Sie sind hier:

Börse und Aktien - Unruhige Finanzmärkte

Datum:

Der DAX ist unter 13.000 Punkte gefallen. Diesmal waren Deutsche-Bank-Aktien an dem Abrutsch schuld. Doch die Flucht aus Wertpapieren hat noch andere Gründe.

Handelssaal der Frankfurter Börse mit DAX-Tafel am 01.02.2018
Handelssaal der Frankfurter Börse mit DAX-Tafel.
Quelle: reuters

Dass die Deutsche Bank kein Lichtblick sein würde in dieser Woche, damit hatten Börsenbeobachter gerechnet. Doch der Abschlag von zeitweise rund sechs Prozent war doch harter Tobak. So hat die Aktie der Deutschen Bank am Freitag wie Blei im DAX gewirkt - und das Börsenbarometer als größter Tagesverlierer mit nach unten gezogen.

Euro und Zinsen verunsichern - DAX Jahresgewinne dahin

Doch auch insgesamt stand der Aktienmarkt in dieser Woche unter keinem guten Stern. Denn die Verluste in Deutschlands wichtigstem Börsenbarometer DAX haben sich bis Freitagnachmittag auf rund vier Prozent ausgeweitet. Damit sind die angehäuften Gewinne zu Jahresbeginn wieder komplett dahin, der DAX unter den Schlusstand des letzten Jahres gefallen. Neben teilweise enttäuschenden Firmenbilanzen gibt es mehrere Gründe, die Anleger in diesen Tagen verunsichert haben.

Zum einen ist der Euro in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen. Das belastet in der Tendenz Exportunternehmen, weil deren Waren sich im außereuropäischen Ausland verteuern. Der Euro stieg am Freitag zeitweise über 1,25 Dollar - ein so hohes Niveau hatte der Euro zuletzt im Jahr 2014 erreicht. Zum anderen machen sich Anleger auch Sorgen über möglicherweise schneller als gedacht steigende Zinsen - vor allem in den USA. Dort hat die scheidende Chefin Janet Yellen auf ihrer letzten Sitzung zwar die Füße still gehalten und nicht weiter an der Zinsschraube gedreht. Unsicherheit besteht aber darüber, wie Ihr Nachfolger, Jerome Powell, an der Spitze der Fed agieren wird. Angesichts einer womöglich steigenden Inflation in den USA könnte er sich gezwungen sehen, die Zinsen schneller anzuheben als man bisher vermutet hat.

Steht Umschichtung in Staatsanleihen bevor?

In diesem Umfeld steigen auch die Anleihezinsen vor allem in den USA. US-Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit bringen mittlerweile wieder Renditen von fast drei Prozent. Das wiederum ist ziemlich lukrativ - denn amerikanische Staatsanleihen gelten sozusagen als ausfallsicher. War es in den vergangenen Jahren so, dass durch Nullzinsen und Anleihekäufe der Notenbanken die Zinsen an den Anleihemärkten kaum mehr Rendite versprachen, und Anleger deswegen an den Aktienmärkten ihr Glück suchten, könnte sich das Blatt also langsam wieder wenden. Anleger könnten also damit beginnen, umzuschichten: raus aus den vergleichsweise risikoreichen Aktienmärkten, rein in Staatsanleihen. Auch die Renditen von Bundesanleihen haben sich in den vergangenen Wochen stetig bergauf entwickelt - wenn auch auf viel niedrigerem Niveau als Anleihen in den USA.

Diese Entwicklung birgt noch ein anderes Risiko, denn es gilt: Wenn die Renditen von Anleihen steigen, fallen ihre Kurse und umgekehrt. Sollten die Zinsen also schnell steigen und Investoren ihre Anleihen verkaufen, um nicht auf den Kursverlusten sitzen zu bleiben, droht eine Abwärtsspirale am Anleihemarkt. "Wenn es dort wirklich drehen sollte, wird es haarig", meint der Buchautor und Börsenexperte Dirk Müller. Manche Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer riesigen Blase, die sich an den Anleihemärkten gebildet habe.

Mit Blick auf die Aktienmärkte halten viele Beobachter die Kursverluste in dieser Woche noch für eine Korrektur - nachdem die Aktienkurse sich in den vergangenen Wochen quasi ohne Pause auf Rekordniveau hochgeschraubt hatten. Sollte sich der DAX allerdings in den kommenden Tagen in Richtung 12.000 Punkten nach unten bewegen, würde es aber spätestens Zeit, sich ernsthaftere Gedanken zu machen, meint Müller.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.