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Details zu Angriff auf IS-Chef Al-Bagdadi

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Bomben und Militärhunde - Details zu Angriff auf IS-Chef Al-Bagdadi

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Die letzten Minuten von IS-Anführer Al-Bagdadi hat US-Präsident Trump beschrieben. Die Streitkräfte geben nun mehr Details zum Angriff bekannt. Derweil droht der IS wieder.

Der Kampf gegen Anführer des IS geht weiter.
Der Kampf gegen Anführer des IS geht weiter.
Quelle: Mustafa Dahnon/dpa

Bomben machen das von hohen Mauern geschützte Gehöft in Sekunden dem Erdboden gleich: Nach dem Tod des Anführers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, hat das US-Militär erstmals Fotos und Videos des gefährlichen Einsatzes im Nordwesten Syriens veröffentlicht. Auch weitere Einzelheiten zu dem Angriff vom Wochenende gaben die Streitkräfte bekannt.

IS bestätigt Tod Al-Bagdadis

Unterdessen bestätigte der IS den Tod Al-Bagdadis und ernannte Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi als seinen Nachfolger. Der IS werde "seine Mission forsetzen", warnte die Gruppe in einer am Donnerstag veröffentlichten Audio-Botschaft. Der Einsatz der US-Spezialkräfte gegen Al-Bagdadi begann dem Militär zufolge in der Nacht zum Sonntag auf einem Stützpunkt in Syrien, von wo aus die Soldaten etwa eine Stunde lang mit Helikoptern über feindliches Gebiet zu seinem Versteck flogen. Die Aufnahmen zeigen einen schmucklosen Hof und ein scheinbar einfaches Gebäude in karger Landschaft, direkte Nachbarn gibt es keine. Ein Video zeigt, wie sich die Soldaten nach der Landung auf die Mauer zubewegen.

Dieses vom US-Verteidigungsministerium zur verfuegung gestellte Foto zeigt US-Spezialeinheiten, die sich der Unterkunft des Anführers des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, naehern.
Dieses vom US-Verteidigungsministerium zur verfuegung gestellte Foto zeigt US-Spezialeinheiten, die sich der Unterkunft des Anführers des IS, Abu Bakr al-Bagdadi, naehern.
Quelle: dpa

Auf weiteren Aufnahmen ist zu sehen, wie Kämpfer außerhalb des Hofs aus der Luft angegriffen werden. Nach Darstellung des US-Militärs hatten diese das Feuer auf die Helikopter eröffnet. Was sich im Innern des Hauses - nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt - abgespielt hat, ist auf den Bildern nicht zu sehen. Trump beschrieb den Hergang des Einsatzes am Sonntag bereits ausführlich.

Drastische Worte von Trump

Und er schilderte auch, wie die letzten Minuten des Terroristen ausgesehen haben sollen. "Er ist wie ein Hund gestorben. Er ist wie ein Feigling gestorben", sagte Trump. "Winselnd und weinend und schreiend." Dem Präsidenten zufolge war Al-Bagdadi beim Herannahen der US-Soldaten in einen Tunnel unter dem Anwesen geflohen, wo er dann eine Sprengstoffweste zündete. Als der Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten (Centcom), General Kenneth McKenzie, den Hergang des Angriff am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten schilderte, bestätigte er die spektakuläre Schilderung Trumps nicht. Er sagte auf Nachfrage lediglich: "Ich kann Ihnen Folgendes sagen: Er kroch mit zwei kleinen Kindern in ein Loch und jagte sich in die Luft." Daraus lasse sich schließen, "was für eine Person" Al-Bagdadi gewesen sei, sagte er.

Nach dem Tod des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi durch einen Einsatz des US-Militärs hat das Pentagon nun Fotos und Videos veröffentlicht.

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Nach bisherigen Angaben hatte Al-Bagdadi drei Kinder mit in den Tod gerissen. Das sei nach jüngsten Erkenntnissen nicht zutreffend gewesen, sagte McKenzie. Die Kinder seien jünger als zwölf Jahre gewesen. Neben dem IS-Anführer und den beiden Kindern seien fünf weitere IS-Kämpfer getötet und zwei Personen in Gewahrsam genommen worden, sagte McKenzie. Elf Kinder wurden demnach von den Soldaten in Sicherheit gebracht.

US-Militär: Al-Bagdadis Hof wurde zum Abschluss bombardiert

Es sei ein "schwieriger, komplexer und präziser" Angriff gewesen, sagte General McKenzie. Aus der Luft überwachten demnach Drohnen und Kampfflugzeuge den Einsatz. Al-Bagdadis Hof wurde zum Abschluss bombardiert, um keine Pilgerstätte zu schaffen, wie der General sagte. Das Gelände gleiche nun einem "Parkplatz mit großen Schlaglöchern". Die Soldaten stellten in dem Haus eine "bedeutende" Menge Dokumente und elektronische Geräte sicher, die nun ausgewertet würden, sagte McKenzie. Die Spezialkräfte flogen in den acht Hubschraubern wieder quer über Syrien zurück zu ihrem US-Stützpunkt.

Wie viele Soldaten an dem Einsatz beteiligt waren, hält das Militär geheim. Ein Militärhund, der Al-Bagdadi in den Tunnel gefolgt war, wurde verletzt. Bislang wurde einzig ein Foto des Tieres veröffentlicht. Trump postete auf Twitter eine Fotomontage, auf der er dem Hund eine Medaille umlegt. Er bezeichnete ihn als "amerikanischen Helden".

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Nebenbei enthüllte er auch den Namen des Hundes, der bislang geheim gehalten wurde: Conan. Dessen "live Version" werde "irgendwann" in der kommenden Woche ins Weiße Haus kommen, kündigte Trump an. Der Hund diene seit vier Jahren und habe bereits an rund 50 Einsätzen teilgenommen, sagte General McKenzie. Er sei inzwischen wieder im Dienst. "Diese Tiere schützen US-Truppen, retten die Leben von Zivilisten, trennen Kämpfer und Nicht-Kämpfer und immobilisieren Individuen, die sich feindlich verhalten", sagte McKenzie.

IS warnt die USA

Die sterblichen Überreste Al-Bagdadis seien im Einklang mit dem Kriegsrecht innerhalb von 24 Stunden nach seinem Tod auf See bestattet worden, erklärte General McKenzie. Die Identität Al-Bagdadis sei zweifelsfrei nachgewiesen worden. Das US-Militär habe seine DNA mit einer Probe aus dem Jahr 2004 verglichen, als dieser in einem US-Gefängnis im Irak inhaftiert gewesen war. Al-Bagdadi war der derzeit meistgesuchte und gefürchtete Terrorist weltweit. Die USA hatten auf ihn ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen US-Dollar (22,6 Millionen Euro) ausgelobt. Wer dieses Geld nun bekomme, wollte McKenzie nicht sagen.

Nach einem Bericht der "Washington Post" soll ein Abtrünniger des IS den entscheidenden Hinweis auf das Versteck gegeben haben. Er soll demnach das Vertrauen von Al-Bagdadi gewonnen und zu seinem engeren Kreis gehört haben. Der neue IS-Anführer heiße Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi, erklärte die Terrormiliz über ihren Medienkanal Al-Furkan. Rita Katz, die Direktorin der auf die Beobachtung von Terrororganisationen spezialisierte Gruppe Site Intel, schrieb auf Twitter, der neue IS-Chef könnte zu einem Stamm gehören, der seine Herkunft auf den Propheten Mohammed zurückführe. Sonst sei wenig über ihn bekannt.

Der IS warnte Amerika demnach, sich nicht am Tod der IS-Führung zu erfreuen, zumal die Gruppe jetzt auch in Europa und Westafrika gut etabliert sei. General McKenzie räumte ein, dass der IS weiter gefährlich bleiben werde. "Wir vermuten, dass sie irgendeine Form eines Vergeltungsangriffs versuchen werden." Darauf sei man vorbereitet. "Wir sehen keine blutlose Zukunft, denn leider wird diese Ideologie da draußen sein."

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