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Montgomery: Reformen gefährden Patienten

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Pläne des Gesundheitsministers - Montgomery: Reformen gefährden Patienten

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Gesundheitsminister Spahn hat mehrere Neuerungen wie das Impfen beim Apotheker in der Pipeline. Ärztepräsident Montgomery sieht dadurch die Sicherheit der Patienten in Gefahr.

Archiv: Frank Ulrich Montgomery am 08.05.2018 in Erfurt
Der Präsident der Bundesärztekammer wandte sich unter anderem gegen den Plan des Ministers, Apothekern künftig Grippe-Schutzimpfungen zu erlauben.
Quelle: dpa
Wir brauchen die Hebammen am Bett und nicht in der Verwaltung.
Frank Ulrich Montgomery

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, mit mehreren geplanten Reformen die Sicherheit der Patienten zu gefährden. "Ärztliche Kernaufgaben sollen schrittweise an Berufe ausgelagert werden, die dafür nur unzureichend ausgebildet sind", sagte Montgomery dem Redaktions Netzwerk Deutschland (Samstag).

Montgomery: Impfen muss ärztliche Aufgabe bleiben

Der Präsident der Bundesärztekammer wandte sich unter anderem gegen den Plan des Ministers, Apothekern künftig Grippe-Schutzimpfungen zu erlauben. Impfen müsse eine ärztliche Aufgabe bleiben, da vorher der Gesundheitszustand abgeklärt werden müsse und es die Gefahr von Komplikationen direkt bei der Impfung gebe, sagte Montgomery: "Alles andere gefährdet die Bevölkerung." Auch die Reform der Hebammenausbildung kritisierte er scharf. Es müsse befürchtet werden, dass die geplante Akademisierung den akuten Mangel an Hebammen vor allem in den Kreißsälen noch verstärken werde.

"Wir brauchen die Hebammen am Bett und nicht in der Verwaltung", sagte Montgomery. Er forderte eine Regelung, nach der Hebammen immer einen Arzt hinzuziehen müssen. "Nur so wird die Sicherheit der Patientinnen gewährleistet."

Praxisjahr statt Schrumpf-Ausbildung gefordert

Kritik übte Montgomery auch an der Ausbildungsreform für Psychotherapeuten. "Absolventen der neuen Studiengänge dürfen psychisch Kranke behandeln, obwohl sie in der Ausbildung kaum praktische Erfahrungen gesammelt haben. Das ist unverantwortlich."

Es fehle ein Praktisches Jahr wie im Medizinstudium oder zumindest ein Praxissemester. "Mit dieser Schrumpf-Ausbildung darf niemand auf Patienten losgelassen werden", warnte der scheidende Ärztepräsident, der beim Ärztetag kommende Woche in Münster aus Altersgründen nicht wieder kandidiert.

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