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Brexit-Hardliner - Johnson will Ausstiegszahlung an EU zurückhalten

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Brexit-Hardliner Boris Johnson will der EU weitere Zugeständnisse abringen - indem er zugesicherte Austrittszahlungen zurückhält.

Brexit-Hardliner Boris Johnson. Archivbild
Brexit-Hardliner Boris Johnson. Archivbild
Quelle: Rui Vieira/AP/dpa

Der Favorit auf den Posten des britischen Premierministers, Boris Johnson, hat der Europäischen Union gedroht, die vereinbarten Ausstiegszahlungen in Milliardenhöhe zurückzuhalten.

Der "Sunday Times" sagte der Brexit-Hardliner, die von Brüssel geforderten 39 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Euro) so lange nicht zu bezahlen, bis es bessere Bedingungen und "mehr Klarheit" über das weitere Vorgehen gäbe. "Für den Abschluss eines guten Deals ist Geld ein großartiges Lösungs- und ein großartiges Schmiermittel." Er habe es immer merkwürdig gefunden, den gesamten Scheck zu unterschreiben, bevor ein endgültiges Abkommen abgeschlossen sei.

Kein größeres Medienecho

Laut ZDF-Korrespondent Yacine Hehrlein verursacht Johnsons Vorstoß kein größeres Medien-Echo. Johnsons Haltung, den Brexit falls notwendig auch ohne Deal anzustreben, ist hinlänglich bekannt.

Michael Gove
Umweltminister Michael Gove hat zugegeben, früher Kokain konsumiert zu haben (Archivbild).
Quelle: reuters

Mehr Schlagzeilen produziert das Eingeständnis des derzeitigen Umweltministers Michael Gove, vor zwanzig Jahren Kokain konsumiert zu haben. Sämtliche Kandidaten stehen nun unter Druck ihre Drogenvergangenheit offenzulegen.

Johnson durch Trump ermuntert?

Vergangene Woche hatte bereits US-Präsident Donald Trump den Briten empfohlen, die EU-Schulden nicht zu bezahlen - und Johnson bescheinigt, ausgezeichnete Fähigkeiten für das Amt des Partei- und Regierungschefs zu haben. Bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU hatte London zugesagt, eine Schlussrechnung in Höhe von 44 Milliarden Euro zu begleichen. Brüssel besteht darauf, dass London seinen Anteil für gemeinsam getroffene Finanzentscheidungen bezahlt - für den EU-Haushalt, gemeinsame Fonds und Pensionslasten.

Der frühere Außenminister Johnson gilt als Favorit im Rennen um die Nachfolge der scheidenden britischen Premierministerin Theresa May. Am Freitag hatte sie die Führung ihrer Konservativen Partei abgegeben. Sie wird bis Ende Juli auch als Regierungschefin ersetzt.

Bewerbungsfrist für May-Nachfolger endet

Johnson war im vergangenen Jahr aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs als Außenminister zurückgetreten. Bislang haben elf Politiker ihr Interesse an dem Posten als Chef der Konservativen Partei und damit auch als Regierungschef bekundet. Die offizielle Bewerbungsfrist für die Kandidaten endet am Pfingstmontag.

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