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Lagebericht zur IT-Sicherheit - Zahl und Qualität von Cyberangriffen steigen

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Es trifft Gerichte, Kliniken, Stadtverwaltungen: Qualität und Zahl der Cyberangriffe in Deutschland haben zugenommen. Die Bedrohungslage sei hoch, warnt Innenminister Seehofer.

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Emotet aktuell "König der Schadsoftwares"
Quelle: DPA

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat vor den wachsenden Gefahren für die IT-Sicherheit in Deutschland gewarnt. Die Qualität der Cyberangriffe sei weiter gestiegen und die Bedrohungslage sei "anhaltend hoch", sagte Seehofer. Er stellte gemeinsam mit BSI-Chef Arne Schönbohm das diesjährige Lagebild zur IT-Sicherheit in Deutschland vor. Der Bericht bildet Entwicklungen von Juni 2018 bis Mai 2019 ab.

BSI-Chef: Emotet "König der Schadsoftwares"

Vor allem der Trojaner Emotet habe eine "erhebliche Durchschlagswirkung", sagte Schönbohm. Emotet sei aktuell der "König der Schadsoftwares". Mit einer Emotet-Attacke hat derzeit beispielsweise das Berliner Kammergericht zu kämpfen. Seit Wochen sind die IT-Systeme des höchsten ordentlichen Gerichts der Hauptstadt lahmgelegt.

Emotet ist zunächst darauf ausgerichtet, die infizierten E-Mail-Systeme auszuspionieren. Das Programm kann dann weitere Schadsoftware nachladen - beispielsweise Banking-Trojaner, die versuchen, digitale Geldströme in die Taschen der Cyberkriminellen umzuleiten. Durch Emotet sei die Zahl der Varianten neuer Schadprogramme im September von täglich rund 300.000 auf 450.000 gestiegen, sagte Schönbohm. Täglich gebe es weitere Meldungen aus allen Wirtschaftsbereichen.

Im Berichtszeitraum hat das BSI rund 114 Millionen neue Schadprogramm-Varianten und bis zu 110.000 Bot-Infektionen täglich in deutschen Systemen registriert - meist auf mobilen Endgeräten oder Geräten des Internets der Dinge. Diese Daten zieht das BSI zur Analyse heran und leitet daraus Empfehlungen für IT-Nutzer in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ab.

Mehr als 900 Millionen Schadprogramme

Laut BSI-Präsident Arne Schönbohm ist die Zahl der Schadprogramme auf insgesamt mehr als 900 Millionen angestiegen. "Entscheidender ist, dass die Qualität der Cyber-Bedrohung zugenommen hat", sagte er bei der Vorstellung des Jahresberichts. Kritische Schwachstellen hätten in Smartphones und gängigen Software-Produkten zugenommen.

Insgesamt haben Ransomware-Angriffe, auch unabhängig von Emotet, zugenommen, heißt es in dem Bericht. Ransomware sind Erpressungsprogramme, mit denen ein Eindringling erreichen kann, dass ein Computerbesitzer keinen Zugriff mehr auf seine Daten hat. Solche Attacken haben laut BSI zu vielen Produktionsausfällen in der Wirtschaft geführt und Einrichtungen des Gemeinwesens teilweise erheblich beeinträchtigt. So seien mehrere Krankenhäuser und Stadtverwaltungen angegriffen worden.

IT der Bundesverwaltung nicht betroffen

Nicht betroffen gewesen sei die Informationstechnik der Bundesverwaltung, für deren Sicherheit das BSI zuständig ist. Auch Betreiber anderer kritischer Infrastrukturen, die die Sicherheitsanforderungen und Empfehlungen des BSI umgesetzt hätten, blieben von gravierenden Folgen erfolgreicher Cyberangriffe weitgehend verschont. Dazu gehören etwa Einrichtungen der Energie- und Wasserwirtschaft sowie der Gesundheitsversorgung.

Wer Deutschland vor Cyberattacken schützen soll

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