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Proteste gegen Spritpreise - Brennende Barrikaden in Simbabwe

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Bei Protesten gegen die drastische Erhöhung der Treibstoffpreise in Simbabwe sind mindestens drei Menschen getötet worden. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Nachricht traf die Bevölkerung am Wochenende wie ein Schlag: Präsident Emmerson Mnangagwa kündigte die Erhöhung der Treibstoffpreise an. Sie wurden am Sonntag mehr als verdoppelt. Seitdem kostet ein Liter Benzin statt bislang 1,24 US-Dollar 3,31 US-Dollar, also 2,89 Euro. Der Preis für einen Liter Diesel stieg auf umgerechnet rund 2,71 Euro.

Simbabwe ist zwar reich an Bodenschätzen. Doch Jahrzehnte der Misswirtschaft und Sanktionen haben die Wirtschaft des Landes in die Knie gezwungen.

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Nächtelanges Warten vor der Tankstelle

In der Hauptstadt Harare und in der zweitgrößten Stadt Bulawayo gingen am Montag Hunderte aus Protest auf die Straße; sie errichteten Barrikaden, zündeten Reifen und offenbar auch Fahrzeuge an. Die Polizei und das Militär reagierten mit Gewalt: Sie setzten Tränengas ein, schossen laut Augenzeugen auf Demonstranten. Ärzte berichten, dass 13 Menschen Schussverletzungen erlitten hätten. 200 Personen sollen laut Regierung festgenommen worden sein.

Mit der umstrittenen Maßnahme will Emmerson Mnangagwa den Treibstoff-Engpass in seinem Land beheben. Diesel und Benzin sind bereits seit Monaten knapp, in den vergangenen Wochen hatte sich die Lage weiter verschärft. Vor Tankstellen bildeten sich schier endlose Warteschlangen, zuletzt sollen Autofahrer nächtelang vor Tankstellen gewartet haben, in der Hoffnung auf ein wenig Benzin.

Diktator Mugabe hat Land heruntergewirtschaftet

Das Bündnis "Krise in Simbabwe", ein Dachverband mehrerer Nichtregierungsorganisationen, kritisierte, dass die Regierung mit dem Einsatz von bewaffneter Polizei und Militär die demokratischen Rechte der Demonstranten untergrabe. Gewerkschaften riefen zu einem dreitägigen Streik in dieser Woche auf.

Simbabwe steckt auch nach dem erzwungenen Rücktritt von Robert Mugabe im November 2017 in einer schweren Wirtschaftskrise. Der Langzeit-Diktator hatte das Land völlig heruntergewirtschaftet. Die unter ihm von der Internationalen Gemeinschaft erhobenen Sanktionen belasten die Wirtschaft schwer – obwohl das Land eigentlich reich an Bodenschätzen ist. Der neue Präsident, Emmerson Mnangagwa, der im Sommer 2018 an die Macht kam, hatte seinen Wählern den Aufschwung versprochen. Die Investoren kämen in Scharen, hatte er behauptet – doch bislang ist nichts passiert.

Die meisten Geschäfte in Harare blieben am Montag geschlossen. Einige, die geöffnet hatten, schlossen ebenfalls und schickten ihre Mitarbeiter nach Hause. Viele Menschen müssen inzwischen zu Fuß gehen, weil sie sich die gestiegenen Kosten für die wenigen öffentlichen Transportmittel, die noch fahren, nicht mehr leisten können. Hinzu kommt jetzt auch die Angst, dass Dinge des täglichen Bedarfs, wie Brot, erheblich teurer werden.

Mit Material von dpa und AP

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