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Tarifstreit mit den Ländern - Verdi: Anschluss an Privatsektor nicht verpassen

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Es geht um das Geld für Millionen Menschen: Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder starten. Eine rasche Einigung ist unwahrscheinlich - Verdi will hart verhandeln.

Gewerkschaften und Arbeitgeber starten heute die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Bundesländer außer Hessen. Die Arbeitnehmer fordern sechs Prozent mehr Gehalt.

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Darum geht´s:

  • Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder beginnen um 11:30 Uhr
  • Die Gewerkschaften fordern 6 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat
  • Der Verhandlungsführer der Länder hat die Forderung als völlig überzogen zurückgewiesen
  • Von den Verhandlungen sind insgesamt rund 3,3 Millionen Menschen betroffen

Zum Start der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Bundesländer hat Verdi-Chef Frank Bsirske eine harte Haltung der Gewerkschaften angekündigt. Der Verhandlungsführer der Länder, Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz, machte hingegen deutlich, dass die Länder sparen müssten. Der SPD-Politiker wies die Lohnforderung zurück.

Bsirske: Anschluss halten an Privatwirtschaft

Es geht darum, am Arbeitsmarkt attraktiv zu sein für qualifizierte Fachkräfte und den Berufsnachwuchs.
Verdi-Chef Frank Bsirske

Bsirske sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wir müssen Anschluss halten an die Entwicklung in der Privatwirtschaft und in den Branchen insgesamt, wo wir im letzten Jahr im Schnitt Tariflohnerhöhungen über drei Prozent gesehen haben." Es gehe darum, den Abstand zur Tariflohnentwicklung in der Gesamtwirtschaft zu verkleinern. Die Konkurrenz um qualifizierten Berufsnachwuchs und qualifizierte Fachkräfte sei groß.

"In den nächsten Jahren werden mindestens 20 bis 30 Prozent des Personals im Länderbereich altersbedingt ausscheiden", sagte Bsirske. "Es geht daher darum, am Arbeitsmarkt attraktiv zu sein für qualifizierte Fachkräfte und den Berufsnachwuchs. Denn es gibt einen verschärften Wettbewerb um genau diese Arbeitskräfte."

Kollatz: Verteilungsspielräume begrenzt

Den Bezahlwettlauf mit dem Privatsektor werden wir nicht gewinnen können.
Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz

Kollatz sagte dem "Handelsblatt" hingegen: "Den Bezahlwettlauf mit dem Privatsektor werden wir nicht gewinnen können." Die Länder müssten "mit qualitativen Merkmalen" überzeugen. So sei der öffentliche Dienst besser bei Teilzeitarbeit, bei Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei Homeoffice-Angeboten.

Trotz sprudelnder Steuereinnahmen seien die Verteilungsspielräume begrenzt. Berlin etwa sitze auf 58 Milliarden Euro Schulden, bei den Ländern insgesamt seien es 572 Milliarden Euro. Und ab 2020 gelte die Schuldenbremse in den Ländern. "Das müssen wir berücksichtigen."

Verhandelt wird für eine Million Tarifbeschäftigte der Länder

Frank Bsirske am 20.12.2018
Verdi-Chef Bsirske
Quelle: dpa

Die Verhandlungen der Gewerkschaft Verdi und des Beamtenbunds dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) beginnen heute um 11:30 Uhr in Berlin. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Von den Verhandlungen sind rund 3,3 Millionen Menschen betroffen: Verhandelt wird für eine Million Tarifbeschäftigte der Länder ohne Hessen, das gesonderte Verhandlungen führt, außerdem soll der Abschluss auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Hessen gehört seit 2004 nicht mehr der Tarifgemeinschaft an. In der Regel übernimmt das Land aber die Tarifabschlüsse.

Erfahrungsgemäß bekommen viele Bürger die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst durch Ausstände zu spüren. Vor dem jüngsten Abschluss vor zwei Jahren hatten Warnstreiks unter anderem das Schulleben in weiten Teilen Deutschlands massiv gestört. Zudem blieben Kitas und Straßenmeistereien geschlossen.

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