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Bundesamt für Risikobewertung - Gefahr durch Gift-Eier relativ gering

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Wie gefährlich ist ein verseuchtes Ei für den Menschen? Laut Bundesamt für Risikobewertung ist die Gefahr relativ gering, gefährlich würde es bei Erwachsenen erst ab sieben Eiern pro Tag. Ganz kleine Kinder bis zum Alter von einem Jahr sollten nicht mehr als ein Ei essen.

Mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier aus den Niederlanden und Belgien sind über eine Packstelle auch nach Deutschland gelangt. Millionen von Eiern werden aktuell zurückgerufen, das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor einem potenziellen …

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Die mit dem Insektizid Fipronil verseuchten Eier aus den Niederlanden sind mittlerweile in zwölf Bundesländern aufgetaucht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Verbrauchern: Unbedenklich sind bis zu sieben Eier pro Tag bei Erwachsenen, bis 1,7 Eier bei Kindern, bis ein Ei bei Kindern unter einem Jahr - Grundlage der Empfehlung sind Messungen des Bundesinstituts mit den am stärksten verseuchten Eiern.

Verbraucherschützer: Stempel checken

Verbraucherschützer raten dazu, den Stempel von Eiern zu prüfen. "Eier aus Holland sind leicht an dem Aufdruck NL zu erkennen", sagte Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. "Da aber auch Betriebe in Niedersachsen Desinfektionsmittel mit Fipronil verwendet haben, empfehlen wir vorsorglich Familien mit Kindern, vorerst auf niedersächsische Eier zu verzichten." Diese seien auf dem Stempelaufdruck an der Ziffer 03 zu erkennen, die direkt nach dem DE-Kennzeichen folgt.

Die entsprechenden Chargen der mit Fipronil belasteten Eier tragen dem Agrarministerium zufolge in Niedersachsen die Stempelaufdrucke 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001 sowie die Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) 14.08.2017 und 16.08.2017. In Nordrhein-Westfalen sind die Chargen 1-NL 4128604 oder 1-NL 4286001 betroffen. Die Legedaten liegen zwischen dem 9. bis 21. Juli.  Dazu kommen Eier mit dem Aufdruck 1-DE-0357731.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit lebensmittelwarnung.de.

Wie gefährlich ist Fipronil?

Wer nicht bemerkt, dass seine Eier zu den erwähnten Chargen gehören, und sie isst, kann folgende gesundheitlichen Probleme bekommen: Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit - was aber relativ unwahrscheinlich ist, solange die "kritische Messlatte" vom Bundesinstitut für Risikobewertung nicht überschritten wird, sagt Dr. Monika Lahrssen-Wiederholt, Leiterin der Abteilung Sicherheit in der Nahrungskette des Bundesinstituts für Risikobewertung

Das Gift wirkt laut Lahrssen-Wiederholt auf das Nervensystem und sorgt für Krämpfe. Die Wirkung sei in Tierversuchen beobachtet worden.

Insgesamt bewertet die Wissenschaftlerin die Gefahr in Deutschland als relativ gering: "Der kritsche Wert wird hier mit dem Faktor zehn unterschritten", sagt sie. Bei der Risikobewertung wurde also Eier getestet, die im Durchschnitt zehnmal so viel Gift enthielten als diejenigen, die in Deutschland derzeit im Umlauf sind. Die Tests hätten ergeben, dass die Gefahren bei Produkten, die Ei enthalten, wie beispielsweise Nudeln oder Speiseeis, ebenfalls gering seien.

Geflügelbetriebe in den Niederlanden gesperrt

In den Niederlanden bleiben noch 138 Geflügelbetriebe gesperrt. Bei Kontrollen seien Spuren von Fipronil in den Eiern festgestellt worden, teilte die Kontrollbehörde NVWA am Donnerstagabend in Utrecht mit. Die übrigen der zuvor insgesamt 180 betroffenen Betriebe seien frei gegeben worden. Inzwischen seien alle belasteten Eier aus den Supermärkten entfernt worden, sagte Behörden-Sprecher Benno Bruggink. "Es sind keine niederländischen Eier mit Fipronil mehr im Handel." Insgesamt 180 Betriebe hatten ein Anti-Läusemittel eingesetzt, dem das für Nahrungsmittel verbotene Fipronil beigemischt worden war.

Zu den Ermittlungen gegen das flämische Unternehmen, das als Verursacher verdächtigt wird, machte die Staatsanwaltschaft in Antwerpen keinerlei Angaben. Der Händler soll dem Mittel den Stoff Fipronil beigemischt haben, der in der Geflügelzucht verboten ist. Über eine niederländische Firma wurde das Mittel weiter verbreitet.

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