Sie sind hier:

Einsatz angewiesen - Mit Militär gegen Trucker-Blockaden

Datum:

Mit Straßenblockaden protestieren Lastwagenfahrer in Brasilien gegen die gestiegenen Spritpreise. Jetzt soll die Armee gegen die Trucker vorgehen.

Proteste von LKW-Fahrern in Brasilien am 24.05.2018
Proteste von Lkw-Fahrern in Brasilien
Quelle: ap

Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna kündigte am Freitag einen "schnellen" Einsatz der Streitkräfte an. Präsident Michel Temer hatte zuvor die Anweisung erteilt, die Straßensperren aufzulösen. Mit ihrem Protest legen die Lkw-Fahrer das Land seit mehreren Tagen nahezu komplett lahm, die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoffen ist stark beeinträchtigt.

Verteidigungsminister Silva e Luna erklärte, die Armee werde "auf eine schnelle, koordinierte und robuste Art" vorgehen. Durch den Einsatz solle der Verkehr in "kritischen Gegenden" wieder fließen können. "Wir werden nicht hinnehmen, dass die Bevölkerung von lebensnotwendigen Gütern abgeschnitten wird", sagte Präsident Temer zwei Stunden zuvor im Fernsehen. Die Regierung akzeptiere die Forderungen, aber eine "radikale Minderheit" der Fahrer setze die Blockaden fort.

Anstieg der Dieselpreise

Die größten Gewerkschaften Brasiliens verurteilten den Einsatz der Armee in einer gemeinsamen Stellungnahme. Allerdings rief die Abcam-Gewerkschaft, die etwa 700.000 Lkw-Fahrer repräsentiert, ihre Mitglieder unter Verweis auf Sicherheitsbedenken zur Beendigung der Blockaden auf.

Der Protest der Fahrer richtet sich gegen hohe Dieselpreise des staatlichen Ölkonzerns Petrobras. Diesem war 2016 erlaubt worden, diese selbst festzulegen. Außerdem spielt der jüngste Anstieg der weltweiten Ölpreise eine Rolle.

Kein Nachschub für Supermärkte

Die Regierung hatte sich am Donnerstagabend mit Vertretern der Trucker darauf geeinigt, dass die Fahrer ihre Blockaden für 15 Tage zunächst aussetzen. Am Freitag gingen die Proteste aber weiter. Die Straßenblockaden führen in dem Flächenland zu gravierenden Schwierigkeiten, weil die Güterverteilung stockt. Supermärkte und Tankstellen hatten keinen Nachschub mehr, die komplette brasilianische Autoindustrie musste ihre Produktion stoppen.

Am Flughafen der Hauptstadt Brasilia fielen erste Flüge aus, weil Maschinen nicht betankt werden konnten. Der Bürgermeister der Wirtschaftsmetropole São Paulo rief am Freitag den Notstand aus. Dies sollte den Behörden erlauben, Treibstoff und andere Dinge in Privatbesitz zu beschlagnahmen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.