Sie sind hier:

Time-Warner-Gebäude evakuiert - Paketbombenalarm bei CNN, Clinton und Obama

Datum:

Die USA stehen vor wichtigen Wahlen. das politische Klima ist vergiftet. Nun versetzt eine Paketbomben-Serien an hohe Politiker das Land in Unruhe. Was steckt dahinter?

Eine Serie von Paketbomben hat in den USA für Alarm gesorgt: Zwei Wochen vor den Kongresswahlen wurden mutmaßliche Sprengsätze unter anderem in der Post des früheren Präsidenten Barack Obama sowie von Ex-Außenministerin Hillary Clinton entdeckt.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Kurz vor den US-Kongresswahlen hat der Fund mehrerer Pakete mit potenziellen Sprengsätzen an prominente Politiker die USA in Unruhe versetzt. Der Secret Service fing zwei solcher Pakete ab, die an den früheren demokratischen US-Präsidenten Barack Obama und die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton adressiert waren.

Kurz darauf wurde nach dem Fund eines solchen Pakets auch ein großes Bürogebäude in New York geräumt, in dem unter anderem der US-Fernsehsender CNN ein Studio hat. Auch weitere Politiker der oppositionellen Demokraten erhielten Pakete mit potenziellen Sprengsätzen. Ermittler vermuten, dass sie vom gleichen Absender stammen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem Terrorakt.

Sprengsatz in New York scharf

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Offen blieb etwa, ob die Sprengsätze alle funktionstüchtig waren und wenn ja, wie gefährlich sie waren. Bei dem Paket, das in dem New Yorker Bürogebäude einging, gehen die Ermittler bereits davon aus, dass der enthaltene Sprengsatz scharf war. Es scheine sich um Rohrbomben zu handeln. Den Angaben nach wurde in dem Paket unter anderem auch ein Umschlag mit weißem Pulver gefunden.

Die Ereignisse überschlugen sich am Mittwoch. Ein Blick zurück: Am Vormittag (Ortszeit) bestätigt der Secret Service zuerst die ominösen Sendungen an Clinton und Obama: Das an Clintons Wohnsitz außerhalb von New York adressierte Paket sei am Vorabend entdeckt worden. Mittwochfrüh sei dann ein zweites verdächtiges Paket an Obama in Washington aufgetaucht. Beide Pakete seien bei Routine-Checks als mögliche Sprengsätze aufgefallen - vor der Auslieferung. Die beiden hätten die Pakete nicht erhalten und seien nicht in Gefahr gewesen.

Hunderttausende bekamen Notfall-Warnung

Kurz darauf in New York im Time Warner Center: Mitten in die Live-Berichterstattung von CNN platzt ein Feueralarm. Das komplette Gebäude und einige andere drumherum werden geräumt. Der Grund auch da: ein verdächtiges Paket.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Hunderttausende Menschen in Manhattan bekommen eine Notfall-Warnung auf ihr Handy, die sie auffordert, die Gegend um das Gebäude unweit des Times Square in Manhattan weiträumig zu meiden. In den geräumten Gebäuden befinden sich unter anderem Büros, Wohnungen, eine Shopping Mall, ein Jazz Club und ein Lebensmittelladen. Der Straßenblock wird abgesperrt, die Polizei ist mit einem Großaufgebot und Spürhunden vor Ort.

Karte: An wen "verdächtige Päckchen" in den USA adressiert waren
Karte: An wen die Sendungen in den USA adressiert waren
Quelle: ZDF

Auch von anderen Orten werden nach und nach weitere verdächtige Paketsendungen gemeldet: etwa bei der ehemaligen demokratischen Parteichefin Debbie Wasserman Schultz in Florida oder beim New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo. Bei Cuomo stellte sich nach CNN-Angaben jedoch heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Der US-Fernsehsender zitiert ein Mitglied der Polizei von New York, wonach das Päckchen inzwischen als sicher gelte.

Zusammenhang mit Kongresswahl?

Offen ist, ob der Versand der Pakete in direktem Zusammenhang zur Kongresswahl am 6. November steht. Auffallend sind Parallelen bei den Adressaten: Obama und Clinton gehören zu den prominentesten Demokraten. Clinton war 2016 bei der Präsidentschaftswahl gegen Donald Trump angetreten. Auch Wassermann Schultz ist Demokratin.

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf die Polizei, das an Clinton adressierte Paket weise Ähnlichkeiten zu der Briefbombe auf, die am Montag am US-Wohnsitz des Milliardärs und Philantropen George Soros gefunden worden war. Soros hat seit Jahren die Demokraten unterstützt.

CNN berichtete, das Paket, das bei dem Sender einging, sei an den früheren CIA-Direktor John Brennan adressiert gewesen - der ein erklärter Gegner von US-Präsident Trump ist und regelmäßig als Kommentator in verschiedenen Medien auftritt. Brennan ist wie Obama und Clinton eine Hassfigur für Trumps Anhänger. CNN selbst ist ebenso immer wieder Ziel heftiger Kritik von Trump und dessen Lager.

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Stimmung im Land aufgeheizt

Weniger als zwei Wochen vor der Kongresswahl ist die politische Stimmung besonders aufgeheizt. Die Republikaner mit dessen Frontmann Trump und die Demokraten überziehen sich mit gegenseitigen Attacken. Es geht um viel bei der Abstimmung am 6. November, bei der das gesamte Repräsentantenhaus und Teile des Senats neu gewählt werden.

Bill De Blasio sprach von einer schmerzhaften Zeit für die Nation. Es liege "viel Hass in der Luft". Er rief dazu auf, das vergiftete Klima nicht weiter anzuheizen. Das müsse an der Spitze beginnen. Er nannte die Serie an Paketsendungen einen Terrorakt, der darauf abziele, die freie Presse und Politiker einzuschüchtern. Dies sei "sehr beunruhigend".

Trump verurteilt Vorfälle

Das Weiße Haus verurteilte die Vorfälle scharf. "Diese feigen Aktionen sind verabscheuungswürdig und haben keinen Platz in diesem Land", schrieb US-Vizepräsident Mike Pence bei Twitter. "Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen werden."

Trump verurteilte die mutmaßlichen Anschlagsversuche: "Jegliche Akte der politischen Gewalt gehören nicht in die Vereinigten Staaten von Amerika." Er sprach von "abscheulichen Taten" und rief das Land zur Geschlossenheit auf: "In diesen Zeiten müssen wir uns vereinen."

Die Sprengsätze an mehreren Orten haben die Menschen in den USA aufgeschreckt. US-Präsident Trump sprach kurz danach von "Zusammenhalt". Obwohl er selbst viel dazu beigetragen, sein Land zu spalten. Am Ende könnte ihm das vielleicht sogar schaden.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Anschlagsversuche auf Politiker per Post sind nicht neu: Obama war schon einmal während seiner Zeit im Weißen Haus Ziel einer solchen Aktion. 2013 gingen mehrere mit dem tödlichen Pflanzengift Rizin gefüllte Briefe an den Präsidenten - wie auch an andere Politiker. Die Polizeibehörde FBI fing sie ab. In Europa sorgten mehrere Briefbomben mit Brandsätzen an prominente Politiker 2010 für Aufruhr - darunter ein Schreiben an das Bundeskanzleramt. Es wurde entschärft. Urheber waren damals griechische Anarchisten. Zuletzt war im März 2017 im Berliner Bundesfinanzministerium ein Paket mit einem Explosivgemisch gefunden und entschärft worden.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.