Sie sind hier:

Drei-Länder-Gipfel - Brenner: Mehr Güter auf die Schiene

Datum:

Um die Brenner-Transitstrecke zu entlasten, wollen die betroffenen Länder und Regionen mehr Güter auf die Schiene bringen - und zwar noch dieses Jahr.

Vertreter aus Deutschland, Österreich und Italien haben heute in München darüber beraten, wie die Brenner-Autobahn entlastet werden kann.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Bis zu einem Folgetreffen im Mai solle eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, wie bestehende Schienenkapazitäten genutzt und die Verlagerung auf die Bahn attraktiver gemacht werden könnten, erläuterten die Teilnehmer nach dem ersten Brenner-Gipfel in München am Montagabend. Bei dem nächsten Treffen in Innsbruck sollten dann Maßnahmen beschlossen und noch dieses Jahr umgesetzt werden.

Tirol will Blockabfertigungen früher ankündigen

Die von deutscher und bayerischer Seite kritisierten Blockabfertigungen will Tirol fortsetzen, sie jedoch früher ankündigen. Österreich hat den Zustrom mehrfach nach Feiertagen mit Blockabfertigungen gedrosselt und höchstens 300 Lastwagen pro Stunde einreisen lassen. Die Folge waren kilometerlange Rückstaus von Lastwagen in Bayern.

Darum allerdings wurde bei dem Gipfel offensichtlich nicht gestritten. "Wir hatten uns dafür entschieden, nicht Rechtspositionen auszutauschen", sagte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU). Im Vordergrund habe die Frage gestanden, wie "kurzfristig mit vereinten Kräften" die rollende Landstraße gestärkt werden könne.

In nur "wenigen Wochen" könnten auf der Rollenden Landstraße der Bahn zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Bei Rollenden Landstraßen werden Lastwagen oder Sattelzüge mit der Bahn befördert.

Italien will mehr Anreize für Bahntransport setzen

Hofers italienischer Kollege Graziano Delrio (PD) kündigte mehr Anreize für Transportunternehmen zum Umstieg an. Auf bayerischer Seite sind laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) schon jetzt Möglichkeiten da. Die Zahl der Züge Richtung österreichische Grenze und Brenner könne auf den vorhandenen Gleisen von derzeit 100 auf 200 gesteigert werden.

Karte Brennerautobahn
Brenner-Autobahn Quelle: ZDF

Die Blockabfertigungen rechtfertigte Hofer als "notwendige Entlastungsmaßnahme" - oder auch "Notfallmaßnahme". Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter sagte, erst die Blockabfertigungen hätten Bewegung in die Transitproblematik gebracht. Der Verkehr bedeute eine "unglaubliche Belastung für die Bevölkerung". "Es wird weiter Blockabfertigungen geben, aber ich habe auch zugesagt, dass wir rechtzeitig informieren."

"Ich halte die Blockabfertigung für inakzeptabel, sie verlagert das Problem anstatt es zu lösen. Es verschlimmert die Belastungen für die Menschen und die Umwelt auf der bayerischen Seite", teilte Bayerns Innenminister Herrmann hingegen mit. Für die bayerischen Speditionen und Logistikunternehmen bedeute das große Verzögerungen, bei erheblichen Mehrbelastungen für die Fahrer und schlimmstenfalls sogar Vertragsstrafen.

Der Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher sagte, die Stickoxidwerte seien in seiner Region überschritten, die Belastungsgrenze sei erreicht. "Dosiersysteme" wie die Blockabfertigung könnten vorübergehend helfen.

Tirol, Südtirol und Trentinio planen höhere Maut

Die Regionen Tirol, Südtirol und Trentino wollen die Strecke über die Alpen auch mit höheren Mautgebühren für den Transitverkehr unattraktiver machen. Sie setzen sich für eine Korridormaut von München nach Verona ein, um die Mautgebühren anzugleichen - und anzuheben. Deutschland blieb hier zurückhaltend. Eine Erhöhung auf einem Streckenpart wäre mit dem deutschen System schwer vereinbar.

30 bis 40 Prozent des Verkehrs an der Brenner-Strecke sei "Umwegeverkehr", sagte Hofer. "Dieser Verkehr entsteht nur, weil es günstiger ist, über den Brenner zu fahren" - als über andere Alpenpässe. Und es wurde zuletzt immer mehr: Rund 2,25 Millionen Lastwagen hatten nach Angaben der Autobahn-Gesellschaft Asfinag 2017 die Mautstelle Schönberg an der Brenner-Autobahn passiert, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Pkw stieg um rund fünf Prozent auf 11,6 Millionen.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.