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Vor G20-Gipfel - Schäuble: Beim freien Handel nicht zurückfallen

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Bekämpfung von Steuerflucht, Strukturreformen und Freihandel: Die Liste der Wirtschafts-Themen auf dem G20-Gipfel in Hamburg ist lang. Beim Thema Freihandel zeigte sich Finanzminister Wolfgang Schäuble entschlossen: "Da dürfen wir nicht zurückfallen," sagte er im ZDF heute journal.

Bundesfinanzminister Schäuble erklärte im Heute-Journal, es sei „ungeheuer wichtig“, dass die Staats- und Regierungschefs miteinander reden, Bundesfinanzminister Schäuble erklärte im Heute-Journal, es sei „ungeheuer wichtig“, dass die Staats- und …

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Schäuble zeigte sich zuversichtlich, beim Thema Reduzierung von Steuerflucht mit den G20-Partnern voranzukommen. "Den automatischen Informationsaustausch haben schon über 100 Länder unterschrieben", sagte der CDU-Politiker. Zur Kritik von US-Präsident Donald Trump am deutschen Außenhandelsüberschuss sagte Schäuble es gebe ein Problem mit der Struktur der Eurozone. Es brauche Strukturreformen, um Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit auszugleichen.

Schäuble betonte die Bedeutung des weltweiten Handels. Beim freien Handel dürfe die Weltgemeinschaft nicht zurückfallen. Besonderes Augenmerk legte er auf die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Auf deutsche Initiative hin sei der Kontinent auf die Agenda der G20-Staaten gesetzt worden. "In Afrika wird sich die weltweite Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten entscheiden", so Schäuble.

Schäuble: Trumps Kurs macht USA schwächer

Zuvor hatte Schäuble zusammen mit IWF-Chefin Christine Lagarde eindringlich für mehr internationale Kooperation und freie Märkte geworben. Lagarde verwies bei einem "Zeit"-Forum auf wachsenden Wohlstand in vielen Teilen der Welt und Fortschritte bei der Armutsbekämpfung. "Das ist nicht einfach so passiert. Das ist passiert, weil es einen freien Handel gibt", sagte sie. Sie wolle den Gipfel dazu nutzen, um mit US-Präsident Donald Trump darüber zu sprechen, wie man gemeinsam vom freien Welthandel profitieren könne. Im Übrigen sei Protektionismus nicht nur ein amerikanisches Problem.

Schäuble kritisierte, Trumps Kurs mache Amerika nicht stärker sondern schwächer. "Wenn das stärkste Land noch stärker werden möchte, muss dieses Land vorangehen", sagte er. Wenn diese Land aber ausdrücklich nur auf Amerika setze dann werde es an Einfluss verlieren und schwächer werden.

Lagarde verteidigt Deutschland

Was die oft kritisierten hohen deutschen Überschüsse in der Leistungsbilanz, vor allem im Warenhandel, anbelangt, so nannte es Lagarde "durchaus legitim", wenn Deutschland mit seiner demografischen Entwicklung hier in einer Überschussposition sei. Es gehe dem IWF auch nicht darum, Deutschland weniger wettbewerbsfähig zu machen. "Aber dieser Überschuss sinkt nicht so schnell wie er sollte", sagte sie. Angemessen wäre es, wenn dieser sich aus einer Größenordnung von über acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Richtung fünf Prozent entwickeln würde.

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