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Feuer im Amazonasgebiet - Brasiliens Armee fliegt Einsätze gegen Waldbrände

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Lange hat er gezaudert, jetzt schickt Brasiliens Präsident die Streitkräfte in das Katastrophengebiet am Amazonas. Auch die G7 wollen beim Kampf gegen die Flammen helfen.

Auf Befehl des brasilianischen Präsidenten Bolsonaro setzt das Militär Löschflugzeuge ein, um den Waldbrand in weiten Teilen des Amazonas-Regenwaldes einzudämmen.

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Nach der internationalen Kritik am Zögern der brasilianischen Regierung im Kampf gegen die verheerenden Feuer im Amazonasgebiet greift nun das Militär ein. Zwei Löschflugzeuge vom Typ Hercules starteten am Samstag von Porto Velho im Bundesstaat Rondônia aus zu ihren Einsätzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auf Videos war zu sehen, wie die Piloten über den Waldbrandgebieten Tausende Liter Wasser abwarfen. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit.

Für die Bekämpfung der Waldbrände stellte die brasilianische Regierung zusätzliches Geld zur Verfügung. Das Wirtschaftsministerium habe mit sofortiger Wirkung 38,5 Millionen Reais (8,3 Millionen Euro) freigegeben, berichtete das Nachrichtenportal G1 in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit). Damit sei einer Anforderung des Verteidigungsministeriums entsprochen worden.

Mehrere Bundesstaaten bitten um Unterstützung

Sechs von den Bränden betroffene Bundesstaaten haben bereits um Unterstützung der Streitkräfte gebeten, wie die brasilianische Regierung bekanntgab. Die Soldaten können ab sofort in Rondônia, Roraima, Pará, Tocantins, Acre und Mato Grosso bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern helfen. Insgesamt stünden in der Region rund 44.000 Soldaten zur Verfügung, sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva. Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz des Militärs zuvor per Dekret erlaubt.

"Der Einsatz wird vor allem in der Verhütung und Verfolgung von Umweltverbrechen sowie der Unterstützung bei den Löscharbeiten bestehen", sagte Azevedo. Umweltminister Ricardo Salles bat die Bundesstaaten um Hilfe: "Wir wissen, dass viele nur begrenzte Kapazitäten haben, aber wir können diese Aktion ohne die örtliche Unterstützung nicht durchführen."

72.000 Brände registriert

In Brasilien wüten derzeit die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 83 Prozent zu.

Karte: Waldbrände im Amazonas-Regenwald
In Brasiliens Westen brennt der Regenwald.
Quelle: ZDF

Insgesamt wurden über 72.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Freihandelsabkommen in Frage gestellt

Umweltschützer werfen dem rechten brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klargemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.


Die verheerenden Brände bereiten auch Papst Franziskus Sorge. "Beten wir, damit sie mit dem Einsatz aller so schnell wie möglich gebändigt werden", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Sonntag vor Tausenden Gläubigen nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. "Diese Lunge aus Wäldern ist lebensnotwendig für unseren Planeten."

G7-Staaten wollen helfen

Die Brände wurden auch beim Gipfel der großen Industriestaaten (G7) im französischen Biarritz diskutiert. Der Amazonasregenwald kann riesige Mengen CO2 binden und ist deshalb im Kampf gegen den Klimawandel von globaler Bedeutung. Auch in Brasiliens Nachbarländern Peru und Bolivien hatten die Waldbrände zuletzt kräftig zulegt.

Angesichts des Flammeninfernos wollten die G7-Staaten nun rasche Hilfe anbieten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron. Es gehe um "technische und finanzielle Mittel". Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben.

Bolivien setzt Supertanker ein

Einige europäische Länder stellten die Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis Mercosur und der EU in Frage. Erst Ende Juni war nach jahrelangen Verhandlungen eine politische Einigung über den Aufbau der größte Freihandelszone der Welt erzielt worden.

Die bolivianische Regierung setzte am Wochenende einen sogenannten Supertanker im Kampf gegen die Flammen ein. Die umgebaute Boeing 747 eines US-Unternehmens unterstütze die Löscharbeiten in der Region Chiquitanía im Osten des Landes, teilte Präsident Evo Morales mit. Das Flugzeug kann rund 75.000 Liter Wasser abwerfen.

Ein Supertanker Flugzeug fliegt über die Waldbrandgebiete Boliviens am 24.08.2019 in Robore.
Mit dem "Supertanker"-Flugzeug geht Bolivien gegen die Urwaldbrände vor.
Quelle: reuters

Fast eine Million Hektar Urwald in Bolivien vernichtet

"Wir planen vier Löscheinsätze pro Tag", sagte Boliviens Verteidigungsminister Javier Zavaleta der Zeitung "La Razón". "Wir werden den Kampf gegen das Feuer gewinnen."

Doch die Brände haben schon fast eine Million Hektar Urwald vernichtet. Sie erstreckten sich über eine Gesamtfläche von 950.000 Hektar, sagte Cliver Rocha von der Landes-Forstverwaltung am Samstag. 32 Prozent des Chiquitano-Waldes seien zerstört, 1.871 Familien in Dutzenden Ureinwohner-Siedlungen seien betroffen. "So etwas gab es hier noch nie", sagte Martín Carrillo vom Bürgerkomitee der Ortschaft Roboré. "Seit 40 Tagen kämpfen wir schon gegen die Brände."

Nach anfänglicher Zurückhaltung sendet Brasiliens Präsident Bolsonaro nun Militär in das Katastrophengebiet am Amazonas. Mehr als 40.000 Soldaten sind seit Samstag im Einsatz um die heftigen Waldbrände einzudämmen.

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