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Deutsche Wirtschaft erleichtert - "Verspätetes Nikolausgeschenk"

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Der Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU lässt die deutsche Wirtschaft aufatmen. Der DIHK spricht von einem "verspäteten Nikolausgeschenk".

Archiv: Ein Mitarbeiter des Maschinenbauers Schuler AG reinigt am 03.03.2017 in Göppingen, Baden-Württemberg, ein Exzenterrad
Quelle: dpa

Die Wirtschaft in Deutschland und Großbritannien hat erleichtert auf den ersten Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen reagiert. Zugleich wiesen Spitzenverbände aber darauf hin, dass schwierige Themen wie die künftigen Handelsbeziehungen mit Fragen wie Zöllen noch nicht geklärt seien.

"Die Einigung zwischen der EU und Großbritannien ist ein verspätetes Nikolausgeschenk für die deutsche Wirtschaft", erklärte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer am Freitag. "Durch den Konsens über die Austrittsbedingungen ist nun der Weg frei für die Themen, die den Unternehmen auf den Nägeln brennen." Nun müssten dringend die für die Wirtschaft wichtigen Fragen behandelt werden. Dazu zählte Schweitzer unter anderem Zölle, die Suche nach Fachkräften und die Sicherung von Lieferketten. "Für die deutsche Wirtschaft steht sehr viel auf dem Spiel", betonte Schweitzer.

Umfassendes Freihandelsabkommen als nächster Schritt

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, sagte, es sei eines von vielen Hindernissen auf dem Weg zu einem geordneten Brexit aus dem Weg geräumt worden. Der schwierigste Teil der Verhandlungen stehe aber noch bevor. Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Clemens Fuest, wertete den Durchbruch als "sehr gute Nachricht". Er sagte: "Nun sollte die EU ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Großbritannien anstreben, damit die volkswirtschaftlichen Kosten des Austritts für alle Seiten begrenzt bleiben."

Die Weichen für den Brexit muss die EU nun auf ihrem Gipfel am 14. und 15. Dezember stellen. May rechnet damit, dass dies auch gelingen wird. "Wir werden die EU verlassen", bekräftigte sie. EU-Ratspräsident Donald Tusk will nun sofort über eine Übergangsperiode sprechen. "Wir sollten Verhandlungen über die Übergangsperiode beginnen, damit Unternehmen und Bürger Klarheit haben." Der Brexit soll im März 2019 vollzogen werden. Großbritannien wünscht sich danach eine Übergangszeit von zwei Jahren, in der das Land noch Teil des EU-Binnenmarktes und der Zollunion bleiben würde.

Pfund legt an der Börse zu

Anleger an der Börse reagierten erleichtert: Das Pfund stieg zum Euro auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Auch der Dax schoss nach oben. "Das Vereinigte Königreich ist Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner mit einem Warenumschlag von mehr als 120 Milliarden Euro im letzten Jahr", betont DIHK-Präsident Schweitzer.

Der Verband der britischen Handelskammern BCC (British Chambers of Commerce) erklärte, es müsse nun "absolute Klarheit" über die angestrebten langfristigen Handelsbeziehungen zwischen Großbritannien und der EU geschaffen werde. "Unternehmen wollen wissen, was der EU-Austritt für Vorschriften, Grenzkontrollen, Anstellungen, Produktstandards, Zölle und Steuern bedeutet", sagte BCC-Chef Adam Marshall.

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