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Fridays-for-Future-Protestwoche - Geplanter Klimastreik erfährt breite Unterstützung

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400 Demonstrationen plant die Bewegung Fridays for Future bundesweit im Rahmen des globalen Streiks für mehr Klimaschutz. Neben der Kirche rufen auch Unternehmen dazu auf.

Fridays for Future Demonstration (Archivbild)
In weltweit über 2.000 Städten soll der Klimastreik stattfinden.
Quelle: dpa

Für ihren Aufruf zum globalen Streik für mehr Klimaschutz an diesem Freitag bekommt die Bewegung Fridays for Future breite Unterstützung. Mit dabei sind Umwelt- und Entwicklungsorganisationen wie Greenpeace und Brot für die Welt, aber auch die Evangelische Kirche, die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Kulturrat. Sie riefen am Montag alle Bürger auf, an den bislang mehr als 400 bundesweit geplanten Demonstrationen teilzunehmen.

Unternehmen wollen Geschäfte schließen

"Junge und Erwachsene gemeinsam können die Regierung zum Handeln antreiben. Bisher hat die Bundesregierung versagt", erklärten sie. Auch gut 200 Mitgliedsfirmen des ökologisch orientierten Verbands UnternehmensGrün beteiligen sich aktiv an dem Streik. Sie wollen ihre Geschäfte schließen und rufen ihre Mitarbeiter auf, für mehr Klimaschutz auf die Straße zu gehen. Dazu gehören die GLS Bank mit 500 Beschäftigten und Naturstrom mit 400 Mitarbeitern sowie viele weitere kleine und mittelständische Unternehmen.

Aus den Reihen umweltbewusster Unternehmer beteiligt sich auch die Initiative "Entrepreneurs for Future" am Streik. Sie fordert unter anderem einen spürbaren Preisaufschlag auf Öl, Gas und Kohle. Die Umweltbewegung Extinction Rebellion will am Freitag außerdem strategisch wichtige Punkte in der Hauptstadt Berlin blockieren. Geplant seien friedliche und kreative Aktionen unter dem Motto "Ungehorsam für alle", erklärte die Gruppe. Die Extinction Rebellion - zu Deutsch "Rebellion gegen das Aussterben" - macht seit Ende 2018 immer wieder mit Protestaktionen auf sich aufmerksam.

Globale Streikwoche in mehr als 2.000 Städten

Für die globale Streikwoche für mehr Klimaschutz, die am Freitag beginnt, haben Aktivisten schon Proteste in mehr als 2.000 Städten in 129 Staaten angekündigt. Die von der Schwedin Greta Thunberg angestoßene Protestbewegung wird von Schülern und Studenten getragen. Für Deutschland fordert Fridays for Future unter anderem, dass der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase spätestens 2035 unterm Strich auf null sinkt - also 15 Jahre früher als bisher geplant. Der Kohleausstieg soll demnach schon bis 2030 vollzogen und eine 100-prozentige erneuerbare Energieversorgung bis 2035 erreicht sein.

Die Lehrergewerkschaft VBE fühlt sich unterdessen im Umgang mit Fehlstunden der streikenden Schüler allein gelassen und warf Politikern in einem Schreiben "Doppelzüngigkeit" vor. Es dürfe nicht sein, dass das Engagement der Schüler auf der einen Seite unterstützt werde, "aber auf der anderen Seite den Schulen die Verantwortung aufzubürden, zu entscheiden, wie und ob sie Verletzungen der klar gesetzlich geregelten Schulpflicht ahnden", erklärte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Damit macht die Politik Schulen zum Sündenbock."

Kein klassischer Streik, dennoch Möglichkeiten zur Teilnahme

Fridays-for-Future-Sprecher Linus Steinmetz betonte, "wir demonstrieren, weil uns nichts anderes übrig bleibt". Die Politik müsse endlich handeln. "Wir steuern auf eine lebenszerstörende Krise zu und bislang passiert nichts", so Steinmetz. Er forderte ein Klimaschutzgesetz mit klaren Zielvorgaben für die einzelnen Bereiche wie Verkehr, Energie und Landwirtschaft.

Antje von Broock, Vertreterin des Bündnisses und stellvertretende Geschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte mit Blick auf arbeitsrechtliche Probleme für Beschäftigte, es gebe diverse Möglichkeiten, sich am Klimastreik zu beteiligen. Dabei verwies sie unter anderem auf Überstundenabbau, einen gemeinsamen Betriebsausflug oder eine verlängerte Mittagszeit. Der Chef der Gewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, betonte, der Klimastreik sei nicht vergleichbar mit einem Streik während eines Arbeitskampfes: "Wir zahlen kein Streikgeld." Wer aber die Möglichkeit habe, am 20. September Flagge zu zeigen, solle dies tun.

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