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US-Pastor landet in Ramstein - Ende eines Polit-Dramas: Brunson "fast zuhause"

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Zwei Jahre hielt die Türkei ihn wegen Terror-Vorwürfen fest. Nach Sanktionen und Drohungen ist US-Pastor Brunson nun frei. Sein Rückweg in die USA führt über Deutschland.

US-Pastor Brunson und Frau Norine in Izmir.
Auf dem Heimweg: US-Pastor Brunson (Mitte) und Frau Norine am Flughafen von Izmir. Quelle: Emre Tazegul/AP/dpa

Der nach zwei Jahren aus türkischer Haft freigelassene US-Pastor Andrew Brunson hat auf dem Weg in die USA einen Zwischenstopp in Ramstein eingelegt. Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz wurde er vom US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, begrüßt, wie dieser in der Nacht zum Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. "Ich habe Pastor Brunson und seine Frau bei ihrem Tankstopp in Deutschland willkommen geheißen", erklärte Grenell. Brunson sei "fast zuhause". Er habe dem Pastor eine US-Flagge überreicht, die dieser "umgehend geküsst" habe.

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Nach Angaben von Brunsons Anwalt Cem Halavurt sollte Brunson von Ramstein aus in die USA weiterfliegen. Unmittelbar nach seiner Rückkehr will US-Präsident Donald Trump ihn im Weißen Haus in Washington empfangen. "Gute Nachrichten, Pastor Brunson ist in der Luft", sagte Trump vor Journalisten. "Er kommt ins Oval Office, höchstwahrscheinlich am Samstag."

Brunson war am Freitag nach monatelangem diplomatischen Tauziehen freigelassen worden. Ein Gericht in Aliaga bei Izmir hob den Hausarrest und die Ausreisesperre für den evangelikalen Geistlichen auf, dessen Inhaftierung zu einer schweren Krise mit den USA geführt hatte. Die gleichzeitig verordnete Haftstrafe von drei Jahren, einem Monat und 15 Tagen muss er somit nicht antreten. Außerdem wird nach türkischen Medienberichten die bereits in Haft verbrachte Zeit angerechnet.

Währung und Wirtschaft in der Krise

Brunsons Anwalt Ismail Cem Halavurt sagte, er werde trotzdem gegen das Urteil vorgehen. Brunson wirkte während der Verhandlung sichtlich mitgenommen. Kurz vor der Urteilsverkündung wischte er sich die Augen mit einem Taschentuch, legte die Stirn auf die Schulter seiner Frau Norine und umarmte sie minutenlang. Nach dem Urteil sagte Anwalt Halavurt, Brunson habe sich "natürlich gefreut". Dass er die Türkei verlassen müsse, mache Brunson "natürlich traurig". Brunsons "ganzes Familienleben und Sozialleben" sei durch die Affäre zerstört worden. "Aber es besteht ein Sicherheitsrisiko, wenn er bleibt."

Für die Türkei ist die Entscheidung eine weitgehend gesichtswahrende Lösung für einen Konflikt, der das Land in eine schwere Währungskrise gestürzt hatte. Die Entscheidung dürfte das durch den Streit schwer erschütterte Vertrauen der internationalen Märkte zumindest teilweise wieder herstellen und der angeschlagenen türkischen Wirtschaft ein Stück weit wieder auf die Beine helfen.

Der Fall Brunson hatte ein schweres Zerwürfnis zwischen Washington und Ankara ausgelöst. Die Türkei warf Brunson unter anderem Spionage und die Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Beobachter sprachen aber von Anfang an von einem "politisch motivierten Prozess". In Analysen fiel das Wort "Geiseldiplomatie" - die Türkei versuche mit den Ausländern in U-Haft für politische Zwecke zu schachern. Mit dem Fall Brunson setzte sich die Türkei allerdings gehörig in die Nesseln. Um die Freilassung des Pastors zu erreichen, verhängte US-Präsident Donald Trump im August Sanktionen und Strafzölle. Die türkische Lira brach daraufhin stark ein. Die Währungskrise dauert auch Wochen später noch an und wirkt sich zusammen mit der massiven Inflation auf die gesamte Wirtschaft aus. Auf die Entscheidung des Gerichts reagierte die Lira sofort mit einem Ausschlag nach oben.

Freilassung kurz vor US-Kongresswahlen

Trump hatte den Fall zu einem persönlichen Anliegen gemacht und mehrmals gefordert, dass Brunson sofort freikommen müsse. Vor den im kommenden Monat anstehenden Kongresswahlen in den USA dürfte die Freilassung von Brunson auch bei seiner Wählerschaft gut ankommen.

Der 50-Jährige Brunson hat mehr als 20 Jahre lang in der Türkei gelebt. Er war Pastor an einer evangelikalen Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er wenige Monate nach dem Putschversuch vom Juli 2016 in der Türkei festgenommen und dann im Dezember desselben Jahres in Untersuchungshaft genommen wurde. Ende Juli wurde er wegen Gesundheitsproblemen in den Hausarrest entlassen. Mit seiner Freilassung endet nun ein politisches und persönliches Drama.

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