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Ministerin Giffey darf ihren Doktortitel behalten

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Prüfung der FU Berlin - Ministerin Giffey darf ihren Doktortitel behalten

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Familienministerin Giffey bekommt eine Rüge für ihre Dissertation. Ihren Doktortitel darf sie aber behalten, so die Freie Universität Berlin nach der Prüfung von Plagiatsvorwürfen.

Franziska Giffey am 17.10.2019 in Berlin
Franziska Giffey
Quelle: DPA

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) darf ihren Doktortitel behalten und damit auch ihren Ministerposten. Die Freie Universität Berlin (FU) teilte am Mittwochabend mit, dass das Universitätspräsidium einstimmig beschlossen habe, Giffey für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen, den ihr verliehenen Grad "Doktorin der Politikwissenschaft" aber nicht zu entziehen. Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung und einer mehrstündigen Sitzung gefallen. "Frau Dr. Giffey wurde am heutigen Mittwoch über die Entscheidung des Präsidiums informiert", teilte die FU weiter mit.

Doktorarbeit wurde seit Februar geprüft

Mit der Entscheidung des Präsidiums ist nun Klarheit geschaffen.
Franziska Giffey, Bundesfamilienministerin

Giffey bedankte sich am Abend bei dem prüfenden Gremium. "Mit der Entscheidung des Präsidiums ist nun Klarheit geschaffen", sagte Giffey laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. "Meine Arbeit als Bundesfamilienministerin setze ich weiter mit großem Engagement und viel Freude fort."

Die Freie Universität Berlin (FU) hatte seit Februar auf Giffeys eigene Bitte hin ihre Doktorarbeit geprüft. Dabei ging es darum, ob die SPD-Politikerin abgeschrieben oder nicht korrekt zitiert hat. Plagiatsjäger der Website "VroniPlag" hatten auf Dutzende Unregelmäßigkeiten in der Arbeit hingewiesen und später festgestellt, dass sogar auf mehr als jeder dritten Seite Plagiatstext zu finden sei.

Mängel vorhanden

Die FU kam nun zu dem Schluss, dass es in der Dissertation zwar Mängel gebe, dass das Gesamtbild der festgestellten Mängel die Entziehung des Doktorgrades aber nicht rechtfertige. "Mit der Rüge missbilligt das Präsidium, dass Frau Dr. Giffey in ihrer Dissertation die Standards wissenschaftlichen Arbeitens nicht durchgängig beachtet hat", so die Universität.

Die Ministerin hatte ein bewusstes Plagiat immer zurückgewiesen und gesagt, sie habe die Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Die SPD-Politikerin hatte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin promoviert. Ihre Arbeit verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger - Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft". Giffey untersuchte dabei auch die Lage im Berliner Bezirk Neukölln, wo sie später Bezirksbürgermeisterin war.

In wissenschaftlichen Arbeiten, wie Doktorarbeiten, greifen Autoren immer auch auf vorangegangene Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler zum gleichen Thema zurück. Deren Aussagen müssen aber im Text korrekt als fremde Quelle zitiert und in einem Literaturverzeichnis ausgewiesen werden. Bei einem Plagiatsverdacht geht es darum, ob der Autor diese fremden Texte zum Teil oder ganz zu seinen eigenen macht und nicht ausreichend als Fremdquelle ausweist.

Kein Rücktritt als Familienministerin

Giffey kann damit auch Familienministerin bleiben. Sie hatte für den Fall einer Aberkennung des Titels angekündigt, zurücktreten zu wollen. Wegen des schwebenden Verfahrens hatte sie zudem auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz verzichtet, obwohl ihr gute Chancen eingeräumt wurden.

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