prozent auf 8,15 Euro fielen und damit so niedrig wie noch nie aus dem Handel gingen. Am Morgen hatten Medienberichte die Runde gemacht, dass Deutschlands größtes Geldhaus tiefer als bisher gedacht in den Geldwäscheskandal der Danske Bank verwickelt sein könnte.

In einen Geldwäsche-Skandal der dänischen Danske Bank soll laut Medienberichten auch die Deutsche Bank verwickelt sein. Dazu: ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann.

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"Gipfel bei Wachstum und Gewinnen überschritten"

Für die Stimmung an den Weltbörsen entscheidender ist freilich der komplette Stimmungswechsel bei Apple. Die Aktien sind seit Wochen auf Talfahrt, nachdem der iPhone-Hersteller die Investoren warnte, ihre Erwartungen an den Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal seien zu hoch. Am Dienstag lagen sie bis zum europäischen Handelsschluss etwa vier Prozent im Minus. Sollte es dabei bis zum Schlussgong in New York bleiben, hätten die Aktien seit dem Rekordhoch vom 3. Oktober 20 Prozent oder rund 250 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt.

"Die Leute denken, dass das Wachstum seinen Höhepunkt erreicht hat und damit auch die Gewinne der Unternehmen ihren Gipfel gesehen haben", fasste Analyst Michael Antonelli vom Brokerhaus Robert W. Baird die Stimmung der US-Anleger zusammen.

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