ZDFheute

Bovenschulte und die "alte Tante SPD"

Sie sind hier:

Bürgermeisterkandidat in Bremen - Bovenschulte und die "alte Tante SPD"

Datum:

SPD-Politiker Andreas Bovenschulte soll der nächste Bürgermeister von Bremen werden. "Bovi" begreift Rot-Grün-Rot als Chance und will vor allem im Bereich Bildung Akzente setzen.

Andreas Bovenschulte am 06.07.2019 in Bremen
Andreas Bovenschulte
Quelle: dpa

Nach der Nominierung seiner Partei als Bürgermeisterkandidat wurde Andreas Bovenschulte herzlich von seinem Vorgänger Carsten Sieling umarmt. Die langjährigen Weggefährten verbrachten einst gemeinsame Zeit in einer Wohngemeinschaft. Nun teilen sie möglicherweise bald auch eine politische Erfahrung: Wie es sich anfühlt, Bürgermeister in Bremen zu sein.

Was wird aus "der alten Tante" mit dem neuen Hoffnungsträger?

Der 53-jährige Jurist Bovenschulte meinte, er habe sich gewünscht, dass "wir die Wahl gewinnen und mit Carsten Sieling als Bürgermeister weitermachen". Es sei nun mal anders gelaufen und jetzt stelle sich nach der derben Wahlniederlage die Frage, was "aus der alten Tante SPD" werde.

Es ist ein Comeback, das sich in Bremen schon länger andeutete: Andreas Bovenschulte, der schon von 2010 bis 2013 SPD-Landesvorsitzender in Bremen war, wurde nun vom Sonderparteitag der SPD mit 95,9 Prozent der Stimmen für das Amt des Bürgermeisters nominiert. Der Koalitionsvertrag wurde von der SPD fast einstimmig angenommen.

Zusammenhalt und Verantwortung

Auch die Grünen und die Linke stimmten auf Parteitagen zu. Nun steht noch eine Mitgliederbefragung bei den Linken aus. "Das bildet die Grundlage, dass wir in den nächsten vier Jahren gut arbeiten können", meinte Andreas Bovenschulte in seiner Nominierungsrede. Der 53-jährige Jurist, kurz "Bovi" genannt, hielt eine Ansprache, in der er den Parteitag hinter sich vereinen konnte. "Er ist ein bisschen mehr Showman als Carsten Sieling", meinte eine der Delegierten über ihn. "Inhaltlich habe Carsten Sieling auch gut gearbeitet, sich aber nicht so gut verkauft", so ihre Meinung.

Andreas Bovenschulte beschwor klassische sozialdemokratische Werte wie Zusammenhalt und soziale Verantwortung. Die Interessen der Arbeitnehmer stünden immer im Mittelpunkt der SPD, egal wie die Ressortverteilung sei, meinte er im Hinblick darauf, dass die Linke nun das Ressort "Arbeit" führe.

Rot-Grün-Rot als riesige Chance

Rot-Grün-Rot sei eine riesige Chance, meinte Andreas Bovenschulte. "Eine weitere werden wir nicht mehr kriegen". Was verteilt werden solle, müsse erst einmal erwirtschaftet werden, richtete er eine Grußadresse an alle, die von der Sparpolitik abweichen wollen. Soziale Gerechtigkeit beginne bei der Bildung. "Wenn wir da nicht erfolgreich sind, haben wir überhaupt keinen Erfolg", machte Bovenschulte deutlich. Die letzten fünf Jahre als Bürgermeister in Weyhe seien für ihn eine Lehrzeit gewesen, meinte der 53-Jährige.

Diesen direkten Kontakt Bürgern mit ihren Probleme habe er sich auch für seine Zeit als Bremer Bürgermeister vorgenommen. "Wir werben für die Mehrheit nicht vom Schreibtisch aus. Unsere Partei ist immer dann stark, wenn wir nahe bei den Menschen sind." Dies will er umsetzen, wenn er am 15. August zum Bürgermeister des Landes Bremen gewählt wird.

Kai Niklasch ist Leiter des ZDF-Studios in Bremen

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.