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USA und China - Börsen feiern Entspannung im Handelsstreit

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Der Burgfrieden im Handelsstreit zwischen China und den USA treibt den Dax an, vor allem die Autobauer profitieren. Doch der Euphorie könnte schon bald Ernüchterung folgen.

Frankfurter Börse
Frankfurter Börse (Archiv)
Quelle: reuters

Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat an den Börsen eine Erleichterungsrally ausgelöst. Der Dax stieg am Montag um 1,9 Prozent auf 11.465 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 1,4 Prozent auf 3.218 Zähler. An der Wall Street legte der Standardwerte-Index Dow Jones 0,8 Prozent zu.

Autobauer profitieren

Bei den Aktienwerten gehörten die Autobauer zu den Favoriten. Sie profitierten zusätzlich von der Ankündigung Trumps, dass China die Zölle auf US-Importfahrzeuge von derzeit 40 Prozent abbauen werde. Chinas Außenministerium bestätigte die Angaben zunächst nicht, verwies aber auf die "wichtige" Einigung in Handelsfragen, die anlässlich des G20-Gipfels erreicht worden sei.

Auch ZDF-Korrespondent Frank Bethmann spricht von "ganz viel Konjunktiv". Die Hoffnung, dass mit einer Einigung der beiden wichtigsten Volkswirtschaften der Welt ein Anstieg der Weltkonjunktur einhergeht und Strafzölle der Vergangenheit angehören könnten, hätte letztlich zu den Zuwächsen an der Börse geführt, so Bethmann. Der heutigen Euphorie könne jedoch an diesem Dienstag schon Ernüchterung folgen, wenn Donald Trump die Bosse von Daimler, BMW und VW in Washington empfängt.

Trump twitterte am Montag, dass ein "großer Satz vorwärts" in den Beziehungen der USA zur Führung in Peking gelungen sei. "Sehr gute Dinge werden passieren", orakelte der US-Präsident. Die US-Verhandlungen erfolgten dabei aus einer Position "großer Stärke". China habe allerdings gleichfalls "viel zu gewinnen, wenn ein Deal vollendet wird". Zugleich forderte er, China müsse faire Wettbewerbsbedingungen erfüllen.

Waffenstillstand zwischen Trump und Xi

Nach dem G20-Gipfel in Buenos Aires hatten sich Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping auf einen Waffenstillstand in ihrem Handelskonflikt verständigt. Bei einem Abendessen einigten sie sich darauf, vorerst auf angedrohte neue Strafzölle zu verzichten. Die USA stellten China zugleich ein Ultimatum: Wenn Peking den Forderungen nach einem Abbau der Handelsbarrieren nicht binnen 90 Tagen nachkommt, sollen die Strafzölle wie geplant steigen.

US-Finanzminister Steven Mnuchin bekräftigte diese Forderung am Montag. Die USA bräuchten innerhalb der kommenden 90 Tage "etwas Konkretes", sagte er dem Sender CNBC. Zugleich gebe es nun erstmals einen "klaren Weg" hin zu einer Reduzierung des US-Handelsdefizits mit China auf Null. Dieses Defizit hatte Trump immer wieder als Begründung für seine protektionistische Handelspolitik angeführt. Noch Ende November hatte er sich erneut für Strafzölle auf importierte Autos ausgesprochen, um die Hersteller im eigenen Land zu schützen.

Annäherung lässt deutsche Automanager hoffen

Die Annäherung zwischen China und den USA dürfte den deutschen Automanagern rechtzeitig vor ihrem Besuch an diesem Dienstag Hoffnung geben, dass die Trump-Regierung mit sich reden lässt.

Details zu dem Treffen wurden vorab nicht offiziell bekannt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat die US-Regierung eingeladen, um über die Handelssituation zu diskutieren. Konkret verhandelt wird demnach nichts, die Autobosse wollen aber die Bedeutung der deutschen Konzerne für die US-Industrie unterstreichen. Ein offizielles Mandat für Verhandlungen hätten sie ohnehin nicht, Handels- und Zollfragen der Europäischen Union liegen in der Verantwortung der EU-Kommission.

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