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Bürgermeister von Belfast sehr besorgt

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Brexit und Nordirland - Bürgermeister von Belfast sehr besorgt

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Die Menschen in Nordirland stimmten beim Brexit-Referendum mehrheitlich gegen einen Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU. Der Bürgermeister von Belfast ist besorgt.

Peace wall in Cupar Way, Belfast
Peace wall in Cupar Way, Belfast
Quelle: ap

Der Bürgermeister von Belfast, Daniel Baker, hat den Austritt von Großbritannien und Nordirland aus der Europäischen Union scharf kritisiert. "Ich bin sehr, sehr besorgt", sagte der Politiker der pro-irischen Partei Sinn Fein der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt keinen guten Brexit."

Nordirland mehrheitlich gegen Brexit

Die Menschen in Nordirland hätten mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt, würden von der britischen Regierung aber ignoriert. "Ich wollte den Brexit nicht, und ich mache mir große Sorgen darüber, welche Folgen er haben wird, nicht nur für Belfast und Irland, sondern auch für meine Kinder."

Seine Kinder seien noch klein, sagte der 37 Jahre alte Lord Mayor. Er wünsche sich, dass sie sich ebenso als Iren wie als Europäer fühlen und ihren Studien- und Wohnort frei wählen könnten.

Ich will, dass sie die gleichen Rechte haben wie jemand aus Deutschland.
Bürgermeister von Belfast, Daniel Baker

Die Europäische Union habe seit Jahrzehnten eine enorm wichtige Rolle für Nordirland gespielt, sowohl durch finanzielle Förderung - die nun wegfalle - als auch durch politische Unterstützung für den Friedensprozess.

Sorge vor neuen Grenzen und "Friedensmauern"

Dieser Gemeinschaft und diesem Markt den Rücken zu kehren, könne ausschließlich Nachteile haben. "Ich will keine Grenzen, ich mag keine Grenzen", sagte Baker.

Karte: Nordirland - Derry/Londonderry - Belfast
Karte: Nordirland - Derry/Londonderry - Belfast
Quelle: ZDF

Er sei in einem Land voller Grenzen aufgewachsen und wisse, was das bedeute, sagte er in Anspielung auf die sogenannten Friedensmauern, die in nordirischen Städten protestantische und katholische Wohnviertel abschirmen. Wenn Premierminister Boris Johnson innerhalb von weniger als einem Jahr ein Freihandelsabkommen mit der EU aushandeln könne, würde ihn das sehr überraschen.

Unter jungen Briten sorgt der Brexit für viel Frust. Sie sind enttäuscht und wütend - und machen sich große Sorgen um ihre Zukunftsperspektiven:

Archiv: Junge Briten protestieren am 28.08.2019 in London

Austritt aus der EU - Brexit und die Jugend: Wut und Zukunftsängste

von Caroline Leicht
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