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Umweltauflagen sollen wegfallen - Wütender Protest gegen Bolsonaros Regenwald-Politik

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Der rechte brasilianische Präsident will Umweltauflagen streichen, wodurch der Regenwald noch stärker abgeholzt werden könnte. Die Ureinwohner protestieren.

Der rechtsradikale brasilianische Präsident Bolsonaro will Umweltauflagen streichen, um den Regenwald noch stärker abzuholzen. Die Ureinwohner protestieren.

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Tausende brasilianische Ureinwohner haben gegen Präsident Jair Bolsonaros Änderungen bei der Zuständigkeit von Ministerien für indigene Angelegenheiten demonstriert. Oberhäupter von mehr als 300 Ethnien kamen für ein alljährliches dreitägiges Lager in die Hauptstadt Brasília, zu der die Demonstration am Freitag gehörte.

"Wir haben keine Angst, unser Motto ist 'vereinte Menschen werden nie besiegt werden'", sagte Marizete de Souza, regionale Koordinatorin des Volks der Macuxi. "Lasst Bolsonaros Regierung ruhig kommen, er wird nicht in der Lage sein, mit unseren indigenen Gebieten in Brasilien zu tun, was er will. Denn wir sind Krieger." Die Demonstranten liefen auf der Hauptstraße von Brasília zum Kongressgebäude und stoppten vor dem Gesundheits- und dem Justizministerium.

Hilfe von der EU gefordert

Im Fokus des Lagers steht Bolsonaro und dessen Entscheidung, die Behörde für die Angelegenheiten der Ureinwohner dem Landwirtschaftsministerium und einem neuen Ministerium für Familie, Frauen und Menschenrechte zu unterstellen, das von einem ultra-konservativen Pastor geleitet wird. Die als Funai bekannte Behörde ist für die Zuteilung der Gebiete von Ureinwohnern und für Umweltlizenzen für Betriebe in Ureinwohner-Reservaten zuständig. Sie gehörte zuvor zum Justizministerium. Kritiker argumentieren, die Änderung werde mehr Bergbau und industrielle Landwirtschaft in geschützten Gebieten erleichtern.

Über 600 europäische Wissenschaftler forderten am Freitag, die Handelsverhandlungen zwischen Brasilien und der EU auf Nachhaltigkeitsprinzipien zu gründen. "Wir rufen die EU auf, diese entscheidende Gelegenheit zu ergreifen, um sicherzustellen, dass Brasilien Menschenrechte und die Umwelt schützt", hieß es in dem Brief, der in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Science" veröffentlicht wurde. "Indem sie auf einen Abbau der Anti-Abholzungsregeln hinarbeitet, bedroht Brasiliens neue Regierung indigene Rechte und natürliche Gebiete, die diese schützen." Der Brief wurde auch von zwei Organisationen brasilianischer Ureinwohner unterzeichnet, die 300 Gemeinden vertreten.

Der Regenwald im brasilianischen Amazonasgebiet.

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