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Kampf gegen Cyber-Crime - Warum dem Bund die IT-Experten ausgehen

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Berlin will für mehr Cybersicherheit sorgen. Allein das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik soll 350 neue Stellen erhalten. Nur: Woher sollen die Fachkräfte kommen?

Ein IT-Techniker bei der Arbeit
Laut McAfee Deutschlandchef fehlen bis zum Jahr 2020 16.000 Sicherheitsspezialisten.
Quelle: dpa

Das Bundeskriminalamt, das Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr, die zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – mehr als 30 Sicherheitsbehörden suchen händeringend IT-Sicherheitsexperten.

Leergefegter Arbeitsmarkt

"Auf Deutschland bezogen fehlen bis zum Jahr 2020 etwa 160.000 Sicherheitsspezialisten", meint Hans-Peter Bauer, Deutschlandchef des IT-Sicherheitsunternehmens McAfee. Sicherheitsunternehmen und -beratungen wie McAfee, Trend Micro oder Syss locken dabei mit sehr guter Bezahlung und attraktiven Arbeitsbedingungen. Die für IT-Sicherheit zuständigen Dienststellen von Bund und Ländern können dagegen nur den Tarif für den öffentlichen Dienst anbieten. Und auch in Sachen technischer Ausstattung bieten private Unternehmen aus der IT-Sicherheitsbranche mehr.

Im Bundesinnenministerium hängt man deshalb schon seit zwei Jahren der Idee einer freiwilligen Cyberwehr nach. IT-Spezialisten aus der Wirtschaft sollen den Sicherheitsbehörden bei Noteinsätzen helfen. Das probiert auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und will mehr Nerds als Reservisten anwerben. Die sollen den Personalmangel in der Cybertruppe durch Wehrübungen ein wenig lindern. Entsprechende Studiengänge an der Universität der Bundeswehr sollen zudem für mehr IT-Soldaten sorgen. Allerdings sind zum Beispiel die rund 70 Absolventen aus dem Bereich digitaler Forensik pro Jahr nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Geld ist nicht so entscheidend

Einer von Julia Schuetze von der Stiftung "Neue Verantwortung" in Berlin erstellten Analyse zufolge hat der öffentliche Dienst gleich mit mehreren Problemen bei der Rekrutierung von IT-Sicherheitsfachkräften zu kämpfen. Sie hat herausgefunden, dass die Bezahlung dabei nicht einmal das Hauptproblem ist. Starre behördliche Hierarchien, zu unattraktive Möglichkeiten für die Weiterbildung und die viel zu unflexiblen formalen Einstellungsvoraussetzungen verhindern das Anwerben von Fachkräften viel stärker. Hinzu kommt das allgemeine Image einer Behörde.

So machten Teilnehmer beim 35. Chaos Communication Congress, der Ende Dezember 2018 in Leipzig stattfand, keinen Hehl daraus, dass sie sich Mitarbeit beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchaus vorstellen könnten, bei der zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich hingegen überhaupt nicht. Der Grund dafür: Die zentrale Stelle soll Sicherheitsbehörden beim Entschlüsseln und beim Eindringen in Kommunikationssysteme helfen. Das empfinden viele als schwerwiegenden Verstoß gegen die Hacker-Ethik.

Charme-Offensive aus dem BSI

Das BSI hingegen soll dabei helfen, die IT-Infrastruktur insgesamt sicherer zu machen. Das nutzt BSI-Chef Arne Schönbohm für eine regelrechte Charmeoffensive seiner Behörde. Zunehmend öfter tauchen er selbst oder BSI-Führungskräfte auf Informatiker-Konferenzen auf, um Mitarbeiter zu rekrutieren.

Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, Ende September 2018 in Berlin, war zum Beispiel Isabel Münch, BSI-Fachbereichsleiterin Präventive Cyber-Sicherheit und Kritische Infrastrukturen, von vielen Nachwuchsinformatikern regelrecht umlagert. Sie hat als Sicherheitsexpertin einen Ruf wie ein Donnerhall. Mit ihr wollen Examenskandidaten und frisch Graduierte gern zusammenarbeiten.

Ob das BSI diesen Vorteil nutzen kann, um die jetzt zusätzlich bewilligten 350 Stellen rasch zu besetzen, muss sich aber erst noch zeigen. Die Bundeswehr, die zentrale Stelle und das Bundeskriminalamt können nicht einmal mit solchen in der Szene anerkannten Informatikern werben. Sie tun sich auch deshalb viel schwerer bei der Besetzung freier Stellen.

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