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Borkenkäferplage droht - Stürme sorgen für größte Holzernte seit 2017

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Anders als in der Landwirtschaft führten Naturkatastrophen im Wald 2018 zu Rekordernten. Überstunden für Forstarbeiter und eine Käferplage können die Folgen sein.

Frisch gefällte Stämme werden auf einen Polder gelegt. Archivbild
Frisch gefällte Stämme werden auf einen Polder gelegt. (Archivbild)
Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Eine Kombination von Stürmen, Dürre und Borkenkäferplage hat 2018 zur größten Holzernte seit über einem Jahrzehnt geführt. Deutschlandweit wurden 64,4 Millionen Festmeter Holz eingeschlagen, erklärte der Bundesverband der Deutschen Säge- und Holzindustrie. Das war so viel wie seit 2007 nicht mehr. Ein Festmeter Holz entspricht einem Kubikmeter.

Für Förster und Waldbesitzer ist das gleichermaßen unerfreulich. Denn die vielen umgestürzten Bäume begünstigen die Ausbreitung des Borkenkäfers.

"Klimawandel ist auch im Wald angekommen"

Fast die Hälfte der Ernte des vergangenen Jahres war "Kalamitätsholz", so der Fachbegriff der Branche. "Der Klimawandel ist auch im Wald angekommen", sagt Martin Neumeyer, Vorstandschef der Bayerischen Staatsforsten, mit einer bewirtschafteten Fläche von mehr als 800.000 Hektar der größte deutsche Waldbesitzer. "Die Wälder überall in Mitteleuropa leiden unter Trockenstress, Borkenkäfervermehrung sowie Schneebruch- und Sturmschäden."

Für Förster, Forstarbeiter und die vielen kleinen Waldbesitzer in Deutschland bedeuten die Schäden in diesem Frühjahr Überstunden. Denn im Wald zieht ein Unglück das nächste nach sich: Stürzen viele Bäume wegen Stürmen und Schneebruchs um, begünstigt das die Ausbreitung des Borkenkäfers, der tote Bäume bevorzugt. Und die Käfer haben es gern warm und trocken - auch in diesem April ist in weiten Teilen Deutschlands weniger Regen als üblich gefallen.

Verkaufspreis für Fichtenholz sinkt

Die größten Wälder gibt es in Bayern, wo allein etwa ein Drittel der jährlichen deutschen Fichtenholzernte anfällt. Schon im vergangenen Jahr war die Suche nach dem Käfer sehr schwierig: "Mit dem enormen Aufwand von mehr als 200.000 Suchstunden in 1.000 Suchbezirken sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsforsten dem Käfer zu Leibe gerückt", sagt Vorstandschef Neumeyer.

Die Waldbesitzer müssen nicht nur umgestürzte Bäume aus dem Wald holen, sondern haben darüber hinaus mit gesunkenen Verkaufspreisen für Fichtenholz zu kämpfen. Bau- und Möbelindustrie hingegen können sich dementsprechend über gesunkene Einkaufspreise freuen. Der Erzeugerpreisindex des Holzindustrieverbands für Fichtenstammholz ist 2018 unter den Wert von 100 Punkten gefallen - 2015 lag der Index noch bei 125. Die Preise für höherwertiges Laubholz hingegen sind stabil.

Forstbranche für "Waldumbau" hin zu Mischwäldern

Viele Fachleute gehen davon aus, dass die vergleichsweise hohe Zahl von Stürmen ebenso wie die Dürre des vergangenen Jahres Anzeichen des Klimawandels sind. Anders als Buchen oder Eichen sind Fichten Flachwurzler und besonders anfällig für Sturm und Dürre. Die Forstbranche propagiert daher seit Jahren den "Waldumbau" hin zu Mischwäldern, um den widrigen Bedingungen besser widerstehen zu können. "Der voranschreitende Klimawandel verändert die Standortbedingungen für Forst und Holz", heißt es beim Holzindustrieverband.

Noch größere Schäden als im vergangenen Jahr gab es zuletzt 2007, als der Orkan Kyrill großflächige Zerstörungen angerichtet hatte. Damals wurden rekordverdächtige 77 Millionen Festmeter geerntet.

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